Three Pairs Of Underwear

Mit grossen Spruengen nach Burkina Faso

Veröffentlicht von am in Blog_TPOU-Africa
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Fuer den grossen Sprung, den wir nun mit diesem Blog machen, wollen wir uns entschuldigen. Doch krankheitsbedingte Ausfaelle haben uns ein wenig in der Aktualitaet zurueckgeworfen.
Wir sind inzwischen in Ouagadougou der Hauptstadt Burkina Fasos angekommen und haben uns in einem Hotel mit Klimaanlage einquartiert. Denn Tom ging es bei unserer Ankunft hier garnicht gut und er brauchte einfach Schlaf, Ruhe und ertraegliche Temperaturen. Um gleich die aengstlichen Gesichter zu vertreiben – es hat geholfen und er fuehlt sich wieder ganz ok.

Wie es dazu kam?
Fuer Toms Malaria scheint es typisch zu sein, dass es nach der Tablettenkur nochmal ein oder zwei Rueckfaelle gibt. Daher sind wir in den letzten Tagen entweder an irgendwelchen Orten haengen geblieben oder haben Kilometer gerissen ohne viel von der Landschaft um uns herum zu sehen.

Angefangen hat es schon in Natitingou. Eigentlich wollten wir schon am 13.05.2010 die Sombas besuchen, doch wir waren beide so muede, dass wir nur zum Getraenkeholen einmal das Zimmer verlassen haben. Am 14.05. hing Tom dann in den Seilen mit Durchfall, Uebelkeit und einfach nur Schlafen wollen.
Uebrigens hatte am gleichen Tag auch unser Notebook einen Schwaecheanfall, denn der Akku wird nicht mehr geladen. Von nun an koennen wir es nur noch mit Steckdosenzugang betreiben (gut, dass die Kabel von Natur aus immer lang genug sind...)
Fuer Tom haben wir beschlossen, dass wir ihn wieder auf Ciprofloxacin setzen, dass hat damals beim Rueckfall in Nairobi auch geholfen.

Schien auch diesmal zu wirken, denn am naechsten Tag fuehlte er sich wieder fahrfitt und wir beschlossen weiter zu ziehen. Das Gebiet der Sombahaeuser liegt ca. 40 Kilometer von hier, entgegengesetzt der eigentlichen, weiteren Reiserichtung. Da es sich lohnen soll, nehmen wir diesen Umweg aber gern in Kauf. Die geteerte Strasse fuehrt aus dem Ort heraus und wenig spaeter biegen wir auf eine rote Piste ab. Es dauert nicht lange, bis wir die ersten Sombahaeuser endecken. Die Bauweise ist wirklich beeindruckend und wir haben diesen Baustil so noch nicht gesehen. Mehrere strohbedeckte Rundhuetten aus Lehm werden durch Lehmmauern verbunden. So entsteht eine Art kleine Festung in dessen Innenhof sich das gesamte Familienleben abspielt.


Irgendwo haben wir den Vergleich mit Schlumpfhausen gelesen, das trifft es wirklich ziemlich gut.

Wir fahren durch das, natuerlich touristisch erschlossene, Gebiet haben aber nicht so richtig Lust uns einen Guide zu suchen und uns nach Touristenmanier die Haeuser von innen und die Menschen wie im Zoo anzusehen. So begnuegen wir uns mit der Aussenansicht. Als Tom jedoch von einem Haus ein Bild mit der Spiegelreflexkamera machen moechte, kommt von weitem ein Mann auf ihn zu. Wuetend und aufgebracht schimpft er ihn auf franzoesisch aus. Wir haben nicht viel verstanden, doch der dicke Holzknueppel den er dabei schwang sprach eine deutliche Sprache. Versuche ihn zu beschwichtigen brachten nicht viel, doch er verzog sich laut schimpfend in Richtung einiger Huetten. Da er jedoch immer wieder Anstalten machte zurueckzukommen, entschieden wir, dass ein Foto ausreichen muss und wir traten den Rueckzug an. Die Lust am Sightseein ist uns fuer diesen Tag jedenfalls erstmal vergangen.

Da wir noch kein Visum fuer Burkina Faso haben und nicht wissen wie problemlos wir es an der Grenze bekommen, wollten wir nicht am Nachmittag den Grenzuebertritt wagen. In einem kleinen Ort ca. 60 Kilometer vorher uebernachten wir zu einem leicht ueberteuerten Preis, dafuer aber ziemlich komfortabel.

Kurz bevor wir am naechsten Morgen das Imigrations und Customs Haeuschen erreichen, muss ein kurzer Fotostopp sein, denn einer der wartenden LKW-Anhaenger in der Schlange faehrt doch tatsaechlich mit einem Freiburger Nummernschild. Ob das wohl noch in der Schweiz offiziell versichert ist?


