Three Pairs Of Underwear

Wer braucht schon Badehosen?

Veröffentlicht von am in Blog_TPOU-Africa
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Von Bobo Dioulasso nach Banfora ist es ein Katzensprung und so erreichen wir den Ort schon gegen Mittag. Banfora ist eine typische afrikanische Kleinestadt mit vielen kleinen Marktstaenden, einer geteerten Strasse und vielen kleinen staubigen Pisten, sogar einer Ampel und einer richtigen Tankstelle. Schoene Wasserfaelle soll es hier geben und die wollen wir uns ansehen. Also laden wir das Gepaeck in der Unterkunft ab und machen uns auf die Suche, denn unsere tolle, neue Karte ist fuer so kurze Entfernungen leider immer noch ein wenig grob.

Mit ein bisschen ausprobieren und Herumfragen erreichen wir ueber eine gute rote Piste aber schliesslich den Eingang zu den Wasserfaellen. Eine Schranke und ein paar nette Herren hindern uns am Weiterfahren, bis das Eintrittsgeld bezahlt ist. Auf einer grossen Tafel sind sogar Preise angebracht und so zahlen wir unsere 2000 Franc wie verlangt und duerfen bis zum Parkplatz weiterfahren.
Am Ende der von Schlammloechern uebersaehten Piste finden wir auf dem besagten Parkplatz noch ein Preisschild fuers Fahrzeug abstellen vor. 150 Franc fuers Motorrad 300 fuers Auto steht da (fuer 150 extra wirds sogar gewaschen). Wir finden es fuer einen sicheren Parkplatz keines falls zu viel denn wir ahnen, dass wir wohl noch ein paar Meter laufen muessen. Der Parkplatzmann steht auch sofort mit seinem Quittunsblock bereit und reicht uns ein Ticket – 300 Franc steht da. Als wir fragen wieso es so teuer ist entgegnet er grinsend „Das Motorrad ist so gross wie ein Auto“. Etwas boese weisen wir ihn zurecht und ziemlich schnell gibt er nach. Geht doch, ein Motorrad ist schliesslich ein Motorrad und kein Auto und wenn da schon Preise stehen, soll er sich auch dran halten.


Ein bisschen zu gruen fuer diese Jahreszeit – aber schoen!

Eine Bruecke fuehrt ueber einen kleinen Fluss in Richtung Wald. Vielleicht sollte man sagen ein Gelaender mit schiefen, teilweise vorhandenen Metallstreben. (Wozu war nochmal der Eintritt?) Eine Allee aus wunderschoenen alten Baeumen fuehrt uns zu einer felsigen Wand, schon von weitem erkennen wir die steilen Stufen. Doch wir haben Glueck, nach nur wenigen Minuten Aufstieg erreichen wir eine Stelle am Wasser, von wo man einen schoenen weiten Blick ueber die Waldreiche Landschaft hat.
Erstaunlich gruen ist die Landschaft hier im Gegensatz zum Norden und Osten des Landes. Auch ist es hier etwas kuehler – obwohl es immer noch gut 30 Grad sind. Eine Wohltat fuer die Augen, bevor wir in Mali oder spaetestens Mauretanien warscheinlich wieder oede Wuestengegenden erreichen.

Leider wussten wir nicht, dass man hier auch baden kann, doch kurzerhand springen wir beide mit samt den Motorradhosen ins kuehle Nass. Warm genug ist es allemal und ne Waesche konnte unsere „Arbeitskleidung“ sowieso schon lange mal wieder vertragen.


Da kennen wir ja nix...

Ein wirklich schoener Platz ist das hier oben und wir bleiben eine ganze Weile, bis ein Blick auf die Uhr uns sagt, wir sollten langsam wieder den Rueckweg antreten, sonst muessen wir im Dunkeln zurueck. Aber wir sind uns einig, das Zahlen des Eintrittsgeldes hat sich gelohnt. Zurueck auf dem Parkplatz werden wir zwar leider nun auch noch vom Suvenierverkaeufer enttaeuscht, als er wie hypnotisiert auf die Kugelschreiber in meiner Jackentasche starrt und darum bittet, dass ich ihm doch einen schenken soll. Warum glauben die bloss, dass wir ueberall wo wir auftauchen Dinge die wir nicht brauchen kaufen sollen oder Sachen die wir brauchen verschenken muessen.
Einen leicht bitteren Nachgeschmack hinterlaesst diese Begegnung noch, als wir den Rueckweg zum Hotel antreten.

