Three Pairs Of Underwear

Bergeeeee!!! - Tom freut sich ueber verschwindende Nippel...

Veröffentlicht von am in Blog_TPOU-Africa
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Bevor man sich versieht, sind schon wieder 2 Wochen ins Land gestrichen. Bei unserer derzeitigen Reisegeschwindigkeit und dem staendigen, sprungartigen Wechsel der Temperaturen faellt es schwer, da mit den Reiseberichten up to date zu bleiben. Oft kommt es uns auch so vor, als waere nichts Nennenswertes passiert, bis wir beim spaeteren Betrachten bemerkten, dass uns wieder viele magische Momente verzaubert haben.

Inzwischen sind wir richtig in Marokko angekommen. Die symbolische Grenze (dargestellt durch zwei kleine Pyramieden neben der Strasse) bringt keinen grossen Unterschied. Nur eine entscheidende Benzinverteuerung, denn in der West Sahara wird unser fluessiger Antriebsstoff nicht besteuert, in Marokko schon. - Vermutlich ist es aber noch immer recht viel guenstiger als in Europa .


Bye bye WestSahara - Hallo Marokko!

Vom Beduinencamp in der Wueste zog es uns wieder ans Wasser. In TanTan Plage wurde es abends wieder so kuehl, dass ich mir meine Jacke ueberziehen musste.
Es gab eine richtige Baeckerei, welche die besten "Schweineohren" verkaufte die ich je gegessen habe und der Gemuesehaendler nebenan deckte uns mit reichlich gesunden Sachen ein. - Als wir die prall gefuellte Tuete mit allerlei verschiedenem Gemuese in unseren Haenden hielten, waren wir nicht sicher ob wir das alles fuer eine Mahlzeit in unseren kleinen Topf bekommen. Ich hatte auf dem Weg zum Zelt jedenfalls alle Muehe, die ganzen Dinge festzuhalten, die duennen Plastiktueten sind naemlich auch keine grosse Hilfe .
Wir zauberten ein leckeres Gemuesemischmasch, sogar mit richtigen Kartoffeln darin. Was uns zu guter letzt ganz nebenbei auch ordentlich aufwaermte. Es hat uebrigens wirklich fast alles in den Topf gepasst, nur mit dem Ruehren war das nicht so einfach .

Auf dem Weg nach Sidi Ifni fuhren wir durch die ersten Anzeichen von Bergen. Erst erhoben sich aus dem Staub und Sand kleine Huegel durchzogen von Steinen, dann wurden diese Huegel immer steiniger und hoeher bis sie schliesslich mit goldgelbem Gras ueberwachsen waren. Gruene Kakteen und kleine Baeume fanden sich dazwischen.
In Sidi Ifni blieben wir zwei Tage, denn die Temperaturen waren gut zu ertragen und der Ort mit seinen kleinen Gassen und dem bunten Markt verbreitet eine entspannte Atmosphaere.
Fast haette sich hier ein kleines Desaster ereignet, als Tom mir am Abend beim Kochen, kurz vom Dunkelwerden mal wieder seine uebliche Frage stellte. Er steht vor mir, tastet seine Hosentaschen ab und fragt: "Hast du den Schluessel?" (Er meint den Motorradschluessel) "Nein, hab ich nicht! [grmpf]" ist meine Standard-Antwort dann. Normalerweise sagt er kurz darauf: "Oh, hab ihn gefunden!" und strahlt mich unschuldig an. Doch diesmal sagt er das nicht und sucht weiter. "Ich hab ihn wirklich nicht." Ihm fiel ein, dass er zum Bezahlen am Eingang des Platzes gewesen ist und das Portmonaie aus der Tasche gezogen hat. Er fragt also den Platzwart, ob der einen Schluessel gefunden hat.
Ja, habe er - antwortete er zu unserem Erstaunen. Aber der war ja kaputt und dann habe auch das Telefon geklingelt und er habe ihn weggeworfen.


