Three Pairs Of Underwear

Plan B

Veröffentlicht von am in Blog_TPOU-Africa
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Ja, wie haben wir am Anfang dieser Reise schon immer wieder betont? Plaene aendern sich. Doch die Entscheidung zu Plan B haben wir dieses Mal bereits getroffen, bevor dieser ueberhaupt bestand.
Die Liemba faehrt nicht - zumindest nicht in den naechsten Wochen. Ein Problem am Motor oder Antrieb selbst, scheint grosser zu sein als von den Ingenieuren an Bord bislang angenommen. Informiert wurden wir natuerlich nicht vorab (am Montag wo wir unser Ticket in Empfang genommen und bezahlt haben, bestanden bereits Zweifel), sondern erst als wir guten Mutes und puenktlich am Hafen zum Boarden eintrafen.

Das Folgende kurz in Stichworten:

  • Zum Bookingoffice, um das Geld zurueck zu bekommen (kein Wechselgeld verfuegbar, wird aber gleich organisiert)
  • Kurzbesichtigungstour auf Liemba mit dem Kapitain persoenlich (Schade, es waere ein schoenes Erlebnis gewesen auf diesem bald 100 jaehrigen Dampfer, der nur 2 Mal gesunken ist, zu reisen.
  • Zum Imigrationsoffice am Hafen, um das Transit-Visa zu verlaengern (langes Blabla - Ergebnis: hier nicht moeglich)
  • Zurueck zum Bookingoffice (Wechselgeld noch nicht da)
  • Aufsuchen einer weiteren Passagierin, der wir beim Buchen des Tickets am Montag das Geld ausgelegt hatten (nicht mehr in ihrer Unterkunft und seit 3 Stunden auf dem Weg zum Hafen: Verschollen?)
  • Wieder zum Bookingoffice (Wechselgeld noch nicht da, koennte aber vielleicht schon bald da sein...)
  • Aufsuchen eines entfernteren Imigrationsoffices (wir haben ein bisschen auf die Traenendruese gedrueckt und waren erfolgreich: Visa um eine Woche kostenlos verlaengert)
  • Alternativroute mit Locals besprochen (Wenns trocken bleibt ist's ok, bei Naesse kaum ein Durchkommen, doch der einzige Weg)
  • Zurueck zum Bookingoffice (Die verschollene Passagierin ist wieder aufgetaucht und Wechselgeld auch da)



Bye, bye alte Lady

Vier Stunden spaeter und zwischenzeitlich vier Uhr Nachmittags waren wir beide trotzdem oder gerade auf Grund der ganzen Situation noch in der Stimmung zum Weiterfahren. Der naechste Ort mit Uebernachtungsmoeglichkeiten befindet sich 105km auf Lehmpiste entfernt von Kigoma. On the road again - wir sind also wieder aus eigener Kraft unterwegs Richtung Sueden. Etwas Kummer bereiten uns nun die abgelaufenen Reifen, die wir mit viel Glueck vielleicht in Malawi austauschen koennen. Nun werden wir aber ungeplante 800 km mehr fahren, auf wohl schlammigem Terrain, wo gutes Profil bitter noetig waere.

Wir haetten unseren Abfahrtzeitpunkt nicht besser waehlen koennen, denn die letzten drei Tage hat es nicht geregnet und so konnte die vor uns liegende Piste weitestgehend abtrocknen - dachten wir. Nach einigen Kilometern unterwegs... Regen, zwar nicht heftig, aber genug um die Piste rutschig zu halten und die bestehenden Schlammloecher zu erhalten. Nach dreieinhalb Stunden erreichten wir dann aber doch den angepeilten Ort Uvinza. Ein Ort in dem Muzungus (Weisse wie wir) wohl nicht so oft vorbeischauen, wie wir schnell merken sollten.

