Three Pairs Of Underwear

No Go - Tete-Korridor

Veröffentlicht von am in Blog_TPOU-Africa
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Nun befinden wir uns also schon in in Mosambique, genauer gesagt in Tete - einem kleinen Ort so ziemlich auf halben Weg zwischen Malawi und Simbabwe.
Aber nun der Reihe nach:

Unsere leichte Reisemotivationsschwaeche hielt uns nicht ganz davon ab, uns in Blantyre ein wenig umzusehen. So ist uns natuerlich auch nicht entgangen, dass die Carlsberg Brauerei hier einen Sitz hat. Als wir dann in unserem Reisefuehrer auch einen Hinweis auf regelmaessige Fuehrungen mit anschliessender Verkostung fanden, wollten wir auf dieses Highlight sicher nicht verzichten. Die ca. halbstuendige Fuehrung war recht interessant und gab einen guten Einblick in die Herstellung und Abfuellung des Bieres. Auch die anschliessende Probierrunde war sehr schmackhaft - Zumal ich Toms Flascherl auch noch leeren musste, denn wer faehrt, der trinkt nicht... - sondern probiert nur.

Und in Fruemsen, einem kleinen Ort in der Ostschweiz, ist man warscheinlich immer noch ganz aufgewuehlt. Denn dort wurde man live Zeuge eines Verbrechens, welches im wahrsten Sinne des Wortes hinter unserem Ruecken geschah. Tom und ich sassen im Doogles (dem Backpacker Hotel) und nutzten das Internet dort. Da die Verbindung so gut war, wagten wir einen Skype-Video-Anruf zu Toms Mutti und Bruno. Waerend wir uns so ueber allemoeglichen Neuigkeiten austauschten, brach ploetzlich im Flur neben uns wildes Geschrei aus. Wir ueberlegten noch, was da los sein koennte, als ein Mann aus der Richtung des Laerms gelaufen kam und dann hinter uns (und vor der Skype-Kamera) vorbei im Garten verschwand. Als wir realisierten, was gerade passiert war, lief Tom noch hinterher, doch der Typ war schon ueber die Mauer verschwunden. Er hatte sich Zugang zu einem Mehrbettzimmer verschafft und versucht Wertsachen zu entwenden. Gluecklicherweise hatte eine der Zimmerbewohnerinnen in auf frischer Tat ertappt, ihn lautstark in die Flucht geschlagen und so wohl schlimmeren Schaden verhindert. Leider passiert so etwas ja immer wieder in Backpackerunterkuenften Weltweit, nicht nur in Afrika. Auch das Staff hier war wenig beeindruckt und kaum hilfreich. Also, immer schoen auf die Wertsachen aufpassen....

Ausserdem hat uns Kollege Zufall viele weiter interessante, nette und hilfsbereite Menschen vorgestellt. Thomas ein verrueckter, KTM-fahrender Optiker, der selbst in einem LKW von Deutschland nach Afrika gereist ist. Er blieb vor knapp drei Jahren in Malawi kleben. Genau wie seine Frau Ruth, die mit dem Motorrad unter anderem durch den suedlichen Teil Afrikas gereist ist. So konnten wir bei einem leckeren Essen viele Reisegeschichten und Motorradfachsimpeleien austauschen.
Als wir unser Topcase beim Schweisser abholen wollten, trafen wir auf Ralf, einen weiteren Deutschen, der hier mit seiner Familie lebt und arbeitet. Nach einer interessanten Fuehrung durch die Seifenproduktion seiner Arbeitsstaette, schloss sich der Kreis beim abendlichen Carlsberg Bier in seinem Wohnzimmer wieder

Heute am 6.2.2010 haben wir uns dann aber recht frueh auf den Weg gemacht, um Malawi good bye zu sagen. Nur ein kurzer Umweg zu einer Tankstelle mit funktionierendem Reifendruckpruefer und Kompressor musste sein. Die geschundenen Gummis haben zwar kein Loch, leiden aber nun unter wochenweise spuerbarem Luftverlust. Auf dem Weg zur Tankstelle tauchte aber noch ein ganz anderer Fehler wieder auf. Mitten auf der Strasse schaltete sich das Display aus und damit auch der Motor, erneutes druecken des Startknopfes zwecklos. Zum Gleuck lag die besagte Tankstelle schon bergab in Sichtweite vor uns, so dass wir einfach ausrollen lassen konnten. Schon in Kampala sind wir aus dem gleichen Grund eine ganze Zeit mit ueberbruecktem Zuenschloss gefahren. Und siehe da, auch diesmal konnten wir den Fehler mit einer Kabelbruecke erstmal wieder abstellen. Ein korrodierter Kontakt im Zuendschoss, so vermuten wir, scheint die Ursache des Uebels zu sein. Nachdem der Reifendruck dann auch noch erfolgreich richtig gestellt war, konnte es also losgehen Richtung Grenze nach Mosambique in die erwartete Hitze...

