Three Pairs Of Underwear

Vorbei am Living-Stone nach Kigoma

Veröffentlicht von am in Blog_TPOU-Africa
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Unsere Abreise aus Bujumbura begann mit einem Besuch beim Baecker im Stadtzentrum. Normal nicht weiter zu erwaehnen, klar. Aber hier gab es wirklich alles was Schleckermaeuler sich so wuenschen. Lange-, kurze- und runde (?) Schweizer Finger (Schlueferli - laut Tom) Aber auch Puddingteilchen (Cornet - laut Tom), Waffeln und sogar richtige Schokocroissants (Paint au Chocolat - laut Tom). Wir konnten garnicht so viel Essen wie wir wollten. Wir geben zu, ein bisschen vermissen wir die heimische (Rondo.- laut Tom) Backkunst.
Doch wir wollen ja weiter, Tansanias Grenze wartet und wir muessen heute noch unser Ticket fuer die MS Liemba im Hafen von Kigoma kaufen. Morgen legt das Schiff ab Richtung Zambia.

Unser Weg fuehrte entlang des Tanganika Sees auf guter Strasse mit einigen Schlagloechern. Es kam ein wenig Karibikfeeling auf. Auf der einen Seite begleitete uns der Blick auf das Wasser und um uns spielte sich das pralle Leben ab. Die Strassen und Doerfer waren bevoelkert von jeder Menge bunt gekleideter, froehlicher Menschen, unterwegs mit Fahrrad oder Moped von einer Ortschaft in die Naechste. Es ging vorbei an Plantagen aus Dattelpalmen und Bananenbaeumen.
Wir hielten allerdings nur zweimal um unseren Kulturbedarf fuer den Tag auch zu decken. Das erste Mal an einer unscheinbaren Stelle am Strassenrand, von dort ging es zwischen zwei Lehmhaeusern hindurch zu der Stelle an der angeblich der Entdecker Mr. Livingstone von Mr. Stanley gefunden wurde. Ein grosser Stein markiert heute die Stelle. Man ist sich jedoch nicht ganz sicher, ob Livingstone wirklich in Burundi gefunden wurde oder doch in Tansania. So gibt es zwei Stellen, die man besuchen kann, diese hier und einen Mangobaum in Ujiji (Tansania).


Ob damals der Stein schon da war?

Fuer den zweiten Stopp bogen wir von der Hauptstrasse ab und folgten einer sandigen Piste durch ein Dorf wieder zum Seeufer. Dort stand ein verbarrikadiertes, abbruchreifes Haus und hundert Meter weiter zum Wasser konnten wir ein Denkmal ausmachen, welches zwei Entdeckern gewidmet ist. Niemand sonst war hier und wir machten es uns auf einer Mauer gleich neben einem Baum gemuetlich fuer eine kurze Pause. Eine einheimische Frau tauchte auf, schloss das eben genannte Gebaeude auf und trug, gefolgt von zwei Maennern, zwei Plastikstuehle in unsere Richtung. Wie nett dachten wir, sie bringen sogar Stuehle fuer uns. Doch weit gefehlt, die Maenner nahmen Platz. Die Frau verschwand kurz um mit zwei Bier fuer die Herren zurueckzukommen. So sassen sie da, sahen uns an und wollten wohl unterhalten werden. Wir taten ihnen fuer ein paar Minuten den Gefallen, dann verabschiedeten wir uns freundlich.

Eine Weile spaeter gebot uns das GPS von der Hauptstrasse abzubiegen und einer breiten roten Piste zu folgen. An einer Kreuzung in einem Dorf hielt uns ein Zollbeamter an und bat uns ins Grenzhaeuschen. Obwohl die Grenze noch einige Kilometer entfernt ist, konnten wir hier schon die Fahrzeugformalitaeten erledigen. Die folgende Piste war nicht besonders gut aber machbar. Als wir die Schranke erreichten wurden wir nur noch durchgewunken und waren raus aus Burundi. Nach einigen Diskussionen erhielten wir an der Grenze zu Tansania dann ein 14 Tages Visum und durften eine dubiose Benzinsteuer von 5 Dollar bezahlen.
Geschaffte Einreise erledigt, nun muessen wir nur noch nach Kigoma, sind ja nur noch 60km. Ein Klacks, wenn da nicht die Chinesen waeren. Hier wird naemlich eine neue Strasse gebaut, davon sieht man allerdings nur die Baustelle, welche keine wirkliche Bereicherung an den Fahrkomfort darstellt. Von einem Matschloch kaempften wir uns in das naechste und auch die in Geroell gehuellten Abfahrten waren kein Zuckerschlecken.

Davor war es wohl einfacher zu fahren...

Diese Strasse wird bestimmt mal traumhaft schoen, was die Aussicht angeht aber das dauert noch laaange. Endlich hatten wir die Baustelle hinter uns gelassen, die Strecke war wieder fahrbar, doch dann blockierte ein grosser Erdhuegel die Strasse. Ein Mann sprang dahinter hervor und meinte wir sollten drueber fahren, doch das war selbst fuer ein Fahrrad kaum machbar. Gluecklicherweise gab es eine Abzweigung, welche wir nehmen konnten. Ein ganz schoener Umweg, er fuehrte mitten durch ein riesiges Waldgebiet an einsamen Doerfern vorbei. Wirklich schoen, Afrika pur, doch leider mussten wir uns beeilen, denn wir brauchten heute noch die Tickets fuer die Liemba.

