Three Pairs Of Underwear

Reif fuer die Insel und zurueck

Veröffentlicht von am in Blog_TPOU-Africa
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Wir haben diese Nacht garnicht so schlecht geschlafen, die Temperatur pendelte sich um die 27 Grad ein und irgendwie hat man hier das Gefuehl, dass nicht viel passieren kann. Der erste Eindruck gestern von den Menschen war freundlich und interessiert aber zurueckhaltend.
Nach dem Aufstehen haben wir erstmal den kleinen Berggipfel neben unserem Zeltplatz erklommen. Die ganze Nacht konnte man das Meer hoeren, von dort oben sogar sehen, aber es schien noch km weit weg.
Masirah von oben

Nachdem wir unsere 7 Sachen wieder auf dem Moped verstaut hatten, waren wir gespannt den Rest der Insel zu entdecken. Nach kurzer Fahrt waren wir widererwartend schon am Strand. Allerdings war die Brandung doch enorm und lud nicht gerade zum Baden ein. Wir fuhren also die Kuestenstrasse entlang. Angekommen an am Strand liegenden Resten einer Dhow hielten wir zum Fotografieren und trafen 2 deutsche Surferjungs - eher Schlaftabletten als cool - sie hatten jedenfalls dasselbe vor... gibt wohl nicht viele Fotomotive hier.
Nach der Fotosession gings dann weiter der Strasse entlang in Richtung Sueden. Steinhuegel wechselten sich ab mit oeden, grau erscheinenden Praerielandschaften zu unserer Rechten und gar endlosen mal fast schwarzen bis pur weissen Sandstraenden zu unserer Linken. Bestimmt ein Badeparadies bei etwas gemaessigteren Windverhaeltnissen. Interessant sind auch die Temperaturschwankungen die wir erlebten; von 25 bis 35 Grad und das immer an der Kueste entlang.
Die Insel ist ca. 50 km lang und auf dem Weg einmal herum haben wir weniger Autos als Kamele gezaehlt...und auch das waren nicht allzuviele. Allerdings hat das "Shoppingcenter" in dem einzigen zivilisierten Ort Ras al Hillf erstaunlicherweise mehr zu bieten als Khasab.
Wie anstrengend so ein Tag im Kreis fahren doch ist. Nach einem deftigen indischen Mittagessen - wirklich leckerer Fisch!- und einem Bad im Meer auf der anderen Seite der Insel begaben wir uns wieder auf die Suche nach einem Zeltplatz. Am naechsten Tag sollte es mit der Faehre wieder zum Festland gehen.
Am Vormittag trafen wir am Hafen ein. Es waren einige Faehren dort aber alle in Reperatur. Einige Fahrzeuge trafen ein, die auch mit uebersetzen wollten. Als dann eine ankommende Faehre anlegte, sagte man uns, dass sie nicht fahren wuerden. Wir sollen zum anderen Anleger fahren. Alle Autos und auch wir fuhren dort hin. Wir sprachen mit der Besatzung, aber auch hier ist die Antwort: "Wir fahren nicht, vielleicht in 2 Stunden - en shallah!"
Wir fuhren also wieder zurueck zum ersten Anleger und legten erstmal ein Fruehstuck ein. Scheinbar hatten alle das Gefuehl, wo wir stehen sind auch sie richtig. Im Hafen war Hochbetrieb und alles schien ziemlich unorganisiert. "Was ist das fuer ein komisches Geraeusch?" habe ich Tom grade gefragt, da entdeckten wir des Raetsels Loesung. Ein Kamel, in der Groesse eines Ponnys, liegt in einem Tuch verknotet auf einer mit Schaumstoff ausgebetteten Ladeflaeche eines Pickups. Doch das sollte nicht alles sein. Eine Ziege mit einem um den Hals gebundenen Seil ist des Kamels Begleitung auf seiner Odysee zum Festland.
Bin ich nicht suess?

Als dann unerwartet das "no Problem Sir, maybe going" zum Entern der Faehre kam, gab es kein Halten mehr. Alle fuhren drauf los. Es grenzt an ein Wunder, dass ueberhaupt jemand auf dem Schiff angekommen ist und nicht alle ineinander verkeilt waren. Egal, auch wir haben uns durchgedraengelt und haben unseren Platz auf der Faehre gefunden. Die Abfahrt folgte bald darauf. Die hohen Wellen liessen uns schon eine schaukelde Faehre vermuten, so dass wir den Toeff etwas besser festgezurrt haben. Es scheint sich gelohnt zu haben, denn nach kurzer Fahrt hoerten wir einen Knall. Nein, unser Toeff stand noch - doch das Kamel ist umgefallen. Welch ein Glueck hatte die Ziege, sie stand auf der sicheren Seite. Wir fragen uns heute, wer wurde schon Zeuge eines kippenden Kamels? Nun gut, Toeff, Kamel und Faehre haben es nach knapp 2 stuendiger Fahrt wohlbehalten ans Festland geschafft.
Die naechste Etappe zeichnete sich schon als relativ oede ab - soviel versprach uns die Landkarte. Sie hatte recht. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit fanden wir auch heute wieder einen passenden Zeltplatz nicht weit entfernt von Madrakah.
Madrakah ist ein Ort, wie wir es in Oman bisher noch nie gesehen haben. Er sieht aus wie frisch vom Wirbelsturm geschreddert. Armsehlig anmutende Wellblech- und Holzgehuette machen die Mehrheit dieser Kleinstadt aus. Armut - es gibt sie doch in Oman, fernab von Muscat und Salalah.
Doch auch sie scheinen die Vorzuege unserer Welt zu schaetzen. Es gibt Autos - und somit auch Autowerkstaetten.
Auch Mercedes Bielefeld hat mal klein angefangen, oder?

Fuer uns scheint es so langsam die Vorbereitung auf Afrika zu sein. Gebiete bei denen Wohlstand eine andere Bedeutung haben. Wir hoffen unseren Weg auch in diesen Gegenden zu finden und uns ensprechend als Reisende anpassen zu koennen.
14.7.09: Jazirat Masairah und Umgebung
15.7.09: Jazirat Masairah - Madrakah
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Gast Mittwoch, 18 Juli 2018
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