Three Pairs Of Underwear

Betrunkene Elefanten

Veröffentlicht von am in Blog_TPOU-Africa
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Als erstes statteten wir dem dem aeltesten und groessten noch wachsenden Baobab-Baum der Welt, wie sie hier behaupten, einen Besuch ab. Einst war der Baum Mittelpunkt einer Bar und in seinem Bauch wurden, vor Hitze geschuetzt, die Getraenke gelagert. Heute existiert die Bar nicht mehr - aber dafuer kann man in den ehemaligen Kuehlraum hineinklettern. Ich schluepfte hinein, Tom quetschte sich hinterher. Ein imposantes Gefuehl in 6000 Jahren Geschichte von 42m Umfang zu stehen.

Schnucki, wie findest du unser neues Baumhaus?


Bei unserem naechsten Halt gingen wir dem Ursprung des Amarula-Cream-Likoer auf den Grund. Wer nun nicht weiss, wovon wir sprechen... keine Sorge Tom und ich hatten dieses Getraenk vor unserem Besuch hier auch noch nicht probiert.

Amarula Cream mit passendem Glas...


Amarula ist aehnlich wie Baileys, nur leichter und man trinkt ihn am besten auf Eis - LECKER! Der Likoer wir aus der Frucht des Marula Baumes gewonnen. Diesem Baum sagt man nach, dass er aphrodisierende Kraefte besitzt. Er spielt auch heute noch in Fruchtbarkeitsriten und Stammeshochzeiten eine Rolle - Daher auch der Name Hochzeitsbaum. Vielleicht hat der eine oder andere von euch auch schon einmal Filmaufnahmen von betrunken umherschwankenden Elefanten gesehen. Das erklaert den zweiten Namen des Baumes - Elefantenbaum - denn der grosse, graue Riese kann den reifen und gaerenden Marula-Fruechten kaum wiederstehen.

Der Marula Baum waechst nur wild und ist nicht kultivierbar. Im Februar/ Maerz eines jeden Jahres reifen die vitaminreichen Fruechte heran und werden von meist einheimischen Bewohnern ca. 400 km rund um Phalaborwa gesammelt und zur Fabrik gebracht. Hier wird die Frucht vom Kern befreit und ausgepresst, der Saft dann vergoren. Der Marula Wein wandert nach der Gaehrung gekuehlt und per LKW nach Stellenbosch, wo er destilliert wird und ca. zwei Jahre im Eichenfass heranreift, bevor er dann mit Sahne versetzt zur Amarula-Cream wird.
Tom und ich genossen nicht nur die Fuehrung durch die Anlage, sondern probierten auch die Frucht und den Sahne-Likoer selbst.

lecker, fruchtig und schwer zu essen


Hier erfuhren wir dann, dass ca. 60000 Menschen in irgendeiner Art ein Einkommen durch die Herstellung von Amarula haben. Die Fabrik die wir besuchten, ist nur 3 Monate im Jahr in Betrieb, dann wird wieder auf das Heranreifen der wild wachsenden Fruechte im naechsten Jahr gewartet - Die Produktion in Stellenbosch geht natuerlich fleissig weiter...
Bevor wir das Gelaende wieder verliessen, futterten wir uns auch ganz fleissig durch das angeschlossenen Restaurant mit Amarula-Burger und Amarula Chicken Wings.

"Ihr muesst unbedingt nach Sabi!" Hat Kurt uns am Telefon mit auf den Weg gegeben. Da wir ja nicht auf der Autobahn nach Johannesburg fahren wollen, folgen wir diesem Tip. Ein kurzer Abstecher zum Gate vom legendaeren Krueger Nationalpark musste natuerlich vorher noch sein, mehr aber auch nicht - viel zu ueberteuert und ausserdem duerfen wir ohne Blech drum herum - sprich im Auto - sowieso nicht rein.

wir waren auch da.


Dann fluechteten wir aus der Waerme des Flachlandes in die Berge. Es ging vorbei an unzaehligen privaten Game-Ranches, wo das Jagen von Wildtieren noch lukrativ vermarktet wird, an Suvenier- und Gemuesestaenden vorbei in eine schroffe, steinige und vorallem kurvige Berglandschaft. Erstaunlich wie schnell die Temperatur auf angenehm und dann zu kuehl wechseln kann... ;-) Kurz vor Einbruch der Dunkelheit quartierten wir uns im einzigen und teuren Camp weit und breit ein - dafuer aber sogar mit Pool. Diesen konnten wir am Abend natuerlich nicht mehr ausprobieren - die 15 Grad Aussentemperatur ueberzeugten auch Tom. Doch am Morgen schien fuer eine halbe Stunde die Sonne so intensiv, dass wir uns gern ein wenig abkuehlten. Danach mussten wir allerdings eilig unser Zelt zusammenraeumen, weil dicke Regenwolken drohten. Komisches Wetter ist das hier.