Das Gate vom Hafen in Kigoma war schnell gefunden, doch zu unserem Entsetzen stellten wir fest, dass es schon 19 Uhr war und niemand von den Hafenangestellten mehr anwesend war. Der Uniformierte Wachmann teilte uns mit, dass die Liemba vermutlich am naechsten Tag nicht ablegen wuerde, denn es seien Wartungsarbeiten zu machen. Er war sich aber nicht ganz sicher uns empfahl uns am naechsten Morgen im Office nocheinmal nachzufragen.

Da es nun schnell dunkler wurde suchten wir eilig eine Unterkunft, welche wir mit der "High Tech Lodge" schnell fanden. Ein schoener Platz und irgendwie lustig. Das Zimmer wurde uns mit dem Versprechen vermietet, dass fuer Warmwasser nur ein Schalter umgelegt werden muss. Das Fruehstueck ist inclusive aber nur fuer eine Person. Wie sich herrausstellte ist in unserem Zimmer gar kein warmes Wasser verfuegbar und war auch nie. Beim Fruehstueck staunten wir nicht schlecht, denn das Buffet war fast leergeraeumt. Die nette Dame der Rezeption sagte uns, das sei so, denn das haben andere Gaeste gegessen. Auch scheint es im Handbuch fuer Kellner zu stehen, dass man sich in eine Ecke stellt und die Gaeste beim Essen beobachtet - so zeigt man schliesslich seine Praesenz ;-) Nun ja, wir fuehlen uns trozdem ganz wohl.

Auch Kigoma ist ein nettes kleines Staedtchen, sehr entspannt und ruhig. Wenn da nicht unsere Verhaftung gewesen waere. Eines schoene Tages erforschten Tom und ich die kleinen Pfade entlang des Sees. Was man da so alles entdecken kann, Stallungen gebaut aus Eisenbahnschwellen (Krupp 1913), nackte Jungs die im See baden und eben die Liemba. Einen tollen Blick hatten wir auf den Hafen und dachten uns, da lichten wir das geschichtstraechtige Schiff mal schoen ab. Im Hafen lagen auch noch 3 Militaerboote oder sagen wir mal 3 schwach motorisierte Ruderboetchen mit Antenne.


Sucht selbst...

Auf unseren Bildern jedoch geschickt durch Gras verdeckt und somit nicht zu erkennen. Das wussten die, wohl mit Feldstechern bewaffneten, Uniformierten nicht und setzten uns gleich auf die Liste des Boesen. Ein Spaehtrupp wurde ausgesandt - und hat uns auf dem Rueckweg entdeckt. Mit Klatschen und "You, you, Stop!" -Rufen nahmen sie unsere Verfolgung auf. Wir sind es ja schon fast gewohnt, dass uns die Leute nachrufen, so nahmen wir es erst garnicht war.
Ein Soeldner in Turnschuhen und mit abgerissenen Aermeln, knapp 18-jaehrig schaetzen wir, ein korpulenter Herr in dunkelblauem Florida Keys T-Shirt und ein aelterer Herr mit roter Lesebrille stellte somit nun unseren Gegner dar. So gut es ihr Englisch zuliess, baten sie uns ihnen zu folgen. Ausweise oder ID hatten sie natuerlich keine. Naja wiederwillig folgten wir ihnen, zu erst ueber den Weg, dann wollten sie in ein Maisfeld Richtung Hafen abbiegen. Ich weigerte mich ihnen dorthin weiter zu Folgen und schlug mit Tom den Weg zum Hauptgate des Areal ein. Leider waren inzwischen auch sie eingetroffen und baten uns 5 Minuten zu warten, denn die geschossenen Bilder muessten vom Geheimdienst oder so, geprueft werden. Nach einer halben Stunde drohte ich dem rotbebrillten Herren, dass ich langsam Hunger bekaeme und dann sehr ungemuetlich werden kann. Schnell bot er uns einen Tee an, den wir jedoch ablehnten. Nach einer dreiviertel Stunde trafen dann 3 uniformierte Herren ein. Sie und ungefaehr 5 Umherstehende warfen mehrere Blicke auf das Display unserer Kamera und befanden die Bilder fuer ungefaehrlich. Wir durften gehen.

Waerend unserer Zwangspause erkundeten wir die lokalen Restaurants, entdeckte sogar eine Baeckerei mit Eis und zwaengten uns durch die engen Gassen des kleinen Marktes. Die Liemba schwimmt immer noch im Hafenbecken und so hoffen wir, dass die Wartungsarbeiten erfolgreich waren. Am Montag konnten wir jedenfalls unsere Tickets schon abholen und bekamen eine Kabine zugeteilt. Nun sind wir ganz gespannt auf die Verladung unseres Toeffs morgen, drueckt mal alle Daumen, dass alles gut geht.

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Gast Dienstag, 26 März 2019
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