Da uns das Essen im Hotelrestaurant zu teuer ist, machen wir einen Streifzug durch Banfora um fuer unser Abendessen zu sorgen. An einem Stand sitzen 2 Frauen und verkaufen Yam Chips (aehnlich im Geschmack wie Pommes, nur frischer). Hier kauft man uebrigens nicht in Portionen, sondern Stueck so bestellen wir also 40 Stueck, die sie sogleich frisch fuer uns in de wokartige Pfanne wirft. Inzwischen haben sich auch wieder einige Leute um uns versammelt, die sich nicht ganz schluessig sind, ob sie uns oder den Toeff bestaunen sollen.


Toeff, Tom, Toeff, Tom... wer denn nun

Wir nutzen die Wartezeit um am Nachbarstand noch ein paar frisch gegrillte Maiskolben zu erstehen. Tom ist etwas irritiert von der Mangoverkaeuferin neben den Maiskolben, die gerade ihre linke Brust ausgepackt hat und ihr Kind stillt waerend sie uns allemoeglichen Fragen zum Motorrad und unserer Reise stellt. Als sie uns fragt ob wir nicht auch noch Mangos kaufen moechten willigt er sofort ein. Sie hat aber nicht zu viel versprochen, denn unser fruchtiger Nachtisch war seit langem mal wieder richtig lecker. Ausgegben haben wir insgesammt 500 Franc – zum Vergleich, das Eis, was wir uns im Hotel nicht verkneifen konnten hat fuer 3 Kugeln 2900 Franc gekostet. – Dafuer war das Internet gratis...-

Am darauffolgenden Tag machen wir uns auf den Weg zur Grenze nach Mali. Gestern Abend haben wir spasseshalber mal wieder auf den Seiten der Auswertigen Aemter CH und D gestoebert. Natuerlich gibt es fuer Mali und Mauretanien wieder Reisewarnungen, doch irgendwie macht uns das nicht im geringsten Sorgen. Im Gegenteil, wir freuen uns schon.
Ueber eine gute, rote Schotterpiste verlassen wir Banfora und gut 130 Kilometer bringt sie uns durch wunderschoene Gegend. Es geht durch gruene Alleen, belebte Doerfer und vorbei an bizarren Steinformationen. Wir geniessen die Fahrt durch echtes Afrikafeeling.


Wie gemalt, oder?

Kurz vor der Grenze Malis erreichen wir wieder geteerte Strasse. Einen Kilometer vor dem Grenzposten versperrt eine Polizeikontrolle die Strasse uns wir muessen zum Polizeihaeuschen einige Meter daneben abbiegen. Der Polizist moechte nur unsere Paesse kontrollieren und schickt uns dann weiter. Das diese Kontrolle wenig Sinn macht, sagen wir ihm – macht aber nix, er laechelt nur.

Kurz darauf erreichen wir ein aus Lehm gefertigtes Haus und daneben sitzen im Schatten eines Bastdaches einige uniformierte Herren. Ein aelterer, sympatisch wirkender Herr kommt auf uns zu und begruesst uns freundlich. Seine Erscheinung schuetzt ihn vor boesen Worten, als er ruppig am Bike wackelt und gegen den Tank klopft. Charmant, fast ein wenig schmierig stellt er fest, dass ich weiblich bin und moechte sofort sehen, wie ich ein paar Runden mit dem Toeff mache. Doch das koennen wir ihm ausreden. Tom folgt mit den Paessen in das Lehmhaus und ploetzlich moechte der nette Mann in Uniform doch tatsaechlich Geld sehen fuer einen Exit-Stempel. Tom erklaert ihm, dass wir sowas nicht zahlen. Dann fragt der Mann ob wir Tee oder Kopfschmerztabletten dabei haben. Wir geben ihm zwei Paracetamol und er ist zufrieden.

Die Einreise nach Mali ist locker und unkompliziert, aber unser Visum haben wir ja auch schon in Burkina Faso organisiert.
Kaum im Land sind wir ueberrascht von den freundlichen Menschen hier. Nahzu jeder winkt uns zu und laechelt uns froehlich entgegen.
Als wir Sikasso erreichen, beschliessen wir bei einem kuehlen Getraenk an der Tankstelle, dass wir die Nacht hier verbringen werden, um am naechsten Tag nach Segou weiter zufahren. Das Hotel, welches uns der Tankwart empfielt ist leider ein ganzes Stueck ueber unserer Preisvorstellung, doch vom Hotelmenschen bekommen wir einen guten Tip fuer eine guenstigere Unterkunft. Das hat man ja auch nicht allzu oft.
Die Getraenke sind hier fast die Haelfte billiger als in Burkina, doch die Hotelpreise scheinen etwas hoeher zu sein. Hoffentlich steigen sie nicht ab jetzt stetig bis Europa an.
Doch der erste Eindruck von Mali stimmt uns positiv, wir sind gespannt auf das neue Land.

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Gast Freitag, 22 Februar 2019
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