- WIE BITTE? WEGGEWORFEN? -
Zum Glueck nur in ein Beet. So suchten wir also gegen die einsetzende Dunkelheit um die Wette das Beet ab. Nahezu jeden Zentimeter haben wir mit den Fingern durchfurcht, nichts war zu finden. Als Tom dem Herren drohte die Polizei zu holen, verschwand er kurz im Buero. Wenig spaeter taucht er wieder auf, schuettelt noch immer verwundert den Kopf ueber die "Polizeiidee", ist aber wohl wieder hoch motiviert, des Objekt der Begierde zu finden. Jedenfalls findet er ihn wenige Minuten spaeter zwischen den Aesten eines kleinen Busches im Beet. Ob er ihn wirklich dort gefunden hat oder nur gut platziert, wissen wir nicht. Wir waren einfach nur froh, das wir das gute Stueck wieder haben.
So schoen dieser Ort auch ist, doch besonders foerderlich fuer unsere Ausruestung scheint er nicht zu sein. Der Reisverschluss des Haupteingangs unseres Zeltes laesst sich naemlich nicht mehr vernuenftig schliessen. Zwar haben wir nochmal alles gegeben und mit ordentlich Silikongel geschmiert, doch es kostet einige Muehe die Tuer mit dem Moskitonetz zu schliessen. Wiedereinmal erweist sich Toms Entscheidung fuer ein Zelt mit zwei Eingaengen als weise. - Von nun an gehts also durch die Hintertuer ein und aus.

Kaum hatten wir Sidi Ifni am naechsten Morgen verlassen, wurden wir mit einem schoenen Ausblick auf den Naechsten ueberrascht. Wir genossen die Sicht auf das Blaue Meer und die steilen Klippen, ueber die wir fuhren. Kurz darauf bogen wir ins Landesinnere ab und sogleich begann die Strasse sich in die Berge zu schlaengeln. Es ging mal durch gruene Berge, mal waren sie von goldgelbem Gras bewachsen. Nur Hirten waren hier mit ihren grossen Herden von Schafen und Ziegen anzutreffen. Immer wieder erkannten wir kleine Doerfer die wohl nur mit Eseln erreichbar sind. Wie an den Berg geklebt erschienen sie uns. Hier standen fast verfallene Haeuser neben neuen Terrakottafarbenen mit gruenglaenzenden Dachziegeln ueber den Fenstern eintraechtig beieinander. Vermutlich werden leerstehende Haeuser oder solche die langsam verfallen sich selbst ueberlassen und daneben einfach neu gebaut.


Schoen, finden wir.

In einem kleinen Ort hielten wir fuer einen Milchkaffe und genossen die Ruhe und entspannte Atmosphaere. Als ganz normale Menschen werden wir hier betrachtet, nicht als Geldmaschine Tourist wie schon sooft in anderen Teilen Afrikas. Der Wirt freute sich ueber unseren Besuch und seine beiden kleinen Toechter waren ganz aufgeregt, als sie mir die 60 Cent je Kaffe abnehmen durften.
Durch wunderschoene Bergwelt ging es fuer uns Kurve um Kurve bergauf und bergab. Ich glaube von Tom kleine Jauchzer vernommen zu haben, immer wenn wir uns besonders scharf in die Kurve legen konnten. "Endlich sind die Nippel ab." sagte er spaeter. "Die Nippel?" Ja klar, die kleinen duennen Gummihaerchen, die man auf neuen Reifen vorfindet. Bei den graden Strecken der letzen Wochen sind die Reifen in der Mitte inzwischen zwar schon wieder ziemlich runter, doch die seitlichen Stollen hatten bisher noch keinen wirklichen Strassenkontakt.
Hinter jeder Kurve eroeffnete sich fuer uns ein neuer atemberaubender Blick auf wieder neue, schoene Landschaft und Bergformationen - und Kurven gab es viele an diesem Tag. Bis spaet in den Abend genossen wir die Fahrt. Wo kann man schon einen ganzen Tag nur Paesse fahren? Marokkos Anti Atlas ist ein Motorradfahrerparadies.