Unser Unterkunft, die Sleep Lodge, ist ein suesses Haus ganz in Tuerkis und Rosa gehalten und wurde erst im Sommer 2009 eroffnet. Wie wir anhand des Geastebuches an der Rezeption sahen, waren wir die ersten Europaer, die hier bisher eingecheckt haben (Ausser uns noch 4 Asiaten).
In Europa wuerde man es vielleicht als kleines Hotel mit angeschlossenem Restaurant (ein Sitzplatz) und hauseigener Schlachtung bezeichnen. Denn als wir unser Essen, Ugali mit Huhn, bestellten, kam kurz darauf jemand mit dem lebenden Tier um die Ecke. Gekocht wurde auf Kohle vor dem Minirestaurant denn innen war gerade genug Platz fuer eine Person zum Stehen.

Unser Heim in Uvinza

Waerend der Wartezeit aufs Essen liefen wir in das Ortszentrum. Die Kinder des Dorfes hingen uns an den Fersen und wollten, dass wir Fotos von ihnen machen. Wenn sie sich dann auf dem Display der Kamera sahen freuten sie sich wie Schneekoenige und dachten sich immer neue Posen aus. Sogar zwei Frauen, vor ihrem aus Holz gezimmerten Verkaufsstand, baten um ein Foto, um sich mal auf der Kamera zu sehen. Es war inzwischen schon ganz dunkel und uns wurde bewusst, dass es im ganzen Ort keine Elektrizitaet gab. Aber gerade das zeichnete die Atmosphaere hier aus.

In unserem Hotel gab es allerdings abends ab 19 Uhr Strom dank eines Generators. Was uns jedoch eine eher unruhige Nacht bescherte, denn man traf sich im Hinterhof unserer Bleibe zum lautstarken Fernsehabend. Der Weg dorthin fuehrte direkt an unserer duennen Holztuer vorbei. Scheinbar ist es hier auch nicht ueblich, aus Ruecksicht ein wenig leiser zu sprechen.

Am Morgen wollten wir zeitig los, denn die gut 200km lange Strecke nach Mpanda, dem naechsten groesseren Ort, gilt als anspruchsvoll. Kurz vor unserer geplanten Aufstehzeit vernahmen wir das Geraeusch von Regen, der auf das Blechdach trommelte. Bei Naesse sei die geplante Strecke fast garnicht machbar, hatte man uns in Kigoma gesagt. Im Halbschlaf beschlossen wir einstimmig und ohne Worte, weiter auszuschlafen, noch einen Tag laenger in Uvinza zu bleiben und auf besseres Wetter zu hoffen.

Gegen Mittag wagten wir uns auf der Suche nach etwas Essbarem vor die Tuer, es regnete noch immer. An einem kleinen Shop am Strassenrand gab es zwar nichts Essbares, dafuer erstanden wir etwas Waschpulver in reisetauglicher Groesse. Der Shopbesitzer sprach recht gut Englisch und fragte uns erstaunt: "Ihr wollt bei mir einkaufen?" Als wir in fragten warum ihn das wundere, entgegnete er, dass es doch nur sein kleiner Laden ist und wir doch Musungus seien. Er freute sich aber sichtlich ueber unseren Besuch. Als wir ihn fragten, wo wir denn etwas zu Essen bekommen koennten, antwortete er, dass es hier an der Strasse nur lokales Essen gaebe. Wie wir ihm fuer den Tip dankten und verstaendlich machten, dass es ja genau das ist was wir moechten, erhellte sich sein Gesicht erneut.

