Three Pairs Of Underwear

Frische Gummis

Veröffentlicht von am in Blog_TPOU-Africa
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Am Morgen ging es von unserem Campingplatz wieder auf die Autobahn. Seit unserer Einreise hatte sich noch nichts veraendert, die Strasse war immer noch gut, das Wetter koennte besser nicht sein (28 Grad und Sonne) und es gibt wieder Tankstellen, die innen klimatisiert sind und eine Riesenauswahl an Getraenken in glaesernen Kuehlschraenken bereithalten - sogar Fruehstueck (mit Fleischfuellung) gibts


Fruehstueck Idylle in Sued Afrika

Doch allzulange wollten wir uns hier natuerlich nicht aufhalten, denn in Polokwane (ehmals Pietersburg) warten schon neue Reifen auf uns. Die Autobahn erinnerte an einen amerikanischen Highway, nur mussten wir hier Mautgebuehr bezahlen. Doch dafuer gaben wir ordentlich Gas und genossen die schlaglochfreie Piste - denn Profil sparen brauchen wir auf diesen Reifen ja nun nicht mehr. Ein Stop musste allerdings noch sein, wir ueberquerten naemlich - nein, nicht den Aequator - sondern den Circle (Tropic) of Capricorn. Am laengsten Tag des Jahres in der suedlichen Haemisphaere oder am kuerzesten Tag der noerdlichen Haemisphaere, steht die Sonne an ihrem hoechsten Punkt genau hier drueber. Fuer alle, denen das zu kompliziert ist, kann man auch einfach sagen, es ist der suedliche Wendekreis.


Sonne ueberm Wendekreis...

Durch David, den anderen Biker, den wir in Nairobi getroffen haben, erhielten wir Kontaktdaden von Kurt, welcher in Johannesburg lebt (ist DER Ansprechpartner in Sachen Motorrad). Er war es, der uns die Reifen in Polokwane organisiert hat. Den Haendler "Fast Bikes" fanden wir dank Kurts Beschreibung dann auch ohne Probleme. Rob, der Boss hier empfang uns sofort ueberschwaenglich. Tom konnte gleich in die Werkstatt fahren... neben die heiss begehrten Reifen ;-) Der Mechaniker und Tom machten sich sofort an die Arbeit - alles super, dachten wir. Bis sich bei der Montage des Hinterreifen herausstellte, dass die falsche Groesse geliefert worden war. Aber auch das war schnell organisiert, einen Anruf spaeter war klar, der Reifen wird am naechsten Morgen da sein. Rob hatte sich sogar schon umgehoert fuer einen Schlafplatz in einem deutsch gefuehrten Hotel, welches uns allerdings zu teuer war.
So steuerten wir einen Campingplatz nicht weit entfernt an. Unser Zelt fand platz neben einem Stromkasten mit ganz komischen Steckdosen und einem grossen gemauerten Grillplatz. Waerend ich das Zelt aufbaute, fuhr Tom in den naechsten Supermarkt. Nach 20 Minuten war er wieder da, mit super Grillfleisch, Haenchenfluegeln und gelbem Mais, ja sogar Heinz Ketchup. Es ist doch auch mal ganz schoen, wenn alles so einfach ist. Die Kohle war nicht ganz so schnell angefeuert - uns fehlt wohl ein wenig die Uebung oder die suedafrikanische Unterstuetzung von Lisa und Chris - klappte leztendlich dann aber doch.
So genossen wir ein ueppiges BBQ unter Sternenhimmel.

Morgens staunten wir nicht schlecht ueber die Sanitaeranlagen hier auf dem Platz. Ein gemauertes, grosses Gebaeude befand sich im Zentrum der Anlage. Wenn man den Innenraum betrat, war zunaechst nichts besonderes zu entdecken, ausser dass alles rosa gestrichen war. An allen 4 Waenden befanden sich Kabinen, hinter denen sich offensichtlich Duschen und Toiletten befanden. Doch beim genaueren hinsehen, entdeckten wir, dass sich an einer Wand hinter den Kabinentueren Badewannen befanden! Dass die Sued Afrikaner gerne campen ist uns mittlerweile ja bekannt, aber auf ihr Schaumbad moegen sie wohl dennoch nicht ganz verzichten ;-)
Auf dem Weg zu "Fast Bikes" fuhren wir an Polokwanes neuem Fussballstadion fuer die Weltmeisterschaft dieses Jahr vorbei - Ein imposanter Bau. Waere ja schoen, wenn wir hier in Sued Afrika auch ein wenig vom WM-Fieber mitbekommen.
In der Werkstatt angekommen schwaermte Rob uns vor, er habe Karten fuer alle vier Spiele - wieder ein kleiner WM-Funke...
Ausserdem wurden wir aber mit riesigen Muffins, Kaffe und Sandwiches zum Fruehstueck verwoehnt. Auch der Reifen war schnell montiert und wir konnten weiterziehen.

Die Starken Jungs von FastBikes


Doch nicht, ohne uns noch einige Warnungen ueber Sued Afrikas Sicherheit von Robs Kollegen anzuhoeren. Man muesse schon wissen, wo man sich aufhaelt und es sei leider notwendig sich im eigenen Haus hinter Gittern einzuschliessen, doch selbst das sei nicht immer ausreichend. Der Unterschied zwischen arm und reich und damit der Neid sei einfach zu gross, meinte er. Man merkte ihm richtig an, dass er sich selbst scheinbar oft unwohl fuehlt im eigenen Land, aber auch dass es ihn traurig stimmte so etwas darueber sagen zu muessen.
Und Polokwane ist nur eine kleinere Stadt, wir werden demnaechst fuer ein paar Tage in Johannesburg bleiben. Die soll ja noch gefaehrlicher sein als Nairobi... Es wurde uns sogar schon davon abgeraten, an roten Ampeln zu halten, weil sie einem dann das Fahrzeug klauen. Na, wir lassen uns nicht einschuechtern wir werden uns lieber selbst ein Bild davon machen, schliesslich haben wir auch Nairobi gaenzlich ohne Probleme gut ueberstanden.

