Three Pairs Of Underwear

Boxenstopp

Veröffentlicht von am in Blog_TPOU-Africa
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Wir haben sowas von gut geschlafen! Was fuer ein Luxus ein einfaches Bett mit einer ordentlichen Matraze doch darstellen kann. Leider hatten wir uns vorgenommen, am Morgen frueh aufzustehen, um die Zeit hier voll ausnutzen zu koennen. So war die Nacht um 7 Uhr schon wieder zu Ende. Tom konnte kaum glauben, dass diese Zeit auf der Uhr wirklich existiert. Nach einer heissen Dusche in unserem eigenen Badezimmer waren wir zumindest koerperlich wach

Pieter und Cathrine empfahlen uns fuer Fruehstueck mit Internetanschluss ein Mug & Beans Cafe nicht weit von hier, welches wir dann auch gleich ansteuerten. Unser Toeff stellte sich als gute Fortbewegungsmoeglichkeit dar, denn der Verkehr hier in der Stadt ist unglaublich. Schon am fruehen Morgen reihen sich die Fahrzeuge zu langen Schlangen vor den Ampeln. Aber dennoch ist alles sehr gesittet. Mit unserem voll beladenen Bike waren wir zwar nicht ganz so wendig aber immer noch beweglicher als ein Auto. So schafften wir die 3 Kilometer zum Cafe zuegig... in 20 Minuten. Nach einem extrem reichhaltigen Fruehstueck, leckerem Kafee und 10 Minuten Internet gratis machten wir uns erwartungsvoll auf den Weg zum BMW-Haendler. Die erste offizielle BMW-Motorradstelle seit Dubai wuerden wir gleich ansteuern, wir sind schon ganz gespannt. Seit wir Sued Afrika erreicht haben wurde uns dieser Haendler (BMW Lyndhurst-Auto) von allen Seiten waermstens empfohlen. Ein bisschen Sorge haben wir jedoch, denn normalerweise kostet guter Service eben auch und in den wenigsten Werkstaetten kann man anfallende Arbeiten selbst erledigen.

Zunaechst einmal ist die Firma Lyndhurst interessant untergebracht. Naemlich in einem Parkhaus. Im Erdgeschoss befindet sich die Ausstellungshalle und im dritten Stock die Motorradwerkstatt. Sehr pracktisch, so kann man bis vor das Buero oder die Werkstatt vor fahren und das Fahrzeug steht auch noch sicher und trocken.
Wir sprachen beim Manager der Werkstatt (Craig) vor und schwammen gleich auf einer Wellenlaenge. Er versteht was Reisende brauchen - unser Bike ist wie Haus und Hof fuer uns.

Im hinteren Bereich der Garage nahe der Werkstatt befand sich eine Arbeitsbuehne, die wir kostenfrei nutzen durften und falls wir Hilfe benoetigen sollten, koennten wir jederzeit die Mechaniker ansprechen. Wahnsinn, genau das, was wir brauchen und doch haetten wir es nicht zu traeumen gewagt. Damit nicht genug, Craig kam mit noch einer riesigen Ueberaschung daher, nachdem er von unserer schlechten Erfahrung mit Bavaria Auto Nairobi gehoert hat - einem neuen Windschield!
Ohne viel Zeit zu verlieren starteten wir mit dem Auseinanderbau des Toeffs. Nicht, dass etwas kaputt waere, aber eine Generalueberpruefung nach 30 000 km ohne grossen Service (Oel& Filter wie auch Luftfilter Wechsel ausgeschlossen) sollte schon mal sein. Alle Schrauben kontrollieren, Fehlerspeicher auslesen, ausgeschlagene Bremsscheibe hinten erneuern - etc. eine Beschreibung dazu ist auch unter "ueber unser Toeff" zu finden.
Am Abend hatten wir unser Gefaehrt so ziemlich nackig gemacht - kaum noch etwas war an seinem vorgesehenen Platz und hatten mit fast allen BMW-Kunden eines Verkaeufers gesprochen, so schien uns - denn er hatte die tolle Idee uns und das nackte Toeff als verkaufsfoerderndes Argument allen seinen Kunden vorzustellen.

