Three Pairs Of Underwear

Malawi - anderes Afrika

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So schoen es in der Lukwe Lodge auch war, laenger bleiben konnten wir nicht. Toms Visum wollte schlisslich innerhalb von 4 Tagen verlaendert werden - und dazu mussten wir in das 160 km entfernte Mzuzu.

Schon als wir die gefuehlten 200 Haarnadelkurven vom Berg hinunter hinter uns gebracht hatten, merkten wir, dass Malawi angenehm anders ist als die Laender bisher. Denn als wir auf der schmalen Zufahrtsstrasse zur Hauptstrasse nach Mzuzu hielten, um uns von den Belgiern zu verabschieden, interessierten sich nur wenig Menschen fuer uns. Selbst, als wir etwas Benzin abzapften um die Mopeds unserer Begleiter nachzufuellen, sahen nur ein paar Kinder aus sicherer Entfernung zu. Wir staunen jedesmal wieder, wie sich alles um uns herum veraendert, wenn wir eine Grenze ueberquert haben.

Tanken auf Malwisch...

Wir verabschiedeten uns und folgten der Teerstrasse entlang des Sees. Das Imigrationsbuero in Mzuzu war schnell gefunden und hier merkten wir dann auch, dass die Uhren wieder anders ticken... naemlich eine Stunde frueher ;-) So waren wir nicht 5 Minuten vor Arbeitsschluss dort, sondern eine Stunde und fuenf Minuten :-) Die Visaabwicklung ging schnell und unkompliziert. Sage und schreibe 70 Dollar musste Tom hinlegen, aber dafuer darf er nun 3 Monate bleiben (ich nur Einen).
Zwischenzeitlich war es schon 15 Uhr und wir hatten noch nichts gefruehstueckt. Bevor es etwas zu Essen gab, entlockten wir einem Geldautomaten erfolgreich etwas Bares. - Schon wieder...Malawi erscheint uns ganz schoen teuer.

Gerade als wir es uns in einem Restaurant mit dem Charme eines Operationssaals gemuetlich gemacht hatten, brach heftiger Regen aus den schon lange drohenden Wolken, welcher sich auch nach dem Essen noch nicht gelegt hatte. Zwischenzeitlich waren auch die Belgier in Mzuzu eingetroffen und hatten sich auf Grund des Regens entschieden, nicht weiterzufahren, wie sie uns per SMS mitteilten. So steuerten auch wir die gleiche Unterkunft wie sie an - das Mozoozoozoo, ein beliebter Backpackerplatz.
Nun ja, was sollen wir sagen? Das Staff ist freundlich und der temporaere Boss, Ray sehr bemueht, Hilfe bei allerlei Fragen zu leisten. Unser Zimmer war bezahlbar und partiell trocken...- durch das kleine Loch im Dach tropfte es nur neben das Bett. Dank des funktionstuechtigen Moskitonetzes blieben wir von den angriffen der Fliegenden Monster aus der Luft verschont, leider habe ich die wohl krabbelnden oder springenden Taeter fuer meine frischen Flohbisse am Morgen nicht stellen koennen.

Doch insgesammt war unser Aufenthalt hier sehr erfolgreich. An der einen Tankstelle gab es ein funktionierendes Luftdruckpruefgeraet, an einer Anderen frisches Oel fuer einen Oelwechsel am Toeff. Tom konnte sogar das streikende Ruecklicht wieder zur Arbeit ueberreden. So begab es sich, dass wir am fruehen Nachmittag mit frischem Oel im Motor, sauberem Luftfilter und ohne (!) jegliche Fehlermeldungen auf dem Dislplay die kleine Stadt verliessen. Jedoch nicht, ohne vorher fuer unsere neuen Freunde aus dem europaeischen Schokoladenland eine Zuendspule fuer eins ihrer Motorraeder zu besorgen. Sie befanden sich schon 50Km weiter unten am See, doch eines ihrer Bikes benoetigte professionelle Starthilfe und Ersatzteilservice...

Eine gute kurvenreiche Strasse fuehrte uns wenig spaeter zu ihnen. Das Motorrad stand halb auseinandergebaut vor einer kleinen Werkstatt am Strassenrand. Doch auch Toms technische Unterstuetzung des Mechanikers, brachte nicht den gewuenschten Erfolg. Abgesehen davon, dass dieser nun ganz angetan ist von den selbstloetenden Touratech-Schrumpfschlaeuchen.