In einer kleinen Stadt namens Tafraoute, umschlossen von Felsformationen, die aussahen, als haette man grosse runde Steine lose aufeinander gestapelt, fanden wir ganz unerwartet einen kleinen Campingplatz und blieben fuer die Nacht. Wie schon so auf auf Marokkos Campingplaetzen hatten wir Muehe die Herringe des Zeltes in den Boden zu bekommen, denn dieser ist so hart wie Beton und wohl eher fuer Wohnmobile ausgelegt. - Zwei Zeltnaegel haben wir bis jetzt schon abgebrochen.
Immer haeufiger sind wir nun auch nicht mehr die einzigen Gaeste, sonder treffen auf normale Urlauber - meistens Franzosen. So langsam naehern wir uns den Urlaubsregionen, die von den Sonnenhungrigen aus Europa schnell zu erreichen sind. Die Campingurlauber in den abgelegeneren Regionen reichen uns schon aus und schon hier ist zu spueren, dass der Tourismus bei dem ein oder anderen Landenbesitzer seine Spuren in Sachen Preistreue hinterlassen hat. Wir wollen jedenfalls unser positives Bild, was wir bisher von Marokko haben nicht trueben und werden die Touristenhochburgen (Marakesch, Agadir oder Fes) weitestmoeglich umfahren.


Malboro-Romantik...

Zum Fruehstueck ging es in den touristischeren Teil des Ortes, wie wir schnell merkten. Einige Restaurant- oder Cafe-Besitzer winkten schon von weitem, wir moegen doch bei ihnen Platz nehmen. Als wir einmal auf und abgefahren waren, folgte uns ein lockiger Herr auf seinem Mofa, scheinbar steuerten wir gerade in Richtung seiner Restauration. Er sprach uns auf Deutsch, Englisch und Franzoesisch an und ob wir irgendeinen Reisefuehrer haetten. - Vermutlich ist er dort erwaehnt, was wohl auch einige Touristen anzieht. Wir hatten uns kaum gesetzt, da legte man auf den weissen Plastiktisch eine rote Tischdecke. Waere ja nicht weiter schlimm, doch auf den anderen Tischen an denen Ortsansaessige sassen waren keine. Gleich nebenan wurde gebratener Fisch verkauft und wir fragten, ob wir hier eine Gemuesetangine bestellen koennen und einen Fisch von nebenan dazukaufen. Das wuerde nicht gehen sagte der Kellner. Da es sich nebenan auch um ein Restaurant zu handeln schien, entschieden wir einfach dorthin umzuziehen. Unter lautem Protest des Lockigen... natuerlich koennten wir Fisch von hier auch bei ihm essen... usw. doch zu spaet, wir hatten uns entschieden. Gleich erschien es uns auch viel gemuetlicher, umgeben von nur Einheimischen. Die Verantwortlichen hier erschienen viel herzlicher und natuerlicher.

Was will man mehr?

Der Fisch (ca. 500g fuer 1.40 Euro) war sehr lecker und den bestellten Couscous (eine Schale fuer 0.70 Euro) isst man hier mit Joghurt, wie wir durch Abgucken am Nachbartisch lernten :). Als wir zum Abschluss einen Minztee bestellen, bekommen wir zwei Glaeser, frische Minzblaetter, 3 riesige Stuecke Zucker und Tee in einer Kanne serviert. Unbeholfen wie wir wohl erscheinen fuers Umfeld, beginnen wir alles zu mischen, da greift ein Herr vom Nebentisch ein und erklaert uns erstmal wie man Tee marokkanisch zubereitet. "Whisky Maroccaine" sagt er und laechelt uns zu waerend er geschickt alles miteinander vermischt. Was auch immer er mit dem Tee gemacht hat, er schmeckte koestlich.

