Three Pairs Of Underwear

Mikrodepression in Malawi...

Veröffentlicht von am in Blog_TPOU-Africa
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In Lilongwe fanden wir einen schoenen Backpacker Platz mit Pool und Internetzugang. Hier haben wir auch mal wieder echte Ueberlandreisende getroffen. Stefan und Steffi aus Dresden, Stephan, der Berliner mit dem Motorrad, den wir schon vor ein paar Tagen getroffen haben und eine englische Familie, welche in Honkong gelebt hat und nun von Suedafrika nach England reist. Sie werden von BBC begleitet und wir sind gespannt auf die Fernsehuebertragung im Oktober. In Lilongwe selbst haben wir mal wieder richtig gefaulenzt und unser kleine Vorratskammer aufgefuellt - der erste Supermarkt seit Kampala lockte hier mit reichhaltigem Angebot. Und wie das mit uns immer so ist, wenn wir Internetzugang haben und ein paar nette Leute um uns, bleiben wir gern mal ein paar Tage haengen... War aber schoen!

Auch an unserem Abreisetag war lange nicht klar ob wir wirklich fahren oder doch noch einen Tag bleiben. Tom lag noch unter dem Auto der Englaender und loetete am Kabelbaum fuer die Beleuchtung herum, waerend ich unser Zelt vor dem immer wieder aufkommenden Regen rettete, anfing zu packen und die letzten Emails beantwortet. So ist mir auch nicht aufgefallen, dass schon der 29. Januar war und ich meiner lieben Freundin Iris schon laengst eine Geburtstagsmail haette schreiben sollen. Mein liebes Floeckchen, alles alles gute zu deinem Geburtstag und ne fette Umarmung noch dazu!

Gegen 15 Uhr entschieden wir uns dann aber doch die 300 Kilometer nach Blantyre anzutreten. Als wir uns langsam vom See entfernten veraenderte sich auch die Landschaft merklich. Es wurde bergig, gruen und nebelig. Sichtweiten von teilweise unter 10 Metern erinnerten uns an die Zeit des Abschieds vom Oman.


Hier gibts aber jetzt nicht auch noch Kamele oder?

Die haeufigen Polizeicheckpoints winkten uns jedesmal freundlich durch, wohl auch weil wir uns strikt an die Tempolimits hielten - denn hier sind Radarkontrollen nicht selten. Ubertretungen werden mit einem Pauschalpreis von 5000 Kwatscha bestraft (Umgerechnet 25 Euro). Ein Tipp fuer alle Schnaeppchenjaeger, wenn zu Schnell dann viel zu schnell

300 Kilometer schoene Landschaft und gute Strassen, eigentlich etwas zum Geniessen, denn der Weg ist ja das Ziel. Doch wir beide merken so langsam, dass wir es nicht mehr richtig schaetzen. Fuenf Monate Ostafrika - wir sehnen uns nach was Neuem. Ein Indikator dafuer ist fuer uns, wie oft wir unterwegs anhalten und wie oft wir Fotos machen. In diesen Tagen weniger als zuvor. Suedafrika, so hoffen wir, wird uns ein wenig Kontrast geben zum bisher gesehenen Afrika. Wir sehnen uns schon wieder neues auf der Westseite zu entdecken - vielleicht sogar nochmal etwas arabischen Flair zu tanken, bevor es dann nach Europa geht.

In Blantyre sind wir im Haus der Belgier eingeladen, jedoch erst ab Sonntag Abend, da sie uebers Wochenende verreisen. Fuer uns kein Problem, denn wir haben von einem Flyer eine gute Adresse in der Stadt - gemuetliche Unterkunft mit Pool und Internet. Es ist Freitag Abend und bei Ankunft in der Stadt schon stockfinster. Wir fragten herum, checkten auf den Karten im Computer, doch die Strasse scheint es nicht zu geben. Hilfsbereite Leute fuhren uns zu verschiedenen Unterkuenften, bei denen sie glaubten, dass wir richtig sind, doch fuendig wurden wir nicht. Zugegeben wir haetten fast aufgegeben, als wir um 22 Uhr muede und erschoepft die bekannte Backpacker Unterkunft und Bar Doogles ansteuerten. Was fuer ein Zufall, Maaike, Wouter und Chris (die Belgier) goennten sich einen Drink an der Theke. Ihr Plan war es schon frueher abzureisen, doch Flugaenderungen von Chris hielten sie zurueck. Wir konnten direkt bei ihnen einziehen und ab dem naechsten fruehen Morgen hatten wir das Haus fuer uns alleine. Ein Haus mit 5 Zimmern, Mopedunterstand, grossem Garten, eigenem Mangobaum, einem Gaertner einem Tagwaechter, zwei Nachtwaechtern, einem Hund, heissem Wasser, 18 Schloessern und 3 vergitterten Tueren duerfen wir fuer die naechsten Tage unser Heim nennen. Zwei Tage Waeschewaschen (mit heissem Wasser), auf dem Sofa sitzen, kalte Cola trinken und Videos gucken waren angesagt - wie Wochenende zu Hause, oder? Was zudem Gemuetlichkeit schaffte, waren die fast sintflutartigen Regenfaelle, die zeitweise niedergingen, denn die Regenzeit hatte Blanyre fuer ein paar Tage voll im Griff.


Nach monatelangem Kaltwaschprogramm - Heisswasser gegen stinkende Waesche

Doch auch produktiveres hatten wir zu erledigen:

  • einholen des Mosambique-Visums fuer die Weiterreise
  • schweissen des Topcase
  • Abklaerungen fuer Ninas Mopedfuehrerschein
  • Abholung des neuen Carnet de Passage


Bei uns waere dies wohl alles in knapp einem Tag erledigt, doch hier haben wir es in 5 Tagen nur groesstenteils erledigt. Trotz der guten Infrastruktur und dem Gefuehl in Malawi in echter Zivilisation zu sein, dauert alles laenger und ist aufwendiger. In 5 Tagen, 250 gefahrenen Kilometern in der Stadt, haben wir viele Leute gesehen und viele Versprechen ueber Fertigstellungstermine gehoert, doch verlassen darauf konnten wir uns selten. Unsere hoffentlich temporaere Afrikareisemuedigkeit verstaerkt sich. Momentan wollen wir eigentlich nur noch ankommen, ein paar Wochen durchatmen, unser Toeff fuer die Rueckfahrt professionell auf Vordermann bringen und danach auf der Rueckreise wieder viel Neues entdecken.

So haben wir nicht nur auf Grund der abgefahrenen Reifen, die Entscheidung getroffen, auf dem kuerzesten Weg nach Suedafrika zu fahren. Der Tete-Korridor durch Mosambique und Simbabwe ist beruechtigt fuer unertraeglich heisse Temperaturen und karge Landschaft, hin und wieder soll es Ueberfaelle auf Fahrzeuge geben und auch die Gesamtsituation in Simbabwe ist nicht ganz klar. Haeufig wird davon abgeraten, doch wir bleiben unserm Ruf treu und nehmen die Strecken, die von anderen Reisenden noch nicht so ausgefahren sind ;-) Ausserdem ist es bestimmt ganz schoen mal wieder weniger Gruen zu sehen und mehr Hitze zu spueren. Uns fehlten in letzter Zeit wohl auch die Extreme.

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Gast Freitag, 27 November 2020
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