Three Pairs Of Underwear

Hallo Europa!

Veröffentlicht von am in Blog_TPOU-Africa
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Heute ist es also so weit, es geht nach Spanien, wir betreten europaeischen Boden. Es ist ein komisches Gefuehl. Europa kommt uns so heimisch vor, auch wenn es von Spanien auch noch einige Kilometer bis nach Hause sind. Was haben wir uns manchmal danch gesehnt, wenn wir Tagelang kaum ruhige Momente hatten, weil uns bei dem Halt Menschen umringten, uns beobachteten oder anbettelten. Oder wenn der Heisshunger auf manche Dinge mal wieder sehr gross war.
In den letzten Tagen hier in Marokko haben wir das Reisen wieder sehr genossen und moechten eigentlich noch bleiben. Wie wird es wohl im Europa sein? Ist es wirklich alles so teuer? Ist das Leben dort wirklich so einfach und unkompliziert, wie es uns in der Erinnerung scheint? Gerade haben wir gehoert, dass Spanien von einer Kaeltewelle heimgesucht wird. Sollen wir vielleicht doch noch in Afrika bleiben?

Nein, Genug ist Genug und heute gehts ueber die Grenze.
Auf den letzen Kilometern dorthin geht es dicht am Wasser entlang. Die Straende sind spaerlich besucht. Eine kleine Familie sitzt unter einem bunten Sonnenschirm, Handtuecher die daran befestigt sind dienen als Sichtschutz und eine Frau kommt gerade etwas unbeholfen aus dem Wasser. Sie ist in eine Art langarmigen Pyjama mit Teddymuster gehuellt – Vermutlich ist dieser noch vollgesogen mit Wasser und dementsprechend schwer.

Im letzten Kreisverkehr springen uns fast von beiden Seiten der Strasse Leute vor den Toeff, weil sie uns mit den Ein- und Ausreisepapieren helfen wollen. Ich glaube das koennen wir inzwischen schon ganz gut alleine...
Je einen Zettel mit Persolalien ausfuellen, Stempel in Pass, dann ins marokanische Carnet, vorbei gehts am Zoll und raus sind wir aus Marokko. Die Einreise in die Spanische Enklave ist denkbar einfach. Nichtmal den Pass will man wirklich sehen. Doch der Unterschied zu dem Land was wir gerade verlassen haben wird kurz darauf noch deutlicher. An vollen Straenden zeigen Menschen viel Haut, obwohl mache von ihnen besser den Teddyanzug tragen sollten. Muss ein Bikini im Optimalfall vom Koerperfett verdeckt sein und ein Bauch ueber die Badeshorts bis zu den Knieen haengen, waerend sie sich im Schritt hoch zieht? Egal...

Wir machen uns gleich auf zum Hafen, um zu sehen, wann die naechste Faehre zum Festland geht. Die Dame am Ticketschalter spricht fast nur Spanisch, aber einige Minuten spaeter halten wir 3 Fahrkarten in der Hand und sind 96 Euro leichter (wo genau es hingeht ist uns nicht 100% klar...) Wir haben jedenfalls Glueck, denn nach uns schliesst der Ticketverkauf – Feierabend.

Warten auf die Fahere nach Europa


Eine Stunde spaeter ist der Toeff fachmaennisch vom Faehrpersonal verzurrt, wir sitzen gemuetlich im Fahrgastraum und lassen unsere Gedanken schweifen – bye bye, Afrika...

Eine Dreiviertelstunde spaeter fahren wir von Bord. Alles nach Plan, wir sind in Spanien. Gleich vom ersten Werbeplakat raekelt sich eine halbnackte Dame im leichten Sommerkleid. Bestimmt ist es Werbung fuer irgendetwas, wir sind aber nur ueberrascht von soooo viel Haut...

An der naechsbesten Tankstelle halten wir, um eine Spanienstrassenkarte zu kaufen. Wie die kleinen Kinder staunen wir ueber das vermutlich kleine Shopangebot. Doch 3 Sorten Orangensaft in identischen Flaschen ueberfordern uns einfach (Californien oder Florida?).


Salami mit der linken Hand essen, O-Saft und blaues Gatorade – es gibt doch einen Gott

Die Tankstellenfrau spricht nur Spanisch, aber gibt uns zu verstehen, dass 18 Kilometer Richtung Cadiz ein Campingplatz ist. So schlagen wir zwar die falsche Richtung ein, aber ein ordentlicher Platz zum Schlafen fuer die Nacht lockt.
Aber auch 20 Kilometer spaeter ist weit und breit kein Platz in Sicht. Als wir in einen Kuestenort abbiegen, befinden wir uns wohl mitten unter der Surfergemeinschaft. Stylische, hauptsaechlich junge Leute streifen durch die Gassen und kitzeln kurz mein Shopping-Gen. Sind 3 Paar Unterhosen wirklich noch genug? Allerdings bereitet uns eine andere Tatsache Kopfzerbrechen. Ueberall in den Strassen stehen Campingmobile – hier wird es wohl keinen Campingplatz geben. Kurz sind wir neidisch auf die rollenden Haeuser. Unser Zelt koennen wir wohl nicht auf dem Parkstreifen aufschlagen...