Malawi zeigte sich nochmal von seiner schoensten Seite. Bluehende Baeume am Strassenrand fingen unsere Blicke oder wir wurden verwoehnt mit einer sagenhaften Aussicht auf weite Taeler und das entferntere Bergpanorama. Auch ein deutlicher Temperaturanstieg wurde spuerbar, wir krazten schon an der 34 Grad Marke.


Bluehende Baeume zum Abschied

Bald erreichten wir die Grenze zu Mosambique. Einige Busse standen bereits dort, deren Insassen wohl in Kuerze lange Schlangen vor den Schaltern verursachen wuerden. Vor dem grossen, weissen Grenzgebaeude tummelten sich unzaehlige Verkaeufer, ihr Angebot reichte von eisgekuehlten Getraenken ueber, Gebaeck bis hin zu Simkarten fuers Handy. Und natuerlich waren auch jedemenge Geldwechsler unter ihnen. Als sie uns entdeckten, wurde es hecktisch und unruhig "park here, park here!" schallte es uns aus 10 verschiedenen Muendern entgegen. Leider mussten wir uns einen Parkplatz vor ihnen suchen, da sonst nirgends ein Fleckchen frei war. Das Absteigen wurde uns durch die uns bedraengenden Verkaeufer ziemlich schwer gemacht. Erst als wir ihnen laut und deutlich zu verstehen gaben, dass wir nichts kaufen werden, nahmen sie einen halben Meter Abstand. Tom verschwand schnell im Gebaeude um vor der Menschenmasse die Formalitaeten erledigen zu koennen. Vereinzelt statten nun mir die Haendler Besuche ab. Mein Blick viel auf die seitliche Begrenzungsmauer einige Meter vor mir. In grossen Buchstaben stand dort:"Das Handeln jeglicher Art von Waren und Geldwechseln ist verboten." - scheint hier aber keinen zu interessieren...

Tom kam ziemlich schlecht gelaunt wieder aus dem Grenzgebaeude. Die Person am Schalter hatte wohl einen ziemlich schlechten Tag und war auch dementsprechend extrem unfreundlich. Das Visum hatten wir ja gluecklicherweise bereits vorab organisiert. Aber nicht nur, dass wir den Zettel mit unseren Personalien nicht schoen genug ausgefuellt hatten - "so nicht, bitte nochmal schreiben!", sondern nun gab es scheinbar auch noch Probleme mit dem Carnet und unserer Fahrzeugversicherung. Das Carnet de Passage sei hier nicht gueltig, wir benoetigen ein Extrapapier welches 5 Dollar kostet. Nicht schoen, dachten wir, aber verkraftbar. Doch auch unsere Haftpflichtversicherung wollten sie nicht akzeptieren und so mussten wir eine Andere kaufen fuer nochmals 15 Dollar. Ganz sicher sind wir uns nicht, ob das alles so seine Richtigkeit hatte, doch es fuehrte kein Weg daran vorbei, sonst waeren wir hier wohl nicht ueber die Grenze gekommen. Gleich zweimal wollten sie auch unsere Gelbfieberzertifikate sehen - falls man die nicht dabei haette, koennt ja man vielleicht noch einen oder zwei Dollar einkassieren... dachten die wohl. Nicht mit uns. Mit einem grimmigen Laecheln auf den Lippen zeigten wir Papier um Papier - bis sie aufgaben. Bisher kamen wir ohne Bestechung durch - und wollen dies auch beibehalten.


Ein leuchtender Dress ist hier scheinbar auch vorgeschrieben

Ueber Mosambique selbst koennen wir wenig sagen, denn Land und Leute haben wir kaum wargenommen. Die Tete "Autobahn" macht ihrem Namen alle Ehre und zieht sich schnurgerade durch das Land. Etwa in der Mitte, in Tete, suchten wir uns eine Unterkunft fuer die Nacht. Etwas Glueck braucht man bei der Auswahl des Hotels ja immer, das hatten wir aber diesmal wieder definitiv... Bei fast 40 Grad freuten wir uns sehr ueber den summenden, pustenden Kasten an der Wand im Zimmer - fast haetten wir vergessen, wie so etwas aussieht: Eine Klimaanlage... :-) Auf die warme Dusche haetten wir dagegen hier sogar problemlos verzichtet. Das Tete der heisseste Ort in Mosambique sein kann, glauben wir gern.
Morgen geht es dann weiter ueber die naechste Grenze nach Zimbabwe - wir sind gespannt.

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Gast Sonntag, 20 Oktober 2019
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