Three Pairs Of Underwear

Minen in Mauretanien

Veröffentlicht von am in Blog_TPOU-Africa
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Als wir aus der Hauptstadt Mauretaniens herausfahren, zwingt uns eine Herde Kamele kurz zum Halten, als sie geballt die Strasse ueberqueren. Danach koennen wir uns fuer lange Zeit nicht ueber zu viel Abwechslung beklagen. Wir sind umringt von sandigen Ebenen auf denen gruene Bueschel wachsen. Hin und wieder verirrt sich eine einzelnte Sandduene mitten hinein.
Etwa hundert Kilometer ausserhalb der Stadt sehen wir von weitem die Siluette zweier Radfahrer, die uns entgegen kommen. Sie sehen seltsam vertraut nach Reisenden aus. Als wir naeher kommen, bestaetigt sich die Vermutung. Wir treffen auf einen Deutschen und eine Amerikanerin, die gerade im Begriff sind 3 Wochen Wueste hinter sich zu lassen. Einmal mehr sind wir froh, einen motorisierten Untersatz zu haben, denn fuer uns bedeutet dies nur ca. 5 Tage Wueste . Nach einem kurzen Plausch gehts fuer uns in entgegengesetzte Richtungen weiter.

Die Strasse fuehrt gerade weiter durch die oede Landschaft, jede Kurve schafft fuer ein paar Sekunden Abwechslung und bei jeder Sandduene atmen wir kurz dankbar fuer diesen neuen Anblick auf.



Bei 22 Grad Aussentemperatur froesteln wir zwar ein wenig, dennoch laesst es sich besser ertragen als bei 46 Grad Hitze. Gerade als die Landschaft wieder sandiger und weniger gruenbueschelig wird, taucht eine Tankstelle auf. Wir sind erstaunt ueber das Erscheinungsbild des Komplexes der kurz darauf sichtbar wird. Ein modernes Restaurant mit huebschen Stuehlen und Tischen davor koennen wir entdecken, es riecht lecker nach gebratenem Fisch und uns laeuft schon das Wasser im Mund zusammen. Doch die Ernuechterung folgt auf dem Fusse – das Essen ist noch nicht fertig, es gibt nichts.
Ein kleiner Laden, unscheinbar in den grossen Komplex integriert, verkauft uns kuehle Getraenke, Baguette und Gemuese in der Dose. Mit ein paar Gewuerzen aus unserer Kueche und den gemeutlichen Stuehlen vom Restaurant koennte es noch eine leckere Mittagspause werden. Grade haben wir diesen Gedanken zuende gedacht, hoeren wir ein vertrautes Geraeusch naeher kommen. Tatsaechlich, zwei BMW 1200 GS biegen um die Ecke. Es sind zwei Portuguisen, die vor 6 Tagen ihre Heimat verlassen haben. – Wow, was fuer ein Tempo! Kaum zu Glauben, die ersten 1200 BMW’s auf Reisen treffen wir mitten in der Wueste von Mauretanien.


Sind sie nicht noch sauber?

Sie geben uns noch ein paar gute Tipps fuer Unterkuenfte und die Grenzueberquerung nach WestSahara/Marokko. Der 2 bis 7 Kilometer lange Streifen Niemansland dazwischen ist nicht ganz ohne. Eine Strasse gibt es auf dem Stueck nicht und so muss man sich selbst seinen Weg durch die steinige Passage mit Weichsandetappen bahnen. Wir sollten aber den Autospuren folgen, denn noch immer liegen in diesem Gebiet einige Landminen versteckt. – Was wohl auch erklaert, warum es noch nicht zum Strassenbau gekommen ist.

Nach unserer ausgedehnten Pause wuenschen uns gegenseitig weiterhin viel Glueck und Spass und verabschieden uns in entgegengesetzte Richtungen. Fuer die Beiden hat das Abenteuer gerade erst begonnen, fuer uns geht es langsam zu Ende.
Ich weiss nicht mehr, wie lange sich Sand, Pflanzenbueschel und gober Schotter abwechselnd dahinzogen, irgendwann treffen wir auf ganz beruehmte Eisenbahnschienen (hier faehrt taeglich ein bis zu 2 Kilometer langer Zug), die uns bis nach Nouaidhibou begleiten. Dieser Ort ist nicht weit vom Abzweig zur Grenze entfernt und wir finden einen Platz zum Schlafen bei Ali. In dem Zimmer was wir nehmen, liegen zwei Matratzen an den jeweils gegenueberliegenden Waenden auf dem Boden. „Nein, eine Doppelmatratze gaebe es nicht, wir sind ja schliesslich in einem streng glaeubigen Land.“ erklaert er uns. Wir sind uns nicht ganz einig, ob das Bild mit der Barbusigen Frau dann die richtige Dekoration fuer diesen Raum darstellt. Gefragt haben wir ihn aber nicht. ;-)