In Tarifa werden wir aber schlussendlich doch noch fuendig. Zwar kostet die Uebernachtung in der modernen Anlage mal eben 24 Euro, doch man spricht Englisch, es gibt W-LAN, Waschmaschinen und sogar Trockner. Also zaubern wir aus der muffigen Schmutzwaesche, die wir schon seit ner Woche mit uns herumtragen, gut riechende Wohlfuehlkleidung – Es macht doch einen riesigen Unterschied, ob kalt von Hand oder warm von der Maschine gewaschen.

Nur mit der Zeitumstellung kommen wir noch nicht ganz zuerecht und koennen mit dem langen Tageslicht garnicht umgehen. Ob es wirklich schon halb elf ist als endlich die Sonne untergegangen ist? Bisher lagen wir meist schon um 21 Uhr im Bett.

Schon am Abend waren wir mit einem schweizer Paerchen in Gespraech gekommen und geniessen zum Fruehstueck gemeinsam einen leckeren Kaffe. Auch heute will uns der Gespraechsstoff nicht ausgehen, doch da die Beiden noch Programm fuer den Tag vorhaben und deutlich weniger Urlaubszeit haben als wir, werden wir uns wohl noch mal in der Schweiz treffen muessen. – Wir freuen uns schon.

Einige Zeit nutzen wir noch das Internet, da Google Earth in Marokko gesperrt war und hier wieder funktioniert, koennen wir endlich unsere gefahrenen Routen online stellen. Gegen 15 Uhr gehts fuer uns zurueck nach Algecias (der Ort wo wir mit der Faehre ankamen), denn wir brauchen schliesslich dringend neue Reifen.
Garnicht so einfach. Entweder die Geschaefte haben zu oder nicht die passende Reifengroesse. Neben einem vielversprechenden Reifenshop warten wir auf das Ende der Mittagspause (um 17 Uhr) in einem italienischen Restaurant. Eigentlich schliessen sie gerade, aber das Tagesmenue (Pizza, Salat und Kaffe) koennten wir noch bekommen. Wirklich lecker ist die Pizza nicht. Bekommt man hier wirklich schlechte Qualitaet zum hohen Preis? Oder sind unsere Erwartungen zu hoch?

Zu allem Ueberfluss hat auch das Warten auf den Reifenhaendler nicht viel gebracht, auch dieser hat die passende Groesse nicht. Wir finden sogar eine BMW-Motorradwerkstatt, doch die hatte nur von 9 bis 14 Uhr geoeffnet und nun ist alles dunkel. Tom folgt seltsamen „MOTO“- Schilder, die an manchen Strassenlaternen angebracht sind. Mit Erfolg, denn wir landen bei einem Motorradhaendler und dieser hat sogar die passenden Reifen fuer uns. Ein bisschen komisch sieht der Toeff nun schon aus, wieder mit Bridgestone Battelwing bestueckt, zudem klebt am ganzen Bike noch marokkanischer Baustellenschlamm und die Reifen sind auffaellig schwarz uns sauber.

Nun sind wir also wieder frei und beschliessen einen kurzen Abstecher nach Gibraltar. Wir sind scheinbar nicht die Einzigen mit dieser Idee, denn das kleine Land ist voll mit Touristen. Die Strassen sind eng und teilweise wirklich steil, die Beschilderung ist auf Englisch und man zahlt in Pfund. Wir fahren zum Touristenziel (suedlichster Punkt) und Tom faellt ein, dass er vor gut 3 Jahren so ziemlich die gleichen Bilder gemacht hat. :) Und an der Tankstelle finden wir Dr. Pepper und endlich auch wieder WD40, wie einfach es doch sein kann... Komisch ist nur, dass hier kein Tankwart darauf wartet, unseren Tank zu fuellen, muss man das hier wirklich alleine machen?

Nachdem wir Gibraltar wieder verlassen haben, entscheiden wir uns ins Landesinnere zu fahren, denn dort erhoffen wir uns weniger Tourismus und Urspruenlichkeit. Interessant, dass die Vegetation hier schon wie zu Hause im Wald vor der Tuer anmutet. Nur einen Platz zum Schlafen zu finden ist garnicht so einfach, denn Campingplaetze sind rar und vor jeder kleinen Abzweigung ins Gruen versperrt eine Kette den Weg oder prangen grosse Zutritt verboten Schilder.
Als wir schliesslich einen Campingplatz finden sind wir nur noch muede. Man spricht mal wieder keine Sprache ausser Spanisch, so koennen wir leider nicht handeln und lassen uns auf 17 Euro fuer eine Nacht unter Baeumen und heisse Duschen ein.

Die Preise hier schmaelern wirklich das Budget, da fuehrt wohl allein aus diesem Grund schon kein weg am Schlafen im „wilden spanischen Busch“ vorbei Aber eigentlich ist das ja sowieso viel schoener...

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