Three Pairs Of Underwear

Dusche immer, wenn es Wasser hat...

Veröffentlicht von am in Blog_TPOU-Africa
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Am Morgen bekommen wir die Ausmasse des naechtlichen Gewitters zu spueren. Der Blitz hatte naemlich irgendwo hier eingeschlagen und die Wasserzufuhr unterbrochen. Also keine erfrischende Dusche am Morgen.
Merke! Immer duschen, so lange Wasser da ist - man weiss nie wann der Luxus ein Ende haben koennte...

Die uns freundlicherweise angebotenen Wasserkuebel lehnten wir dankend ab, denn kaum in die Mopedklamotten geschluepft schwitzen wir ja so oder so wieder ununterbrochen.
Waehrend wir das Motorrad fertig beladen, staunen wir nicht schlecht ueber das Wissen unseres Herbergsvaters. Er steht mit ein paar Jungen im Alter von vielleicht 14 nahe des Toeffs und erklaert ihnen wissenswerte Dinge ueber die Schweiz. Kurz vor unserer Abfahrt bemerken wir dann, dass er sogar fliessend englisch spricht. Wenn wir das gewusst haetten, waere uns die Kommunikation doch einiges leichter gefallen... Nun, so geht uns der Abschied wenigstens leicht ueber die Lippen.

Auf der heutigen Etappe finden wir doch noch ungeteerte Strecken und sind uns sogar zeitweise nicht ganz sicher, ob wir noch in Benin oder schon wieder in Togo sind, so nah zeigt der GPS-Zeiger unsere Postion an der Grenze oder schon darueber an.Als wir einige Herren fragen, die im Schatten an ueber die Strasse gespannten Seilen sitzen, versichert man uns aber wir sind noch in Benin und weist uns auch hilfreich den Weg in die richtige Richtung. – Einen kleinen Trampelpfad zwischen zwei Lehmhuetten hindurch dann nach rechts halten und beim naechsten Seil auch einfach in diese Richtung weiter fahren. Spaeter stellen wir fest, dass es sich bei den blauen Linien auf dem GPS um Gebietsgrenzen nicht jedoch um Landesgrenzen handelt.

Doch als wir das bemerkten, befanden wir uns schon wieder auf der geteerten Strasse gen Norden.
Denn an einer spaeteren Abzweigung riet man uns, dass wir lieber den Abzweig zur Teerstrasse nehmen sollen da ab nun die Piste extrem schlecht werden soll. Wir haben ja ein wenig dazugelernt, und man muss sich das Leben ja auch nicht unnoetig schwer machen.

Kaum hatten wir einige Meter auf Asphalt zurueckgelegt, erweckte eine dichte Wasserfontaine am Strassenrand unsere Aufmerksamkeit. Ein mordernes Betonhaeuschen stand ordentlich in hohen Maschendraht eingezaeunt vor uns. Sicherlich sollte der Zaun vor Beschaedigung und aehnlichem schuetzen, doch auch das modernste Equipment sollte hin und wieder ueberprueft werden. Wir standen vor einem Pumpenhaeuschen fuer Grundwasser, doch leider verteilte die Pumpe das Wasser groesstenteils in alle Himmelsrichtungen anstatt in die dafuer vorgesehene Leitung. Es ist schade, wenn das kostbare Gut –Wasser- in einem trockenen Afrika einfach ohne Nutzen in die Welt hinausgepustet wird und niemand ist da um es zu stoppen.


Kann mal jemand den Haupthahn zudrehen? Huhu, ist jemand da?

In einem der naechsten Orte geonnten wir uns eine kuehle Getraenkepause in einem lokalen Restaurant und wurden dabei Zeuge, wie einige Frauen eine der Hauptspeisen der Region zubereiteten. In einem hoelzernen Stampfgefaess mischten bis zu 4 Frauen gleichmaessig Kochbananen, Yam und Wasser zum fertigen Fufu. Neben uns sassen zwei junge Maenner, die wohl sehnsuechtig auf diese Speise warteten. Aber 20 Minuten hat die, nach Schwerstarbeit aussehende Zubereitung schon gedauert. Um so gluecklicher waren ihre Gesichter, als sie endlich mit Essen starten konnten... Wer fast food will muss eben woanders hin gehen... – hier ist man dafuer aber auch laenger satt.


Fast food sieht anders aus...

Fuer uns geht es aber frisch gestaerkt nun weiter. Bis nach Natitingou soll es heute noch gehen, denn von hier aus ist es nur ein Katzensprung bis zu den Somba, die in dieser Gegend fuer ihren speziellen Baustil bekannt sind. Unterwegs faellt uns auf, dass wieder mehr Moscheen zu sehen sind. Fuer uns ist der Anblick einer Moschee mit einer an ihr vorbeispazierenden Frau ohne Oberbekleidung etwas gewoehnungsbeduerftig. Stehen doch Moscheen eher in Gegenden, wo die Frauen stark verhuellt sind. Doch auch die verschleierten Frauen sind hier schon hin und wieder zu sehen.

Wir erreichen Natitingou am frueheren Nachmittag und nisten uns in einem kleinen Hotel leicht oberhalb der Huegel ein. Das Zimmer hat Bad, Moskitonetz, Deckenventilator und grosse Spinne an der Wand – doch die bewegt sich nicht und so dulden wir sie...
Essen in unserer Unterkunft gibt es erst in einer Stunde und somit goennen wir uns in einem teuren Hotel im Sombabaustil gleich um die Ecke auf dessen Dachterasse ein Feierabend-Alster. Der Blick auf das vor uns liegende Tal mit seiner dahinter liegenden Huegelkette kann sich wirklich sehen lassen. Die Sonne, die langsam untergeht, tut ihr Uebriges. Fuehlt sich fast an wie Urlaub...

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Gast Sonntag, 20 Oktober 2019
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