Als wir uns am naechsten Tag auf den Weg zur Grenze machen, sind wir bald von Sandduehnen umgeben. Manchmal muessen wir auf Schritttempo herunterbremsen, weil Sandverwehungen durchfahren werden muessen. Ist ja auch klar, denken wir uns. Schliesslich erreichen wir gleich die West Sahara – einen Teil der grossen Wueste.
Ganz unverhofft erreichen wir den Grenzposten, ein paar Huetten, eine Wechselstube, Menschen die Zigaretten verkaufen oder Geld wechseln wollen und uniformierte Herren, die uns zeigen wo wir parken sollen, sagen uns dass wir richtig sind. Und obwohl Tom nicht entgeht, dass einige andere Grenzueberquerer Geldscheine in ihre Paesse gelegt haben, geht es bei uns auch recht schnell und problemlos ohne diese „Gebuehr“. Ein Fahrzeug mit einem franzoesischen Paar parkt neben uns. Sie sind schon haeufig hier ein und ausgereist erzaehlen sie uns und wir duerfen ihnen durch den Steifen Niemandsland folgen. So ist es fuer uns einfacher zu sehen, wo der Sand tief ist – und wenn es knallt, dann nicht direkt unter uns ;-).


Der hat wohl nen neuen Weg ausprobiert...

Das Stueck ist weniger schlimm als erwartet. Ein paar Steinbrocken oder Platten bilden kleine Stufen, die leicht zu ueberwinden sind (Zumindest wenn Tom faehrt, ich wuerde wohl nen ganz andere Figur abgeben). Die Sandstuecke erkennen wir dank Supportvehicle ziemlich gut und so sind die gefuehlten 2 Kilometer schnell und problemlos ueberwunden – Hurra wir leben noch
Der Grenzposten zu Marokko ragt gross und modern vor uns empor. Die Gebaeude sind in in Terracottatoenen gehalten und der Untergrund geteert. Die Leute sind strickt aber sehr nett und nach ca. 20 Minuten sind wir eingereist. Dies war nun also gerade die fast letze Grenze auf dem Weg nach Hause. Gemischte Gefuehle kommen in uns auf, langsam verlassen wir Afrika und die Reise neigt sich dem Ende aber wir freuen uns auch bekannte Gesichter und Umgebungen wiederzusehen.

Gleich nach der Grenze laed uns ein Restaurant ein. Fisch, extrem gute, runde Brotfladen, Salat und eine Schwepps Citron schmecken sehr gut und kosten fast nichts... Das ist uebrigens der Erste Fisch in Afrika, der eckig, paniert und ohne Schwanz, Kopf und Flossen auf dem Teller liegt.

Die restliche Etappe von heute, verbirgt weitere Sandduenen geschickt vor uns. Ich muss mich sehr zusammenreissen, nicht hin und wieder einzunicken, waerden Tom Tapfer den Gashebel dreht. Er grinst nur in den Spiegel, wenn mein Helm mal wieder an den seinen klopft. – Mist, konnte ich mich doch nicht ganz beherrschen ... schnarch.

Wir sind ueberrascht, welch Retortenhaft wirkende, moderne Doerfer manchmal aus den Nichts auftauchen. Alle Haeuser sehen gleich (arabisch) aus und ploetzlich sind Stromleitungen zu sehen. Kaum sind wir an dem Ort vorbei, bleibt nichts als Sand, Steine, Schotter und ein paar zaehe Pflanzen – auch die Stomleitungen sind wieder verschwunden.

Als wir irgendwann am spaeten Nachmittag vor einem Metzger halten, staunen wir schon wieder. Er hat das vor seinem Fenster haengende Fleisch saeuberlich in Tuecher gehuellt um es vor den laestigen Fliegen zu schuetzen. Wir koennen einfach nicht anders und lassen uns ein paar Lammkotteletts schmecken. Einfach lecker! Kann man bei uns eigentlich auch das Fleisch vom Stueck schneiden auf den Grill hauen, nur mit Salz wuerzen und es wir zart und unglaublich geschmackvoll?

Viel Sand und ein wenig Meerblick spaeter erreichen wir Dakhla, ein Kitsurferparadies. Leider weht wohl der Wind momentan aus der falschen Richtung, so dass wir keinen Drachen am Himmel sehen. Doch unser Campingplatz ist sauber und hat sogar eine heisse Dusche fuer uns, auch wenn die 1,20 Euro extra kostet.
Der Strom wird in der Nacht ausgeschaltet und es ist stockfinster, ich glaube wir werden richtig gut schlafen.

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Gast Mittwoch, 26 September 2018
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