Three Pairs Of Underwear

Endlich wieder Sommer

Veröffentlicht von am in Blog_TPOU-Africa
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Ernsthafter Arbeitswille (Blog fertigstellen), verdammt guter Kaffe und fast noch besseres Eis, verzoegerten unseren Abschied von der Coffee Lodge mal wieder erheblich.
Erst gegen 16 Uhr statteten wir der nahen Stadt Mbeya einen kurzen Besuch ab. Prompt versuchte man uns ziemlich clever und fast kriminell Geld abzuknoepfen. Als wir naemlich mit dem Motorrad vor einer Bank hielten, kam direkt ein Mann mit einem Quittungsblock in der Hand angelaufen. Er sei von der Polizei und wir duerften hier nicht parken, deswegen muessten wir eine Strafe zahlen. Haben wir natuerlich nicht, Tom ist einfach nochmal um den Haeuserblock gefahren. Als ich dann wartend am Strassenrand stand, kam der gleiche Mann zu mir und erzaehlte mir er habe HIV und ich solle ihm doch ein bisschen Geld geben. Moechte nicht wissen was der dem naechsten Muzungu erzaehlt hat. Wir verliessen Mbeya jedenfalls recht schnell wieder in Richtung Sueden.

So luxurioes unsere letzte Unterkunft war, so einfach sollte die Naechste sein. Wir folgten der asphaltierten Hauptstrasse bis durch den Ort Tukuyu. Als dieser schon einige Kilometer hinter uns lag, bogen wir auf einen kleinen Pfad ab, welcher uns an Bananenplantagen, Maisfeldtern und vereinzelten Lehmhaeusern vorbeifuehrte. Wir erreichten nach einigen weiteren Kilometern das Gelaende einer christlichen Uni. Auf dem Vorplatz durften wir campen - Toiletten gab es, Duschen nicht. Dafuer wurden wir umso herzlicher empfangen und etwas zu Essen gab es in der kleinen Mensa auch. Wir hatten sogar Glueck, da in der Uni zur Zeit ein Projekt laeuft mit vielen externen Studenten, gab es Fleisch und Reis fuer alle (normal gibts Ugali mit Bohnen).

Mit vielem haetten wir hier ja gerechnet, aber nicht schon wieder auf Schweizer zu treffen. Und doch waren sie da. ;-) Das Paar unterrichtet an der Uni Englisch und Religion. Durch die Beiden erhielten wir erneut interessante Einblicke in das lokale Leben und Denken, sowie letzte Sightseeing Tipps, welche noch besucht werden sollten, bevor wir Tansania tschuess sagen.

Gesagt, getan. Am naechsten Morgen folgten wir einem schmalen Pfad, vorbei an kleinen Haeuseransammlungen - Doerfer konnte man es nicht nennen. Durch Mais, Bananen und Felder mit hohem Gras, zu einem versteckten Wasserfall. Der Clue war, dass man durch diesen von hinten hindurchsehen konnte. Hier befand sich naemlich eine Art Hoehle, die man betreten konnte.

Ein Wasserfall von hinten...

Wirklich noch ein schoener Fleck und ausser uns waren keine Touristen dort.
Fuer die zweite lohnenswerte Sehenswuerdigkeit (so die Aussage der Schweizer), The Bridge of God (die Bruecke Gottes), fuhren wir nochmal 20 Kilometer zurueck. Es handelt sich hierbei um eine natuerliche "Bruecke" welche aus einem Lawastrom entstanden ist. Vielleicht kommt es auf den Hintergrund an, mit welchem man diese betrachtet. Wir fanden es ganz nett...


...aber entscheidet selbst.