Wir fanden schliesslich ein kleines Restaurant. An der weis getuenchten Lehmfassade blaetterte an vielen Stellen nicht nur die Farbe ab. Die Eingangstuer bestand aus einem loecherigen, ergrauten Hekelvorhang und als wir eintraten, mussten sich unser Augen erst an das schummerige Licht gewoehnen. Einfache Holztische standen rechts und links an den kahlen, braunen Waenden. Gegenueberliegend zum Eingang befand sich ebenfalls eine Tuer, die zur Kueche fuehrte. Die Kueche bildete sich aus einem Strohdach, gehalten durch das Restaurantgebaeude und das Dahinterstehende, einer Feuerstelle und einer Flaeche zum Chapati (eine Art Fladenbrot) machen. Die Koechin hockt bei ihrer Arbeit einfach auf dem Boden.
Wir nahmen an einem der Holztische platz, die Plastikdecke klebte leicht, was wohl an den noch vorhandenen Zuckerkruemeln von den Vorgaengern lag. Ausser uns waren noch 2 weitere Gaeste (natuerlich Dorfbewohner) anwesend. Einer von ihnen, John, sprach Englisch, er half uns bei der Bestellung in Swaheli und unterhielt sich mit uns.

Waerend wir unser Chapati mit Bohnen assen, tauschten wir also Vorstellungen ueber seine und unsere Lebensweise aus. John sagte, er lebe in solch einer Lehmhuette natuerlich waere er arbeitslos, denn hier gaebe es nichts fuer ihn zu tun. Wir meinten, solche Lehmhuetten waeren doch nicht das Schlechteste, es ist ein angenehmes Klima innen und man bleibt bei Regen trocken. Er entgegnete, dass die Hauser bei uns zu Hause doch viel schoener seien, auch wuerden wir ja viel mehr Geld verdienen. Doch er verstand, dass man in Europa noch viel mehr gezwungen ist, mehr Geld zu Verdienen, da das Leben von Grund auf viel mehr Kosten beinhaltet. Sei es um Versicherungen, Dach ueber dem Kopf und andere Dinge des alltaeglichen Lebens zu bezahlen. Das Essen, was wir hier gerade fuer 60 Cent erstanden haben wuerde bei uns bestimmt 10 Euro kosten. Schlussendlich bleibt dem Grossteil der Menschen bei uns auch nicht so viel Geld zum Leben. Ausserdem erscheinen uns viele Menschen, gerade die Kinder, hier gluecklicher. Das beschaeftigte ihn und leuchtete ihm wohl ein. Wie sicher es denn ueberhaupt sei, fuer jemanden wie ihn in Europa, fragte er dann, wegen der Rassenverfolgung. Schnell klaerten wir ihn auf, dass dies ja nun zum Glueck ueber 50 Jahre her sei und er nun warscheinlich weniger auffallen wuerde bei uns, als wir hier im Land. Ein wenig nachdenklich verliessen wir nach dem Essen das Restaurant.

Wieder zurueck in unserer Lodge erkundigten wir uns nach der Wetterlage. Warscheinlich wuerde es noch regnen, vielleicht auch nicht... manchmal dauert der Regen sogar 3 Tage an, manchmal gehts schneller vorbei.
Irgendwie hat die Situation hier ja was Lustiges. Zu Hause haben alle Angst vor Glatteis und Schnee und hier haengen wir wegen Regen fest. Verlaessliche Auskuenfte zu bekommen ist schwer, denn so was wie Wetterbericht im Fernsehen oder Internet steht uns hier nicht zur Verfuegung und waere wohl auch wenig verlaesslich.

Nach einer erneut unruhigen Nacht (zur Zeit wird der Afrika Cup im Fernsehen uebertragen) packten wir frueh unsere Sachen und beluden das Bike. Es war ein trueber und kuehler Morgen, die Wolken bildteten einen schweren dunkelgrauen Schleier, kein Fleckchen Blau war zu erkennen. Doch es regnete nicht, noch nicht?
Schon das Verlassen des Lodgegelaendes gestaltete sich nicht ganz einfach, die Strasse war noch immer schlammig. Aus dem Ort heraus wurde es nicht besser, die matschige Strecke war von tief eingewuehlten Fahrspuren durchzogen. Aber es sah nicht danach aus, dass sich das Wetter in den naechsten Tagen erheblich verbessern wuerde, also Augen zu und durch. Ausser uns waren nicht viele Fahrzeuge unterwegs und wenn, dann auch nur uns entgegenkommende Lastwagen, die Holz aus dem nahen Waldgebiet transportierten. Die spaetere Strecke hatten wir meist fuer uns allein. Sie fuehrte mal durch dschungelartigen Wald, mal durch gruenes Huegelland in dem riesige graue Felsbrocken ruhten. Der Untergrund variierte zwischen matschig, schlammig, rotem Lehm und nassem schwerem Sand. Immer wieder versperrten grosse tiefe Pfuetzen, ja fast Seen den Weg. Wir lernten den Untergrund foermlich zu lesen und stellten uns schnell mit unterschiedlicher Fahrweise darauf ein.

