Three Pairs Of Underwear

Frieren in Mali

Veröffentlicht von am in Blog_TPOU-Africa
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Die Socken sind ausgewrungen und die Schuhe stehen im 30 Grad warmen Raum zum trocknen. „In Mali nehmen wir wieder 2 Liter Wasser extra mit“ hatten wir gesagt. „Da wird es wieder heiss“, dachten wir.
Als wir heute morgen im Internetcafe sitzen, geht zwar ein kraeftiger Regenschauer nieder, doch abgekuehlt hatt es sich nicht. Und die Stasse ist schnell wieder getrocknet. Fuer uns hat es nur den Nebeneffekt, dass uns die langsame Internetverbindung nicht sonderlich viel ausmacht, denn schliesslich sitzen wir so im Trockenen.

Kaum sind wir einige Minuten unterwegs, faerbte sich der Himmel neben uns bedrohlich dunkel. Eigentlich ein bizarrschoener Anblick, die tiefrote Erde, darauf braune Lehmhuetten umringt von gruenen Baeumen mit schwarzen Staemmen und im Hintergrund der tiefgraue, fast schwarze Himmel.

Kann man schon Angst bekommen, oder?

Rotgrau in einer Mischung aus aufgewirbeltem Sand und dunstigen Wolken ziehen sich die Wolken hinter uns ueber der Strasse zusammen und scheinen sich wie eine Schlinge zusammenzuziehen. Wenig spaeter sind wir mittendrin, die Temperaturen fallen von 30 Grad auf kuehle 21 und der Wind versucht uns in starken Seitenboeen vom Toeff zu schubsen. Angenehm zu fahren ist es so nicht und wir entscheiden uns nach einem Unterschlupf ausschau zu halten. Wenig spaeter entdecken wir die Huette eines Schreiners und steuern das blech-und strohbedeckte Vordach an.
Als der Mann uns entdeckt, kommt er sofort aus seiner Huette weist uns einen Parkplatz zu und holt uns eine hoelzerne Bank aus dem Regen. Sorgsam platziert er sie so, dass wir nicht unten den tropfenden Loechern im Blechdach sitzen. Das merken wir aber erst nachdem wir die Bank nochmal umplatziert hatten und ich schon patschnass bin. „Kommt doch rein und esst mit uns“ laed er uns in seine Huette ein. Tom sieht aus den Augenwinkeln einen undefinierbaren grauen Brei, wir bedanken uns hoeflich und erklaeren, dass wir satt sind und uns hier draussen ganz wohl fuehlen. – Die Bank haben wir wieder umplatziert

Trotz Dach - alles nass...

Wenige Minuten Spaeter regnet es nur noch ganz schwach und wir setzen unseren Weg fort. Die Temperaturen kreisen weiter um 21 Grad und wir weichen langsam aber stetig ein. Erst schliesse ich die Luftoeffnungen meiner Jacke dann das erste Mal in Westafrika den Frontreissverschuss (sonst sind immer nur die Knoepfe zu) wenig spaeter schlinge ich mir die Arme um den Koerper und ruecke naeher an Tom, der die Griffheizung schon im Einsatz hat, um mich warm zu halten. Doch so richtig helfen tut es alles nicht, wir schlottern wie die Schneider.

„Die beste Kueche“ steht auf einem Schild vor einer Huette am Strassenrand in einem der naechsten Orte. Wir halten, wollen was essen und und wenigstens ein bisschen aufwaermen. Im Innenraum stehen an den Waenden rechts und links je eine „Minibierbank“ und davor ein kniehoer Tisch. Wir fragen, was es ausser Fisch und Reis zu essen gaebe. Die Besitzerin sagt ausser Fisch haette sie noch Rind und Reis. Wenig spaeter serviert ein kleines Maedchen im rosa Kleid das Essen in bunten Plastiktellern und Schalen. Sie ist kaum 6 Jahre alt und zuckersuess – Desweg ist der Tisch so niedrig

Bevor wir weiterfahren, ziehe ich mir mein Buff ueber weit ueber die Nase und hoffe instaendig, dass die Temperaturen wieder ansteigen. Die Temperaturen steigen wieder auf 29 Grad, doch bis die Kleidung einigermassen getrocknet ist frieren wir noch immer. Es hat aufgehoert zu regnen, doch die Luft ist noch immer feucht. Uns faellt auf, dass sich die Umgebung veraendert hat, trotz der Naesse ist die Gegend sandiger und karger geworden. Auch der Baustil einiger Haeuser ist neu. Nun stehen vereinzelt schon einzelne eckige Lehmhaeuser umgeben von einer flachen Mauer, die ein ziemlich grosses Grundstueck einschliesst allein im gelbbraunen Land.
Als wir Segou erreichen sind wir bis auf Schuhe und Socken schon fast wieder trocken. Die kleine Stadt ist am Ufer des Niger gelegen und scheinbar ein Touristenmagnet, wie wir schnell an den Hotelpreisen merken. In einer Unterkunft moechte man uns sogar ein Zimmer zum selber bauen fuer knapp 9 Euro pro Person andrehen. Halbzusammengebaute Betten stehen in einem muffigen, heissen Raum, dazwischen liegt Kleidung herum. Wir erklaeren den Mann fuer verrueckt und lehnen dankend ab.

Wir sind schon fast so weit, weiterzuziehen, doch auf der Strecke nach Bamako gibt es nicht viel Zivilisation vermuten wir laut Karte und es ist schon 17 Uhr. Schlussendlich haben wir doch noch ein bezahlbares Zimmer gefunden und sauber ist es auch. Die 30 Grad hier drinnen werden wir mit dem Deckenventilator auch noch nach draussen vertreiben. – Wenn wir die vorhandene Klimaanlag benutzen kostet es das Doppelte ...

Auch und unser Toeff kam heute auch nicht zu kurz, der Luftfilter wurde einer Waesche unterzogen und die oekonomisch genutzten Bremsbelaege hinten haben wir auch gleich erneuert. – War mal wieder an der Zeit...

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Gast Freitag, 22 Februar 2019
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