Three Pairs Of Underwear

Cotonou - die Stadt der Mopeds

Veröffentlicht von am in Blog_TPOU-Africa
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Erst gegen 12 Uhr brachen wir von unserer Unterkunft auf. Die Sonne stand schon hoch am Himmel und die Angestellten unserer Herberge hatten sogar unseren Toeff mit einem Holzbrett abgedeckt, um es vor der Sonneneinstrahlung zu schuetzen. Wenn die wuessten, was dieses wundersame grosse Motorrad schon alles erlebt hat... wir fanden es aber eine sehr suesse Geste von ihnen.

 

Der Weg nach Cotonou fuehrte ueber eine gut ausgebaute Strasse, welche schon etliche Kilometer vor der Stadt von unzaehligen Verkaufstaenden gesaeumt ist. Ausserdem fielen uns die vielen Motorraeder auf, die immer mehr zu werden schienen, je naeher wir der Stadt kamen. Auf ein Auto konnten wir locker 5 dieser kleinen zweiraedrigen Fortbewegungsmittel zaehlen - und im Schnitt waren sie mit 3 Personen besetzt.
Auf manchen Mopeds konnten wir sogar 5 Personen erkennen - einen Fahrer und dann zum Beispiel zwei Kinder eine Frau und diese hatte dann ihr Baby auf den Ruecken gebunden. Oder drei ausgewachsene junge Maenner, wovon einer seine Stereoanlage dabei hatte.
Eine Helmpflicht scheint es hier nicht zu geben, denn nur die wenigsten tragen einen. Auch wenn es am Strassenrand sogar vereinzelt Staende gibt, wo diese schuetzende Kopfbedeckung verkauft wird – hier muessen wir wohl besonders gut auf unsere Arai Tour X 3 aufpassen, nicht dass wir einen davon dann an einem dieser Staende wieder finden...
Die Mopedtaxifahrer tragen hier als Erkennungsmerkmal gelbe Hemden mit einer aufgedruckten Nummer – es ist also eine gewisse Ordnung zu erkennen .


wir sind da nicht die Einzigen auf zwei Raedern

Wir haben unsere Muehe uns mit dem grossen, schwer beladenen Toeff unseren Weg durch den wilden Strassenverkehr zu bahnen. Diese kleinen wendigen Zweiraeder sind wie die Ameisen ueberall, schiessen aus den Nebenstrassen heraus oder ueberholen von allen Seiten und gebremst wird erst nachdem versucht wurde, ob es nicht moeglich ist mit viel Hupen und ohne Bremsen weiter zu fahren.

Da wir die genaue Adresse vom Gaestehaus des ded (Deutscher Entwicklungsdienst) auf ihrer Internetseite nicht finden konnten, hielten wir kurz vor einem Internetcafe (vor dessen Tuer ein Schild angebracht war, dass das Internetcafe nicht fuer Diebstaehle an hier abgestellen Motorraedern haftet – haben die das nun extra fuer uns aufgehaengt?)
Nach ein paar Recherchen und einem kurzen Telefonat, versuchten wir unser Glueck mit der nun vorhandenen Wegbeschreibung. Nachdem wir mindestens 3 mal an dem Haus vorbeigefahren sind und die Strassen auf der gegenueberliegenden Seite abgesucht hatten, sprang uns das Hinweisschild vom ded dann gluecklicherweise doch noch ins Auge (Das grosse Jonny Walker-Schild daneben draengte sich uns wohl vorher mehr auf).