Wir versuchten drueber zu gehen - hat aber wieder mal nicht geklappt...

Etwas verwundert stellten wir fest, dass alle auf unserer Karte eingezeichneten Doerfer, entweder gut versteckt waren oder einfach nicht existierten. Nach 8,5 Stunden erreichten wir also ohne Pause und ziemlich erschoepft, die kleine Stadt Mpanda. Abzuziehen von der Fahrzeit sind nur die Schiebe und Gepaeck-Tragepassagen.

Fazit:

  • Unzaehlige Male geflucht
  • Nina musste mindestens 20 mal absteigen und das Bike stabilisieren
  • 8 Faststuerze, die von Tom tapfer ausbalaciert wurden
  • es gab 5 mal nasse Fuesse fuer Nina und 4 mal fuer Tom
  • 4 mal gingen kraeftige Regenschauer auf uns nieder
  • 2 mal das Bike auf die Seite gelegt - Sturz im Stand ohne weitere Folgen
  • einmal das Bike in einer Fahrrinne abgestellt - zaehlt nicht als Sturz... ;-)
  • einmal in einer Pfuetze stecken geblieben - das Gepaeck runter kraeftig anschieben und Motor aufdrehen, das Bike war befreit und Nina eingematscht

Fazit des Tages

In der Karibuni Lodge in Mpanda fanden wir ein ordentliches Zimmer, etwas zu Essen und jemanden der unser Toeff mit einer Waesche verwoehnte. Tom wechselte noch schnell die Bremsbelaege hinten, denn die waren doch ziemlich runter. Gegen Acht lagen wir im Bett und wollten nur noch schlafen. Was uns etwas erschwert wurde durch die angrenzende Bar, die ziemlich laut Musik spielte, bis ungefaer halb eins...

Einigermassen erholt traten wir am naechsten Morgen guten Mutes die vermeindlich gute Piste nach Sumbawanga an. Es regnete nicht, die Sonne schien sogar. Die Streckenbeschaffenheit koennte fuer die hiesigen Verhaeltnisse fast als Autobahn bezeichnet werden. Auf dem Stueck durch den Nationalpark wurden wir nur kurzfristig von Tsetse-Fliegen begleitet, die Giraffen gingen auch freiwillig aus dem Weg und der Bus der quer im Schlamm steckte und den Weg blockierte, war auch recht schnell befreit. Fast haetten wir diesen Tag problemlos bewaeltigt. Doch es sind ja Nina und Tom, die hier reisen... Mitten auf der Strasse stand naemlich ploetzlich ein hoelzernes Schild auf dem rote Worte in Swaheli standen. Die Autospuren fuerten nach rechts in eine Umfahrung, aber Pasanten bedeuteten uns, dass wir unseren Weg ohne weiteres geradeaus fotsetzen koennten. War die naechsten 15 Kilometer auch kein Problem, wenn da nicht auf einmal eine Bruecke gefehlt haette.


Da fehlte was...

