Three Pairs Of Underwear

Sur - Jazirat Masirah

Veröffentlicht von am in Blog_TPOU-Africa
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Wie es immer so ist, vor dem Internet steht die Kultur... Da das Cafe noch geschlossen hatte, haben wir im Hafengebiet vor Sur nach einer Dhow-Werft gesucht, die hier ansaessig sein soll. Eine der wenigen und groessten Dhow-Werften des Omans. Dhows sind traditionelle Holzboote mit indischem Ursprung, heute aber adaptiert auf die arabischen Gewaesser. 4 Monate dauert es so eine Dhow herzustellen - eigentlich nichts, wenn man bedenkt dass jeder Schritt in Handarbeit ausgefuehrt wird.
Ausser ein paar verrosteten Bandsaegen war auf dem ganzen Gelaende keine maschinelle Hilfe zu finden. Fuer unsere Weltanschauung fast unvorstellbar, dass in der heutigen Zeit solche grossen Ozeanueberquerer von Hand gebaut werden - das sind wirlich Meister ihres Fachs. Weitere Bilder hierzu von klein bis gross sind ab sofort in der Galerie unter Oman zu finden.
kleine grosse Dhow, beeindruckend oder?

Juhu! nachdem unsere Internetaktion mal wieder laenger gedauert hat sind wir dann nicht mehr in eine Jugendherberge gefahren sondern nach Ras al Hadd ins Turtleresort und haben dort eine kleine Strohhuette bekommen. Ich habe 2 x geduscht und dann geschlafen wie ein Baby.
Die Unterkunft war ganz in Ordnung und das Fruhstueck war reichlich. Frisch fuer uns wurde Omlet - ohne everything - gemacht, Bohnen und gebratene Wuerstchen und da wir scheinbar so durstig aussahen wurde uns auch gleich das Ganze Saftpaket auf den Tisch gestellt.
Nach dem das Motorrad dann heute Mittag wieder beladen war, haette ich allerdings schon wieder duschen koennen - Mal sehen wann auch ich lerne, dass duschen ueberfluessig ist
An verschiedenen Stellen haben wir versucht zu erfahren ob die Kuestenstrasse von Al Ashkharah nach Shana nun komplett ausgebaut ist. Leider konnten wir von keiner Seite eine verlaessliche Auskunft bekommen. Jeder meinte sie ist fast fertig aber da sei ein Stueck das noch im Bau ist. Von Sandduehne bis ja sie ist fertig - no Problem Sir... Also haben wir es heute mal drauf ankommen lassen...
Den ersten Teil fuhren wir ueber eine super ausgebaute Strasse direkt an der Kueste entlang, dann durch die Wahiba Sands Wueste (groestenteils auch mit Blick aufs Meer) Bei angenehmen 27 bis 33 (!) Grad. Auf der einen Seite das beeindruckende Schauspiel wie sich die Wellen quasi im Wuestensand brechen und auf der anderen Strassenseite einsame Wueste (einziger Nachteil, mein schoen geputztes Visier ist nun aufgrund der Luftfeuchtigkeit wieder ziemlich undurchsichtig )
Die Sandduehnen der Wueste tuermten sich rechts und links immer mehr auf, ploetzlich waren Schilder mit dem Hinweis "Men at Work" zu sehen und eine Umleitung war ausgeschildert mitten in die Wueste...Also fuer alle die uns nachfahren wollen und alle anderen mit Schadenfreude - NEIN, die Strasse ist noch nicht fertig - Mit dem Allradfahrzeug ist sie locker zu bewaeltigen aber mit dem Motorrad ist es schon etwas kniffelig...Eine Strecke von 50 km besteht aus Wellblechartiger, riffeliger Fahrbahn bis hin zu Weichsandpassagen.
Den ganzen Abschnitt waren wir angespannt und voller Konzentration. Da ich ja nicht viel tun konnte, ausser still halten, hab ich versucht ein paar Fotos von der Strecke zu schiessen.
hier ein kleiner Eindruck des Weges

{youtube:http://www.youtube.com/watch?v=Ddq1IhDWb-o}
der Weg ist das Ziel...

Letztendlich kam mir der Weg dann auch garnicht vor wie 50 km, Tom dafuer warscheinlich wie 100 *grins* auf jeden Fall Geschafft! Ich bin ganz stolz auf Tom, ausser ein paar mal fluchen ist nix passiert, kein Sturz nix!
Nachdem das also hinter uns lag, standen wir wieder irgendwo im Nichts. Wir schlugen die Strasse Richtung Al Najdah ein, welche nun wieder mehr oder weniger geteert war. Vorbei an Holz- und Wellblechhuetten, die mann eher in Afrika erwartet sowie Salzabbauflaechen standen wir ploetzlich am Wasser. Eine Faehre hatte soeben abgelegt. Grade wollten wir uns umschauen wo wir Fahrkarten bekommen und wann die naechste Faehre faehrt, da wurden wir von einem Gelaendewagen hupenderweise ueberholt. Die Faehre machte kehrt, hielt an der Anlegestelle - von anlegen kann man nicht sprechen - der Wagen und wir wurden draufgewunken, kaum waren wir drauf ging die Laderampe hoch und wir fuhren los. Ein Arbeiter rief mir beim Betreten der Faehre noch "Masirah?" zu aber wir hatten weder eine Ahnung ob wir richtig sind, noch wie lange die Fahrt dauert.
Irgendwann erfuhren wir dann, dass die Ueberfahrt 1,5 Stunden betragen wuerde. Also erstmal entspannen. Gegen 17:30 h legten wir auf Masirah an. Bezahlt haben wir nichts, Glueck gehabt wuerde ich sagen. Wir steuerten den naechsten Supermarkt an, um das Abendessen und Getraenke zu organisiere. Eigentlich war schon geschlossen, aber der nette Herr aus Kerla (Indien) - woher scheinbar alle Inder stammen - schloss nochmal fuer uns auf. Die Auswahl war nicht so gross aber statt Tunfisch gabs Gemeuse und frischen Knoblauch, zusammen mit Nudeln und Tomatensauce - hmmm.
Wir fuhren aus dem Ort heraus um einen Platz fuer unser Zelt zu finden bevor es ganz dunkel ist. Hat nicht ganz geklappt, dunkel war es aber der Platz war ganz in Ordnung. Gekocht wurde also wieder im Dunkeln... wird zeit fuer ne neue Lampe *grmpf* Bei ungefaehr 28 Grad war mir wirklich richtig kalt - ehrlich.
Mal sehen was Masirah ausser dem schoenen Sternenhimmel morgen noch zu bieten hat.
13.7.09: Ras al Hadd - Jarizat Masairah
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Gast Mittwoch, 18 Juli 2018
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