Das Gaestehaus liegt in einer Strasse Cotonous, in der es ein paar Internetcafes gibt und das Essen in den Restaurants zwischen 8 und 15 Euro kostet. Dafuer gibt es aber auch Pizza und edle Spaghetti mit Meeresfruechten. Am Strassenrand stehen vereinzelte Haendler, die einem auch schon mal entgegenlaufen, um ihre massenproduzierte „Handarbeit“ anzubieten. Wir sind ja schliesslich weiss und somit Touristen, also wollen wir so was auch kaufen. Wollten wir natuerlich nicht - aber das merken sich die Leute dann auch und versuchen es am zweiten Tag erfreulicherweise nicht nochmals.
Fuer unseren Geschmack ist dieser Strassenzug schon wieder viel zu sehr an Touristen oder Mitarbeitern hier arbeitender Hilfsorganisationen ausgerichtet. Was man auch daran merken kann, dass die Gaeste in den Restaurants zu 90% Weisse sind. Doch wenn man von Europa direkt nach Cotonou fliegt und von dem kleinen Flughafen durch die quirlige Stadt faehrt, mag auch dieser Strassenabschnitt dann doch noch ein rechter Kulturschock sein. Ausserdem ist der Bedarf ja da, wie wir sehen koennen.

Schliesslich finden sich aber auch kleine Grillstaende am Rande der Strasse an denen man gut, guenstig und auch noch reichlich essen kann. Wenn man einen Blick in die kleinen Nebenstassen wagt, bekommt man dann sogar auch einen kleinen Einblick in das alltaegliche Leben der Einwohner. Einige verkaufen auch hier Lebensmittel oder Dinge des taeglichen Bedarfs, wie Waschmittel oder Haushaltswaren. Die es natuerlich auch an der groesseren Strasse in teuren Supermaerkten zu kaufen gibt – doch hier in der kleineren Gasse kann man seinen Bedarf guenstiger decken. Es finden sich unzaehlige kleine Schneidergeschaefte oder Frisiersalons und manchmal kann man einen kleinen Blick in den Innenhof eines Hauses erhaschen. Dort sitzen dann Frauen und waschen Waesche oder kochen in einem grossen silbernen Topf ueber Kohlen. Wenn wir hier so durchspazieren, werden wir kaum staerker wahrgenommen. Viele gruessen uns freundlich aber niemand ist ueber unser Auftauchen besonders ueberrascht. Wir sind halt da oder eben nicht. Ein schoenes Gefuehl einfach nur man selbst zu sein und nichts Besonderes.
Ein ganz kleines bisschen Luxus goennen wir uns hier aber doch, denn wir haben den Tipp bekommen, dass es auf der anderen Seite der grossen Hauptstrasse eine Eisdiele geben soll. Und was sollen wir sagen, die haben das beste Eis, was wir seit Nairobi gegessen haben. Und noch dazu haben die Kugeln genau die richtige Groesse.

Kurz nachdem wir im Gaestehaus eingecheckt haben, telefonierten wir mit Noel Dassou, dem Schulleiter des Schulprojekts Betlheem, welches auch von meiner Heimatgemeinde Steinhagen unsterstuetzt wird. Morgen ist Sonntag und keine Schule, so er hat den ganzen Tag Zeit um uns herumzufuehren - hat er uns gesagt am Telefon. Wir sind schon gespannt drauf Noel und seine Schule kennenzulernen.

Uebrigens das bange Warten um unser Kartenpaket hat ein Ende! Grade heute morgen ist unsere Post aus Steinhagen hier eingetroffen. Neben den Reise-Know-How-Karten (Westafrika) waren auch die gewuenschten Einwegbrillenputztuecher dabei und was lacht uns da noch aus der feinsaeuberlich zusammengeklebten Verpackung entgegen? Nimm2 Bonbons und Lachgummies – Mum du bist die Heldin des Tages - obwohl die Suessigkeiten um Monate abgelaufen sind (Nachtrag von Tom).


Zuerst Ninas Luftsprung, dann hat Tom alle Zeit zum Naschen

Leider habe ich vor Freude ueber das Paket einen Luftsprung gemacht und bin mit meiner Hand in den Deckenventilator gekommen. Ich sage euch, das sollte man nicht tun! Es wird nicht nur blau, sondern tut auch noch ganz gut weh... Hoffentlich muss ich morgen nicht zu vielen Leuten die Hand schuetteln...

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Gast Montag, 30 November 2020
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