Wir berieten uns kurz und entschieden, nicht umzudrehen sondern den kleinen Fluss ohne die Bruecke zu ueberqueren. Also Gepaeck runter, auf die andere Seite tragen, Toeff durchs Wasser fahren, Gepaeck wieder drauf und weiter - soweit der Plan. Zwischenzeitlich hatten ein Frau mit ihrer Tochter den Fluss durchquert, sie trugen 2 Saecke auf dem Kopf, welche sie auf der anderen Seite abstellten um unsere Vorbereitungen zu beobachten und das Schauspiel fuer eine Pause zu nutzen. Ein Bauer mit seiner Kuh an der Leine wartete ebenfalls auf der gegenueberliegenden Seite ab was passiert und sah uns mit verschraenkten Armen zu. Bis hinunter zum Wasser klappte alles planmaessig, leider schafften wir aufgrund des geringen Reifenprofils die kleine Kante des Ufers aufwaerts nicht. Sofort eilte die Frau zur Hilfe, stellte sich in den Fluss und schob zusammen mit mir kraeftig an. Das wirkte und einige Minuten spaeter hatten wir es mit vereinten Kraeften geschafft. Zum Dank reichten wir der Frau eine Packung Kekse, die sie erst garnicht anehmen wollte, sich dann aber doch sehr freute und gerne mit der Tochter teilte.
Tom und ich wollten gerade beginnen, das Gepaeck wieder anzubringen, als sich der Bauer mit der Kuh auch auf den Weg durch den Fluss machte. Eilig stampfte sie durchs Wasser und schnauften die Boeschung auf unserer Seite wieder hinauf, der Bauer schleifte hinterher. Bei uns angekommen, wollte sie genuesslich an unserem Rucksack kauen, Toms Versuch sie davon abzubringen quitierte sie mit einem Kopfhieb gegen seinen Oberschenkel. Dann startete sie einen Versuch das Bike auf die zum glueck kurzen Hoerner zu nehmen, wovon ich sie erfolgreich abhalten konnte. Doch nun war ich die Zielscheibe, sie lief hinter mir her und drohte. Nur ein beherzter Satz auf einen Erdhuegel am Rande der Strasse rettete mich. Gleichzeitig hingen Tom und der Bauer nun am Strick und ein weiterer herbeigeeilter Helfer warf mit einem riesen Stein nach ihr. Warscheinlich hatte sie dieser Stein ueberzeugt und sie aenderte in die vom Bauern gewuenschte Richtung. Wohl froh, dass sie sich so entschieden hatte, folgte er ihr eilig und wortlos.
Da sag noch einer in Afrika gibt es gefaehrliche Tiere; Loewen, Bueffel, Elefanten, alles haben wir schadlos und friedlich ueberlebt und dann kommt so ne bloede Kuh und wird handgreiflich.

Gaaaanz agresive Kuh...

Als der Schreck ueberwunden war, ging es dann auch fuer uns weiter, froh nicht den Umweg gefahren zu sein. Denn der Strassenuntergrund war wieder gut. Eine schlammige Passage meisterten wir mit wenig Anstrengung, doch was uns ein wenig zu Denken gab, war die Baumaschine, die dort im Schlamm steckte. Sollten etwa eine chinesische Strassenbaugesellschaft wieder ihr Unwesen in diesem Gebiet treiben?

Wir habens halt dann geschafft... aeaetsch...

Wir haben naemlich den Verdacht, dass die Chinesen die Streckenabschnitte, bei denen sie den Zuschlag bekommen haben eine Strasse bauen zu duerfen, schonmal vorsorglich alle umgraben, damit ihnen das keiner mehr streitig macht. Jedenfalls ist immer da, wo ein Chinese sich herumtreibt auch irgendwo ne schlechte Piste zu finden...
Als metertiefe, schlammige Fahrspuren wenig spaeter wieder die Strecke blockierten, erhaertete sich unser Verdacht. Doch da hilft ja alles Jammern nichts, auch diese Huerde wuerden wir irgendwie meistern. Erneut luden wir das Gepaeck ab und trugen es ans Ende der Schlammpassage. Zum Glueck war der naechste Ort nicht so fern und somit gab es einige wenige Passanten die mit anpacken konnten, so gelang es dann unser Toeff auch hier hindurch zu buchsieren. Fuer heute hatten wir die schwierigen Stellen geschafft und laut den Aussagen aus Kigoma wuerde 50km vor oder nach der naechsten Stadt asphaltierte Strasse beginnen. Als wir in Sumbawanga einfuhren, war tatsaechlich Schluss mit Offroad und glatter Asphalt begruesste uns. Schnell fanden wir Unterschlupf in einem Hotel welches endlich auch wieder eine heisse Dusche zu bieten hatte. Was fuer eine Wohltat nach den 3 anstrengenden Tagen. Erst jetzt, wo die Anspannung nachliess bemerkten wir, dass nahezu jeder Muskel schmerzte. Morgen geht es auf Asphalt entspannt nach Mbeya und wir sind endlich wieder in zivilisiertem Gebiet.