Wenig spaeter verlassen wir Tafraoute und es folgt ein weiterer kurviger Tag durch die Berge. Die Temperaturen steigen wieder an und sogar auf 1300 Metern sind es noch 35 Grad. Eigentlich haetten wir hier einfach unser Zelt hinter dem naechsten Berg aufstellen koennen, sicher fuehlten wir uns jedenfalls. Doch Erstens war es uns zu warm und Zweitens sahen wir zwar von weitem moegliche Plaetze doch gab es keine Moeglichkeit die Strasse zu verlassen um dort hin zukommen. Die Stufen waren einfach zu gross. Kurz nach einer Ortsdurchfahrt staunten wir ueber die neue Form der felsigen Berge. Sie waren hier nicht mehr rund, sondern dreieckig geformt. Wie Seiten eines aufgefaecherten Buches ragten die Spitzen empor. Mal wurde die Form runder, dann wieder eckig doch immer sahen die Berge aus als seien sie irgendwann einmal umgekippt und faecherfoermig aufgeklappt. Den ganzen Weg bis nach Tata begleitete uns dieser Anblick. In Tata selbst fanden wir die groesste zeltbauerische Herausforderung bisher - richtiger Betonboden... Mit vielen grossen, schweren Steinen und am Motorrad befestigt konnten wir das Zelt aber am davonfliegen hindern - perfekt abgespannt sieht wohl anders aus, aber es hielt. Etwas ausserhalb der Stadt gab es noch ein Tata Titi Camp was wir uns schon allein des Namens wegen angesehen haben . Normalerweise haetten wir dies aufgrund der schoenen Lage auch vorgezogen, doch das Wasser war grad ausgegangen und wir hatten uns nach 2 Tagen Hitze schon sehr auf eine Dusche gefreut.
Schon am Abend hatte der Wind ziemlich aufgefrischt und legte in der Nacht noch zu. Vielleicht erschien es uns auch nur so, weil die Zeltwaende die ganze Nacht im Wind laut flatterten. Besonders gut schlafen liess es sich bei der Geraeuschkulisse jedenfalls nicht.

Am naechsten Tag folgen wir einer weiteren gruen markierten Strasse (laut Michelin eine landschaftlich schoene Strecke). Anfaenglich entdecken wir wirklich einige kleine Highlights entlang der Route. Auf unsere Linken tut sich eine Schlucht auf, in dessen Tiefen ein kleiner Fluss gesaeumt von Palmen hindurchfliest. Zu unserer Rechten begleitet uns das "Hasi Gebirge" ueber lange Strecken. Als ein winziges Schild am Strassenrand mitten in der Einoede auftaucht mit der Aufschrift "Bani Wasserfaelle" biegen wir kurzentschlossen hier hin ab. Kein Wasser, denken wir im ersten Moment doch dann sehen wir wie sich die Salzwasserquelle ihren Weg sucht. Sogar winzige Kaulquappen finden wir in den kleinen salzigen Pfuetzen.


Hier moecht man fast hineinhuepfen - klares Wasser, die paar Algen stoeren nicht.

Im nachhinein gesehen haetten wir vielleicht hier noch ein erfrischendes Bad nehmen sollen, denn von nun an wurde es eigentlich nur noch heisser, staubiger und trockener. Wir hielten in einem Ort fuer kuehle Getraenke. Vor unserer Abfahrt heute morgen war noch nicht klar, wie weit wir fahren wollten, doch hier war es uns eindeutig zu warm und zu staedtisch. Bis nach Agdz fuhren wir weiter - der Ort heisst wirklich so.

Viel kuehler ist es auch hier nicht, aber wir finden einen wirklich schoenen Zeltplatz mit viel Schatten, hohen Palmen und sogar einem gruenen Pool. Nicht weil letzerer so gestrichen ist sondern weil er natuerlich belassen wird und sich so Algen bilden, wird uns zur Beruigung erklaert.
Den ganzen Tag hoert man hin und wieder Esel, wie sie sich lautstark bemerkbar machen. Sie gehoeren wohl den Dorfbewohnern hier in der Nachbarschaft. Fuer uns klingen diese Laute ungewohnt und unglaublich laut.

Einen Tag Pause wollen wir uns goennen und dann soll es weiter gehen. Doch... auch die naechten 3 Tage bleiben wir, denn erst fange ich mir ne dicke Erkaeltung mit Fieber ein und dann schiebe ich wie ueblich die fiesen Bazillen zu Tom. Der sich am naechsten Tag mit ner Mandelentzuendung gleich daneben legt. Ich nehme vorsorglich nochmal ne Malariabehandlung und fuer Tom finden wir im Ort eine Apotheke die ihn mit Antibiotika versorgt. Leider haben wir unseren Zeltplatz so ausgewaehlt, dass wir am Morgen um 7 aufstehen muessen, weil die Sonne zuverlaessig daraufscheint und es erst gegen 16 Uhr wieder im Schatten ist. Nach 3 Tagen des Leidens haben wir uns aber bis auf eine Schnupfnase wieder berappelt und planen langsam unsere Weiterfahrt. Wie wir uns bei diesen Temperatuern "verkuehlen" konnten, bleibt uns allerdings ein Raetsel.

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Gast Mittwoch, 19 Dezember 2018
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