Mechen auf Malawisch...

Tom und ich beschlossen, diese Nacht im selben Hotel wie die belgischen Jungs zu verbringen, um sie wenn noetig am naechsten Tag zu unterstuetzen. Als es langsam dunkel wurde, schleppten wir das defekte Motorrad mit einem Seil an unserem Bike ab und bezogen ein Huette in einem Hostel am Strand. Hier an der Bar trafen wir dann einen weiteren Motorradreisenden aus Deutschland. Stephan ist seit November mit einer BMW XChallange unterwegs von Berlin nach Kapstadt.

Am Morgen konnte der Mechaniker das Motorrad erfolgreich zum Laufen bringen. Und so zogen Tom und ich wieder allein los, zum 150 Kilometer entfernten Kande Beach, an dem wir ja eigentlich schon Weihnachten sein wollten. Um dort hin zu kommen mussten wir allerdings von der asphaltierten Strasse abbiegen und einem sandigen Weg folgen. Zwei oder drei Kilometer wuehlten wir uns durch die Piste, bis wir endlich vor dem Gate standen. Wir fanden einen schoenen gut gepflegten Platz gleich am Strand vor. Leider waren auch drei Overland-Busse dort. Doch auch ein gut ausgestattetes Tauchcenter ist hier ansaessig und so entschieden wir zu bleiben und buchten uns fuer einen Tauchgang am naechsten Tag ein. Wir sind gespannt, mal wieder einen Suesswassertauchgang zu wagen. Unser kurzer Schnochelausflug kurz vorm Abendessen war allerdings nicht besonders erfolgreich. Ausser Bilharzerose Schnecken, ganz kleinen, fast durchsichtigen Fischen und viel Schwebeteilchen konnten wir nicht viel Spannendes entdecken. Aber wir waren ja auch nur im Flachwasserbereich.

Am Abend fiel uns das Einschlafen schwer, einerseits durch die Waerme, andererseits auch wie erwartet durch den nicht enden wollenden Partywillen der Overlandbustourteilnehmer. Doch inzwischen sind wir die naechlichen Ruhestoerungen ja schon fast gewohnt ;-)
Trotz des Schlafdefizites waren wir am Morgen puenktich in der Tauchbasis (haben ja auch quasi vor der Tuer geschlafen). Nach einem ausfuerhlichen Briefing ging es mit einem kleinen Sodiak 5 Minuten weit raus aufs Wasser. Die Wassertemperatur und auch die Tatsache, dass wir im Suesswasser tauchten, war sehr angenehm. Fuer einen See waren sie Sichtverhaeltnisse ganz ok, wir tauchten an einem Jeep vorbei und sahen ein paar bunte Aquariumfische. Und ich bin ganz schoen stolz auf mich, denn ich bin durch meinen ersten Tunnel getaucht :-) Unser Fazit zu diesem Tauchgang:
Fuer einen Seetauchgang ganz gut, aber nichts im Verhaeltnis zu den Tauchgaengen im Oman.

Ein Aquariumfische im Lake Malawi

Nachdem wir wieder einigermassen trocken waren, traten wir direkt die Weiterreise an. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichten wir Cool Runnings, eine Unterkunft in Senga Bay. Wir betteten unser Zelt auf traumhaftem, gepflegtem Rasen, es gab saubere Duschen mit heissem Wasser und alles lag gleich am Strand vom Lake Malawi. Wir haben es sogar geschafft das Zelt so zu platzieren, dass wir am Morgen noch schoen im Schatten standen und eigentlich haetten ausschlafen koennen, doch leider war der fleissige Gaertner so nett und hat um halb acht mit Rasenmaehen begonnen... Und so haben wir es wieder geschafft uns am fruehen Morgen gleich wieder loszureissen. Lilongwe, die Hauptstadt Malawis, sollte das naechste Ziel sein. Hoert ihr auch den Ruf Suedafrikas? Es geht ransant abwaerts ;-)

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Gast Sonntag, 20 Oktober 2019
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