Three Pairs Of Underwear

Wieder an die Kueste

Veröffentlicht von am in Blog_TPOU-Africa
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Als wir heute morgen in Notse (so hiess das kleine grosse Nest, wo wir waren) starteten, hatten wir nur noch 600 Franc in der Tasche, das ist knapp unter einem Euro. Weit kommen wir damit nicht, also heisst es nach einem Geldautomaten oder einer Wechselstube ausschau halten . Aber ein Baguette als Wegverzehrung muss schon noch mit...

Eigentlich wollten wir von Notse ueber Nebenstrassen hinunter nach Lome fahren, aber in unserem ganzen Kartenwirrwar haben wir wohl den Abzweig verpasst und so ging es erstmal auf ziemlich grader Strecke einfach nur vorwaerts. Nicht viel Aufregedendes, was es darueber zu berichten gaebe.
Ein Mann in Orangeleuchtender Warnweste rief uns von der falschen Strassenseite etwas zu und dann lautstark hinterher, aber war wohl nicht so wichtig .
Interessanter wurde es, als ein Bezahlhaeuschen vor uns auftauchte, und uns schlagartig unsere kurzfristige liquide Unzureichlichkeit wieder bewusst machte. Doch was tut man da? Abgucken! Wir folgen einfach einem kleinen Mopedtaxi um die Absperrung herum, ich glaube die Person im Zahlhaeuschen hat nichtmal was gemerkt - hihi.

Etwa 35 km vor Lome erhaschten wir dann doch noch einen Abzweig und konnten ein wenig der „Autobahn“ ausweichen. Ich glaube wir sind mitten in einen Markt geraten jedenfalls waren die kleinen staubigen Straesschen ziemlich voll mit vielen Menschen die Sachen auf dem Kopf trugen und Mopeds, die Leute durch die Gegend fuhren. Irgendwann erwischten wir die richtige Ausfahrt und befinden uns auf einer breiten, auf unserer Karte auch als Hauptstrasse verzeichneten, roten Hartsandpiste. Kaum Verkehr, bis auf ein paar kleine Mopeds oder Fussgaenger - so macht fahren doch Spass.
Bald suchen wir uns ein schoenes schattiges Plaetzchen unter einem Baum und verspeisen unser Togo Baguette mit suedafrikanischer Erdnusbutter, echt ein Genuss. Zu allem Ueberfluss kommen doch tatsaechlich 2 oder 3 Passanten vorbei, gruessen freundlich und gehen weiter. Kein Starren, nichts . Sie gehen einfach so weiter, mal abgesehen von dem einen, der im naechsten Schlagloch fast das Gleichgewicht verloren haette, weil er den Hals noch dreimal nach uns verraenkte, aber er ist weitergegangen. Ja, wir koennen es nicht verleugnen, auch Togo ist uns sympatisch.

Pause am Rande der Hauptstrasse

Leider hatte das freie Fahrgefuehl bald wieder ein Ende, denn wir erreichten Lome. Zu erst wird man durch einen schoenen Blick auf Strand und Meer verwoehnt, doch dann geht der Spiesrutenlauf im Strassenverkehr so richtig zur Sache. Jeder draengelt um ein paar wenige Zentimeter, ploetzlich ist die Haupstrasse eine riesige sandige, staubige Baustelle und der Verkehr streitet sich nun weiter auf einer Spur. Von weitem koennen wir eine Leuchtreklame von der Eco Bank erkennen und steuern sie zielstrebig an. Eine ziemliche Menschentraube wartet vor dem Eingang zum Geldautomaten und wir muessen uns wohl oder uebel anstellen. Nach fast einer halben Stunde ist Tom im Gebaeude verschwunden kommt aber kurz darauf erfolglos wieder heraus. „Der hat die Karte nicht akzeptiert.“
Wir versuchen es bei einer anderen Bank auf der anderen Strassenseite. Auch hier will der Geldautomat nicht und in der Wechselstube ist grad der Strom ausgefallen und sie koennen auch kein Geld wechseln. Ein paar mal schickt der Sicherheitsmann Tom wieder zum Geldautomaten und versichert ihm grade war Strom da, es geht. Nach nochmals einer halben Stunde hin und her gerenne zwischen Automat und Wechselstube gibt Tom dem Sicherheitsmann noch eine, letzte Chance und siehe da, der Automat hat Stom und spuckt sogleich Geld aus... Endlich!

Nach Toeff tanken und kuehlen Getraenken in einer klimatisierten Tankstelle steuern wir Chez Alice an. Ein gut bekannter und beliebter Platz hier, wo sich auch so einige Reisende treffen. Auch wenn wir natuerlich ausserhalb der Saison unterwegs sind – aber wer weiss.
Was natuerlich viel wichtiger ist, Alice kommt aus der Schweiz. Das kann doch nur gut werden – nicht oder?

Leider ist nun erstmal Wochenende und unsere Visas muessen bis Montag warten, aber es laesst sich bei kuehlen Getraenken, fliessend Wasser und Internetanschluss schon ganz gut leben.

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Gast Sonntag, 21 Oktober 2018
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