Bevor wir jedoch die Stadt verlassen konnten, musste ein grosser Moment zelebriert werden, auch wenn Tom das als nicht so wichtig empfand... Wir haben ein Mc Donalds Restaurant gefunden (er mag ja lieber Burger King...), das erste seit Ankunft in Afrika, also tranken wir hier nur eine Cola auf den grossen Moment... denn wir waren ja noch satt vom Fruehstueck.

Tom wurde gezwungen - ehrlich!!!!

Dann ging es aber raus aus Polokwane in Richtung Berge. Leider war es garnicht so einfach, ein paar nicht geteerte Pisten zu finden, um die brandneuen Offroadreifen zu fordern. Zumal die Strasse zunaechst einfach nur geradeaus verlief, einfach nur langweilig. Wir fanden dann aber doch noch ein paar schoen Schotterpisten durch dichtes Waldanbaugebiet. Wenn man es als dicht bezeichnen kann, denn alle Baeume waren von der gleichen Sorte und standen in ordentlichen Reihen hintereinander, von natuerlich kann hier also wirklich keine Rede sein... kurz darauf kam noch eine Schattenseite der Zivilisation zum Vorschein. Dicker Rauch zog ueber die Strasse, denn hier fielen grade grosse Waldstuecke der Feuerrodung zum Opfer. Unsere Piste fuehrte uns wieder auf einem geteerten Pass und wir schlaengelten uns durch schoenste Berglandschaft. Bis wir vor einem Gate landeten. Hier gab es einen Campingplatz am Wasser. Dumm nur, dass dieser einige Meter hinter dem Gate in einem Nationalpark liegt und wir mit dem Motorrad eigentlich nicht hinein duerfen. Wir hatten Glueck und der nette Herr an der Schranke machte eine Ausnahme fuer 7 Euro durften wir eine Nacht bleiben.
Nach einem kurzen Stueck auf sandiger Piste erreichten wir den mit einigen schattenspendenden Baeumen bewachsenen Platz. Ausser ein paar Affen war niemand zu sehen, auch der See schien Menschenleer. Nur am Ufer stand ein Pikup mit Anhaenger. Tom verschwand in diese Richtung waerend ich mich mit den unzaehligen Muecken rumaergerte und eigentlich ein paar Zeilen bloggen wollte. Auf dem See hoerte ich ein Motorboot und wunderte mich schon, dass es sich scheinbar nicht von der Stelle bewegte. Da tauchte Tom ganz euphorisch wieder bei mir auf. "Hast du das Geraeusch gehoert?" Fragte er aufgeregt. "Das war ich!" Er hatte am Wasser zwei Maenner mit einem Jetski getroffen. Das neueste Modell mit allen Schikanen, es sei nicht moeglich den umzukippen. Und Tom durfte auch mal fahren. Erst jetzt sah ich, dass er keine Schuhe trug und seine Hose bis zu den Knieen nass war. "Du musst unbedingt mitkommen." Rief er. "Etienne ist der Grundstueckseinkaeufer- und Verwalter vom Scheich von Dubai, er kennt sogar Musandam gut und hat uns fuer heute Abend zum Essen eingeladen." Ich folgte ihm in Richtung des Motorengeraeusches. Etienne hatte gerade wieder ein paar Runden auf dem Wasser gedreht und steuerte sein Wassergefaehrt zu uns. Sein Kumpel stand am Ufer und sah im belustigt zu.

Eine Stunde spaeter trafen wir Etienne in Tzaneen, der nahen Kleinstadt und wir folgten ihm nach Hause. Sein Haus stand in einem Haeuserpark umgeben von einer hohen Mauer, am Eingangsgate musste man normalerweise einen Besucherpass erfragen und an der naechsten Abzweigung versperrte ein Gittertor mit Gard nochmals den Weg. Trotz dieser Sicherheitsvorkehrungen hatten einige der Anwohner noch zusaetzlich einen vergitterten Zaun um ihr Haus. Bei der Durchfahrt durch Tzaneen erschien es uns eigentlich nicht besonders gefaehrlich - eher gemuetlich. Doch diese Angst vor Einbruechen scheint bei vielen zu tief verankert zu sein. Das Haus von Etienne uns seiner Familie war gluecklicherweise nicht so verschanzt und man konnte fast vergessen, dass man ringsum eingemauert ist.
Beim Essen schlug uns dann Etiennes Frau vor, doch bei ihnen zu uebernachten. Wir haetten ein Gaestezimmer mit Klimaanlage fuer uns. Da sagten wir natuerlich nicht nein. Wie gut, dass wir am See unser Zelt noch nicht aufgebaut hatten.

Zum Fruehstueck genossen wir unser erstes Sued Afrikanisches Papp - Ugali oder Nsima, wie der typische Maisbrei in vielen Teilen Afrikas heist ist wohl auch in Sued Afrika ein beliebtes (vorallem fuellendes) Nahrungsmittel, nur isst man es hier auch suess mit viel Butter und Zucker - Yummi.
Ausserdem wurde wir mit guten Sehenswuerdigkeiten-Tips in der Umgebung versorgt, wie zum Beispiel einem sehr alten Baobab Baum oder der Amarula Fabrik. Aber dazu dann mehr beim naechsten Mal...

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Gast Montag, 30 November 2020
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