Aber da unsere Karte rund um das Gebiet zwischen Sabi und hier eine wahre Milchstrasse an Sehenswuerdigkeitssternchen verzeichnete, sollten wir sowieso langsam aufbrechen um wenigstens einige davon zu schaffen.
Die Erste war gleich am anderen Ende unseres Zeltplatzes - "Das Ende der Welt" stand neben dem Sternchen. Wir konnten auf ein Plateau klettern und wirklich, eine bizarre Landschaft lag vor uns - schroffe, steil abfallende Klippen, Berge soweit das Auge reicht - einfach atemberaubend. Wir sind schon gespannt auf unsere naechsten Stopps.
Die Strasse schlaengelte sich durch die Berge, bis zu unserem Halt an den Berlyn Falls. Wir zahlten 50 Cent Eintritt fuer den Parkplatz, unzaehlige Souveniers-Shops versperrten fast die eigentliche Atraktion - kaum zu glauben, das alles fuer einen kleinen Wasserfall? - OK, gesehen, fotografiert und weiter gehts.
Gods Window (Gottes Fenster) klingt Grosses versprechend. Also wieder 50 Cent Eintritt fuer den Parkplatz, viele Touristen und noch mehr Souveniers (die Gleichen wie schon beim vorherigen Stop). Einige gepflasterte Wege fuehrten zu veschiedenen Aussichtsplatformen und die Aussicht war nicht zu verachten, doch es beeindruckte uns zwischenzeitlich nur noch wenig. Lag es an den vielen Menschen um ums herum, oder an den Gelaendern vorm Abgrund? Wir wissen es nicht so genau.
Uns zog es weiter nach Pilgrims Rest, einer ehemaligen Goldgraeber Stadt. Die Haeuser hier sehen wirklich suess aus, beinhalten heute aber meist Restaurants oder Museen. Eigentlich wollten wir auch hier nur durchfahren, doch als wir ein paar BMW Motorraeder entdeckten liessen wir uns doch zu einer Getraenkepause hinreissen. Wir quatschten ein wenig mit den anderen Bikern, welche aus Johannesburg kamen. Sie warnten uns vor den Schlagloechern in Sued Afrika allgemein und im speziellen vor dem von uns als naechstes angesteuerten Richard Pass und seinen engen steilen Kurven. Wir suchen sie noch heute... Es ging 10 km rauf und 10 km runter, fast ohne Kurven... Tom war schon ganz gespannt auf den LONG-TOM-PASS. Dieser war aber aehnlich, beinhaltete jedoch ca. 8 Kurven mehr ;-) Die Aussicht konnte man allerdings nicht verachten, Huegel ueber Huegel um uns herum alle mit golfplatzaehnlichem Rasen bewachsen. Die Weite dieses Landes ist unglaublich.
In Sabi angekommen, hatten wir einen Tipp fuer einen sehr schoenen Campingplatz, wo allerdings normalerweise keine Motorradfahrer erwuenscht sind. Wir sollten von David gruessen und den Buergermeister von Sabi erwaehnen, das wuerde uns die Tueren oeffnen. Klappte aber nicht. Sobald die Dame an der Rezeption das Wort Motorrad nur hoerte sah sie rot und komplimentierte uns vom Gelaende. Gleich nebenan, auf der anderen Seite eines kleinen Flusses, welcher die Grenze der beiden Plaetze darstellte, konnten wir dafuer ohne ueberhaupt einen Verantwortlichen zu finden einfahren und blieben.
Kurt hatte uns geraten, in Sabi auf jedenfall in DAS Pancakehaus am Platze zu gehen. Was wir dann zu Fruehstueck auch erfreut taten. Leider mussten wir ueber 40 Minuten auf unser Essen warten, weil sich unsere Bestellung auf dem Weg zur Kueche verlaufen hat. Doch wie das Schicksal manchmal so spielt... aus diesem Grund haben wir Pieter und seine Familie kennengelernt. Sie sassen einen Tisch weiter und sprachen uns aufgrund des Schweizer Nummernschildes an. Pieter faehrt selbst ein BMW-Motorrad und konnte kaum glauben, dass Tom alles bis hier her gefahren ist. Sie leben in Johannesburg und luden uns kurzer Hand ein bei ihnen zu uebernachten, falls wir dort eine Unterkunft benoetigen. Mal wieder sind wir beeindruckt von soviel Gastfreundschaft.
Unsere Pfankuchen sind dann uebrigens auch noch eingetroffen und waren wirklich garnicht so schlecht (lag vielleicht auch an der Fleischfuellung?!)

Durch die kleine Stadt White River (Weisser Bach - Wyssenbach) ging es dann nach Nelspruit. Wo wir tankten und ganz erstaunt waren, dass wir mit der Kreditkarte bezahlen konnten, sogar kabellos neben dem Toeff. Dafuer war zu Toms grosser Veraergerung der Biltong-Shop (Biltong = getrocknetes, wuerziges Fleisch) neben der Tankstelle geschlossen. Dann wollten wir eigentlich direkt weiter nach Swasiland, doch die angepeilte Grenze schliesst um 16 Uhr. So strandeten wir in Baberton, einer schon fast isolierten Stadt vor den Toren Swasilands.
Auf einem Campingplatz (natuerlich wieder inklusive Badewannen) fanden wir einen Platz neben einem Sued Afrikanischen Gelage, sie hatten sogar ihren Wellensittich dabei und schienen im Auto zu schlafen, weil es in der Nacht mal wieder regnete...
Wir verwoehnten unsere Gaumen mit einem Fertiggericht auf unserem Kocher - nur noch Wasser und Hackfleisch hinzu und ... nicht so lecker - naechstes mal dann lieber wieder Pasta, Tuna und Tomatensosse?! :-)

Morgen gehts nach Swasiland, wir sind gespannt.

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Gast Sonntag, 20 Oktober 2019
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