Die Freude ueber den Asphalt waerte am naechsten Tag nicht lange, denn einige Hundert Meter nach der Stadt war schon wieder Schluss mit Lustig. Was dann folgte war keine Strasse, sondern eine Aneinanderreihung von Schlagloechern. Asphalt? War auch da - und zwar in willkuerlich verteilten 50m Abschnitten, ziemlich genau 5 mal, ob sie das so gemeint hatten, als sie sagten 50km danach sei alles geteert? ;-)

Kurze Freuden sind auch schoen...

Irgendwann riefen mein Sitzfleisch und alle anderen Knochen und Muskeln foermlich nach einer Pause - man diese Strecke ging echt an die Substanz. Nachdem wir fuer einen Spottpreis in einem kleinen Dorf kiloweise Bananen eingekauft und teilweise verspeist hatten und lauwarme Cola getrunken hatten fuehlten wir uns wieder einigermassen fit. Laut unserem GPS koennte der Strassenbelag sich aendern sobald wir das Grenzgebiet zu Sambia erreichen. Tatsaechlich, wir folgten ein Stueck parallel der Grenze, dann folgte ein Abzweig wieder ins Landesinnere und dieser war, wir konnten es kaum glauben ENDLICH GETEERT! Bis 20km vor Mbeya
folgten wir dieser Strasse und genossen es dahinzugleiten. Dann folgten wir freiwillig einer Holperstrasse in die Berge, wo wir bei einer Coffee Lodge uebernachten wollten. Ruhe, gutes Essen, heisse Dusche und sogar einen Pool gab es, alles leider etwas teuer fuer unser Budget. So zelteten wir fuer 20 Dollar auf dem Helikopterlandeplatz. Hier im Restaurant lag uebrigens ein Reisefuehrer aus, in dem wir folgenden Text fanden:

(Zitat: Reise Know-How - Tansania - 2007)
"Die Strecke von Uvinza bis Mpanda ist in katastrophalem Zustand [...] In jedem Fall benoetigen Sie hier einen Allrad-Gelaendewagen und mindestens einen vollen Tag Zeit. Vorsichtshalber sollte man mit mindestens zwei Fahrzeugen fahren. Ich habe schon von Leuten gehoert, die hier aufgrund einer Panne allein auf sich gestellt mehrere Tage festhingen. Nehmen Sie genug Trinkwasser mit! Die Strecke hat einige Sandpassagen und zum Teil Scharfkantige Stufen an steilen und sehr steinigen Steigungen und fuehrt durch einen dichten Miombo-Wald. Den groessten Kampf fuehrt man allerdings gegen die drueckende Hitze und die aggressiven Tsetse-Fliegen. Die meisten der auf den Karten eingezeichneten Doerfer existieren nicht mehr, ihre Einwohner haben das Gebiet den Tsetse-Fliegen ueberlassen. Sie werden daher kaum einem Fahrzeug begegnen und wenn, dann sind es meist Ortsfremde, die sich unwissend in dieses Gebiet hineingewagt haben, da dieser Streckenabschnitt auf allen Strassenkarten als Hauptverkehrsstrasse eingezeichnet ist."


Hm, das erklaert einiges, auch wenn es nicht so schlimm war wie hier angedroht. Aber gut, dass wir es nicht vorher glesen haben.

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Gast Donnerstag, 18 Juli 2019
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