Fast ganz nackig...


Da unser Toeff offensichtlich nicht fahrtauglich war, bekamen wir sogar ein Ersatzmotorrad.

Tag 2 startete wieder im Mug & Bean, doch leider ohne Internet, denn wir hatten unser Password fuer die 10 Freiminuten verlegt. Den Rest des Tages verbrachten wir komplett mit Schrauben. Und kaum zu Glauben, am Abend war das Bike wieder zusammengebaut und fahrtauglich. Nun haben wir vom Secondhand-Mann namens Brat sogar wieder einen zweiten Spiegel und einen neuen Zusatzscheinwerfer. Besser wie neu.

Das Dream-Team in Sachen BMW Motorrad


Faith, die Haushaelterin von Pieter und Cathrine ist ein richtiges Goldstueck, denn waerend unserer Abwesenheit wusch sie unsere Waesche, hing sie zum Trocknen auf und wir fanden sie abends zusammengelegt auf unserem Bett.
Am Wochenende registierten wir uns in einem zweiten Cafe fuer 10 Freiminuten Internet - nicht genug zum Blog updaten. Pieter und Cathrine fuehrten uns und ein paar Freunde lecker zum Essen aus. Zwischen den ganzen schick gekleideten Leuten macht sich dann unser begrenzter Kleiderschrank doch ein wenig bemerkbar - aber als Reisender darf man anziehen was man will; aeh, sorry, was man hat. ;-)
Wir trafen unseren Reifenorganisator Kurt und seine Familie endlich persoenlich, tauschten einige interessante Geschichten aus und erfuhren mehr ueber die WildDogs - einem Forum fuer Motorradfahrer in Sued Afrika. Was sich auf unsere weitere Reise in Sued Afrika auswirken koennte. Sie seien sehr hilfsbereit und gastfreundlich erklaerte uns Kurt und stattete uns mit Sticker und Buff der Community aus (damit wir besser erkennbar sind).