Auf der Teerstrasse cruisten wir dann ganz entspannt, Huegel um Huegel Richtung Malawi. Interessanterweise wurde es nach jedem Huegel, den wir naeher an Malawi rueckten, immer waermer. Als wir schliesslich an der Grenze ankamen zeigte das Quecksilber schon 32 Grad an, zudem schien auch die Sonne mit aller Macht. Da wir diese Temperaturen schon nicht mehr gewohnt sind schwitzten wir mal wieder ganz ordentlich. Als wir unser Stempel fuer die Einreise nach Malawi abholen wollten, kamen wir aus noch einem ganz anderen Grund ins Schwitzen. Mein Pass war schnell gestempelt, denn als Deutscher benoetigt man hier mal wieder kein Visum. Doch als die nette Dame am Schalter den schweizer Pass von Tom in den Haenden hielt, schockte sie uns doch ein wenig. Es waere ja gar kein Visum fuer Malawi im Pass, wunderte sie sich. Also ein Visum wuerden sie hier nicht ausstellen, da muessten wir erst nach Dar es Salam (800 Kilometer zurueck durch Tansania) und dort das Visum organisieren. Tom liess seinen ganzen Charme spielen und hatte schlussendlich Erfolg. Sie stellten ein Papier aus, dass ihn berechtigt innerhalb von 4 Tagen das Visum in Malawi ausstellen zu lassen. Puh, Glueck gehabt! Bevor wir die Schranke der Grenze ueberquerten, viel uns dann auch noch ein, dass wir in diesem Land reflektierende Aufkleber fuer den Toeff brauchen - weiss vorn und rot hinten. Schlauerweise hatten wir uns in Kigoma schon zwei grosse LKW-Aufkleber besorgt. Nun mussten wir uns nur noch passende Stuecke zurechtschneiden... Nach der Bastelaktion liessen wir unser Werk von einem anwesenden Polizisten kontrollieren. Er befand es fuer fast perfekt. So gut vorbereitet ging es also endlich nach Malawi.

Auf der sehr guten Teerstrasse fuhren wir entlang des Lake Malawi bis zum naechsten Ort. Wir hatten ja noch kein einheimisches Geld in der Tasche und bei der Waerme hier sehnten wir uns schon wieder nach einer kalten Cola. Als wir endlich einen Geldautomaten gefunden hatten, wollte dieser aber nicht arbeiten. Wir sollen mal ne halbe Stunde warten, dann geht der wieder hiess es von seite der Bankangestellten, sie arbeiten grad an dem Problem. Und tatsaechlich, nach einer halben Stunde im einigermassen angenehmen Schatten, bekamen wir unser Portmonaie garnicht mehr zu, vor lauter Malawi Quatcha. Was aber nicht an einer extrem schwachen Waehrung liegt, sondern an den grossen Scheinen (500 Mkw = 2,50 Euro). Nach unserem wohlverdienten kalten Getraenk folgten wir dem See weiter nach Sueden und bogen am Wegweiser nach Livingstonia ab. Die Piste schlaengelte sich in unzaehligen Haarnadelkurven den Berg hinauf. Meist war der Untergrund von losem Geroell bedeckt, was den steilen Anstieg in den engen Wendungen nicht gerade vereinfachte. Ich musste mich ganz dicht an Tom setzen, um das Gewicht moeglichst nach vorne zu bringen, doch das ein oder andere Mal lupfte das Vorderrad dann doch. Ich war ganz stolz auf Tom und den Toeff, denn nach einigen Anstrengungen erreichten wir die Lukwe Lodge gesund und munter. Wir entschieden uns hier nicht zu campen, sondern eine der auf Stelzen gebauten Basthuetten zu beziehen. Die Aussicht von der Terasse der Huette war einfach zu ueberzeugend, da sie gleich am Abhang gebaut waren.


Da laesst sich doch ganz entspannt am Blog arbeiten...


In der Nacht waren wir doppelt froh, nicht im Zelt zu liegen, denn es ging ein heftiges Gewitter mit starkem Wind und Regen nieder. Unsere Huette hielt stand und auch unser Motorrad stand am naechsten Morgen noch - Ich konnte lange nicht einschlafen, weil ich mir sorgen um unser Gefaehrt machte.
Doch andere Gaeste erzaehlten am naechsten Tag, dass ihre Huette sogar gewackelt haette.
Wir entschieden uns noch einen Tag hier zu bleiben, um ein wenig zu entspannen und mal wieder Waesche zu waschen, war dringend Zeit ;-) Ausserdem lernten wir dadurch 2 Belgier kennen, die hier mit zwei kleinen 125-er Motorraedern eintrafen. Einer von ihnen lebt in Malawi und gab uns seine Adresse, damit wir das neue Carnet de Passage schicken lassen koennen - spitzenmaessig! Eine Sorge weniger (das Aktuelle laeuft naechsten Monat aus). Ausserdem versprach er uns, Hilfe bei unserem Reifenproblem zu leisten, wenn wir in Blantyre eintreffen. Wir sind gespannt, ob es eine Moeglichkeit gibt, an neue Schuhe fuer unser Toeff zu kommen. Noch steht die weitere Route von Malawi nach Suedafrika nicht fest, das haengt vom Gummierfolg ab

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Gast Dienstag, 26 März 2019
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