Nein, diese Aehnlichkeit... ;-)

Der Papierkram ist schnell erledigt und die Leute sehr freundlich. Der Streifen bis zur Grenze Burkina Fasos zieht sich unendlich in die Laenge. Wir haben jedenfalls das Gefuehl irgendwo im Niemansland zu sein, das Thermometer kletterte schon auf 38 Grad und die Lanschaft hatte sich auch schon veraendert, trockenes Gras, Sand und karge Baeume dominierten das Bild. Warscheinlich war es das Gefuehl der Einoede, das uns halten lies, als wir einen Motorradfahrer am Strassenrand stehen sahen, der offensichtlich aus Benzinmangel liegen geblieben ist. Er staunte nicht schlecht, als er uns neben sich halten sah, doch als wir ihm dann unseren halben Liter Benzin aus der MSR-Kocherflasche anboten nickte er erleichtert. Gluecklich brauste er davon. Als wir ihn wenig spaeter wieder einholten, hatte er gerade einen Radfahrer aufgesammelt. Ob er diesen vorher zum Benzin holen geschickt hatte, oder ob er sich durch diesen Taxi Service die naechste Tankfuellung verdient wissen wir nicht...


Wozu braucht man ne Fahrradhalterung?

Das Termometer kratzte bereits an der 40 Grad Marke, als wir den Burkina Faso Grenzposten erreichten. Auch hier wurden wir freundlich empfangen. Visum an der Grenze kein Problem, wir sollten ins Buero folgen und sogar der Visaantrag wurde fuer uns ausgefuellt. 7 Tage duerfen wir nun im Land bleiben oder koennen in der Hauptstadt auf 3 Monate verlaengern lassen. – Wir lieben es wenn ein Plan funktioniert.

An diesem Tag werden wir noch einmal von der Polizei gestoppt, die den Fuehrerschein sehen will und wir versuchen in einem kleinen Ort etwas zu trinken aufzutreiben. Kaum tauchen wir mit dem Motorrad dort auf, sind wir binnen Minuten vom halben Dorf umringt. Wir kaufen Mangos und finden selbstgemachten Eistee, duerfen die Flaschen aber nicht mitnehmen und muessen unter den grossen Augen der Dorfbewohner unseren Durst stillen. Nun hat es also endlich wieder ein Ende mit der sorglosen Toeffparkerei. Eigentlich sollte es uns aber auch nicht wundern, denn die Gegend durch die wir heute gefahren sind wirkt sehr aermlich auf uns und solch ein Motorrad haben sicher die wenigsten von den Menschen hier bisher gesehen und auch Touristen verirren sich wohl eher selten hier her.

Am Abend finden wir in Fada eine guenstige Unterkunft, leider nicht mit Klimaanlage sondern wieder nur mit Ventilator. In der Nacht faellt zweimal der Strom aus und wir sind sofort wach und hoffen instaendig der Ventilator moege sich bitte sofort wieder drehen. Morgens hat Tom dann wieder einen Rueckfall oder vermutlich war sein Gesundheitszustand noch garnicht wieder richtig gut. Jedenfalls pumpen wir ihn mit Paracetamol voll und ziehen 230 Kilometer bei 40 Grad und strahlendem Sonnenschein bis in die Hauptstadt Ouagadougou durch, wo wir bereits um 13 Uhr eintreffen. Wir erreichen eine klimatisierte Hotellobby und bestellen erstmal kuehle Getraenke. Tom ist total ueberhitzt und erst jetzt faellt uns auf, dass er garnicht schwitzt. Nach 2 Stunden herunterkuehlen suchen wir uns ein bezahlbares Hotel einige Kilometer weiter. Nach 2 Tagen ausruhen in gemaessigten Temperaturen fuehlt er sich wieder fit. Hoffentlich haben wir dieses nun endgueltig ueberstanden. Es reist sich viel schoener, wenn alle gesund sind.

Heute haben wir jedenfalls der Botschaft von Mali einen Besuch abgestattet und unser Visum prompt 3 Stunden spaeter erhalten. Die Zwischenzeit haben wir uns mit Sightseeing vertrieben und uns zum Ausgleich all der Moscheebesichtigungen, mal eine Kathedrale angesehen. Ein imposantes und schoenes Gebaeude. Gewoehnungsbeduerftig fuer uns waren nur die rosa Verziehrungen im Innenraum.


Huebsch oder?

Am Nachmittag konnten wir sogar die Passstelle von Ouagadougou nach viel Sucherei finden. Wir haetten nicht gedacht, dass man ein Pass Buero so versteckt und vermuellt in der hintersten Ecke der Stadt unterbringt. Kaum zu glauben, dass sich Touristen hierher verirren.
Normalerweise dauerte eine Visumsverlaengerung 24 Stunden, doch ausnahmsweise konnte es fuer uns sofort erledigt werden. Somit sind unsere Papiere alle auf dem gewuenschten Stand und es kann hoffentlich morgen weiter gehen.

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Gast Samstag, 21 September 2019
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