Am Montag starteten Tom und ich einen kleinen Wettstreit. Wir muessen naemlich beide bei unserer jeweiligen Botschaft neue Paesse beantragen, da in unseren langsam alle Seiten voll gestempelt sind. Der deutschen Botschaft eilt ein nicht all zu guter Ruf voraus. Das geht sogar soweit, dass einem als deutschem Staatsbuerger gearaten wird, sich im Notfall an die schweizer Botschaft zu wenden. Was also fuer die Schweizer spricht.
In Erwartung voelliger Buerokratie und Inkooperation steuerten wir also zu erst die deutschen Landesvertreter an. Irgendwie ein komisches Gefuehl, ein Gebaeude zu betreten, vor dem die deutsche Flagge weht. Seltsam vertraut kam es mir dann vor, am Eingang eine Nummer zu ziehen und um uns herum deutsches Gemurmel zu vernehmen. Wo wir doch in den letzten Monaten eher Englisch komuniziert haben.
Die Frau am Schalter war alles andere als unfreundlich. Hilfsbereit erklaerte sie uns das weitere Vorgehen und rechnete auf, was der Spass kosten wuerde. Nach Cape Town schicken ist auch kein Problem, dauert nur eine Woche laenger. Klingt doch ganz viel versprechend, nur die biometrischen Passfotos fehlen.
Also ging es zum naechsten Shoppingcenter Fotos machen lassen und auf dem Rueckweg eben schnell bei der schweizer Botschaft vorbei, um zu sehen wie hier der Prozess ablaeuft. - Keine Nummer ziehen, fast kein Warten und eine freundliche Begruessung auf Schweizerdeutsch. Erst schien es, dass Tom keinen Pass beantragen kann, denn grade wird die Software fuer die neuen biometrischen Paesse in der Schweiz umgestellt. Aber dann konnte doch noch ein alter Pass ohne diesen ganzen Schnickschnack beantragt werden (ist sogar um die Haelfte billiger). 20 Minuten spaeter und 90 Euro leichter war klar, in 2 Wochen trifft der Pass in Kapstadt ein. - Das war ja einfach... Also wieder zurueck zur deutschen Botschaft. Ebenfalls 20 Minuten spaeter und 210 Euro leichter war auch mein Pass beantragt. Wir wueden sagen vom Service Unentschieden fuer beide. Gebuehrenmaessig schlagen die Deuschen mal wieder alle Rekorde! (63 Euro fuer den Pass, 63 Euro fuer Unzustaendigkeit, da noch in Deutschland gemeldet, 23 Euro fuer mehr seiten im Pass und 61 Euro Expresszustellung).
Tom und ich koennen wieder ein Projekt erfolgreich abhaken. Wow, in den paar Tagen Johannesburg, haben wir schon mehr erreicht als in 3 Wochen Nairobi.
Nun fehlt nur noch ein Besuch bei Oehlins, Garmin und Eddy (einem Bekannten von Tom)
Unser Oehlinsprojekt beireitete uns ein wenig Magenschmerzen, denn mit Gorillazilla - vorallem Inhaber Dave - der offiziellen Oehlinsvertretung in Sued Afrika ist nicht gerade gut Kirschen essen. Dave ist nicht nur extrem unfreundlich am Telefon, sondern auch garnicht hilfsbereit oder entgegenkommend, ihm eilte sein Ruf schon voraus. Was ueberhaupt nicht dem Service von Oehlins Schweiz entspricht - die sind naemlich grossartig. Nachdem die Federvorspannung von unserem Daempfer erneut defekt ist, reichte eine Mail von uns in die Schweiz und die Teile wurden nach Johannesburg an Dave verschickt. Da der Daempfer noch in der Garantie ist, sollten anfaellige Arbeiten und ein Service hier kostenlos erledigt werden - koennte man denken... Das sah Dave aber ganz anders, er wisse von nichts und Garantie mache er - wenn ueberhaupt nur an Daempfern, die von ihm verkauft wurden. Es laegen zwar Teile rum - und er habe keine Ahnung von wo, wem oder seit wann, aber die Arbeit muessen wir schon bezahlen... So entschieden wir uns, einfach nur die Teile abzuholen und die Arbeit irgendwo sonst machen zu lassen. Gluecklicherweise trafen wir aber auf Rob, dem Mann, der die eigentliche Arbeit an den Daempfern ausfuehrt. Er hat sein eigenes kleines Unternehmen und arbeitet fuer Gorillazilla. Auch ihm war anzumerken, wie ungluecklich er mit Dave und seinem Verhalten ist. Rob war ganz grosse Klasse. Er bot uns an, die Modifizierung der Federvorspannung und einen kompletten Service am naechsten Tag durchzufuehren und das natuerlich kostenlos.


Rob - der Mann, den Oehlins Sued Afrika braucht


So konnten wir am naechsten Tag unser Toeff bei Rob abgeben und mit Eddy zum Mittagessen gehen. Nicht, dass wir einheimisches Essen extrem stark vermissen, aber zum Mittag mal ein Schnitzel war auch gut! Tom konnte nach dem Essen dann in Eddys Firma in Erinnerungen schwelgen und mit dem ein oder anderen guten Tip hilfreich zur Seite stehen. Hier werden naemlich Rondo Maschinen (fuer Teig und so Zeugs...) gehandelt und repariert. Ganz nebenbei konnten wir wieder einen kleinen Beutel mit alten Karten und einem Backup zuruecklassen, welches von hier seinen Weg in die Schweiz finden wird. Dankeschoen!


Danke fuer das Schnitzel


Nach dem Essen sammelten wir unser neu gefedertes Bike wieder ein. Nun heisst es schon wieder packen, denn morgen geht es weiter Richtung Lesotho.

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Gast Sonntag, 20 Oktober 2019
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