Three Pairs Of Underwear

Raus aus Kampala und ab in den Sommer - ein vorerst letztes mal ueber den Aequator

Veröffentlicht von am in Blog_TPOU-Africa
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Wir verliessen Kampala in Richtung Fortportal (kurz vor der Grenze zum Congo). Der Weg war wenig aufregend, fast schon langweilig, denn die Strasse war gut geteert und wir konnten einfach dahin gleiten. Beidseitig der Strasse sahen wir Gruen so weit das Auge reicht. Riesige Flaechen waren von Sumpfpflanzen bewachsen, die aussahen wie manshohe, ueberdimensionale "Pusteblumen". An anderen Stellen ragten Bananenpflanzen durch undurchdringlich scheinenden Dschungel der sich ueber die flachen Ebenen etwas unterhalb der Strasse zog und auch nicht an den angrenzenden Bergen endete. Nicht selten fragten wir uns, ob es fuer Menschen ueberhaupt moeglich ist hier durchzudringen.

Nur wenige Ereignisse veranlassten uns zum kurzen Halt. In einem Dorf lag eines dieser kleinen Motorraeder am Strassenrand - kaum zu sehen, denn es war von einem riesigen Schuhberg verdeckt. Der Fahrer war gerade dabei den Hinterreifen zu flicken, war aber natuerlich nicht abgeneigt gleichzeitig Handel mit uns zu treiben. Da nicht sicher ist wie lange Toms Schweizer-Militaerstiefel diese Reise noch durchstehen und auch Markus auf der Suche nach festem Schuhwerk war, hielten wir und wagten einen naeheren Blick. Fast neue und leicht gebrauchte Wanderstiefel in den verschiedensten Groessen und uns gut bekannten, teuren Marken (Meindl, Salomon, Raichle) waren am Heck des Motorrades angebunden. Zum Schnaeppchenpreis von gerade mal 25 Euro. Wir wunderten uns ein wenig, wie er diese Schuhe so guenstig anbieten kann - waren es Kleiderspenden, oder sind es gar Schuhe derer uns bekannten Reisenden, denen selbige an anderen Stellen im Land gestohlen wurden? Wie dem auch sei, fuer Tom war weder die passende Groesse noch Modell zu bekommen und so kamen wir mit dem Haendler nicht ins Geschaeft.

Die Sonne war schon untergegangen, als wir abseits der Strasse, entlang von eingetrockneten Elefantenhinterlassenschafften das kleine Camp vom Uganda Wildlife Autorities erreichten. Zu faul zum Errichten des Zeltes entschieden wir uns fuer eine preiswerte Banda (kleine Huette). Ein ueppiges Mahl einheimischer Spezialitaeten zusammen mit der eintoenigen Fahrt des Tages liessen uns gemaechlich einschlummern. Im Halbschlaf, so erinnert sich Tom, war ueber knapp 5 Sekunden ein Vibrieren und Ruetteln zu merken. Die Alarmanlage des Bikes bestaetigte dies durch ihere unueberhoerbare Sirene. Aus dem gerade begonnenen Traum gerissen, war uns allen nicht so ganz bewusst was da gerade passiert war. Ist vielleicht ein Elefant gegen das Haus gelaufen? Wir glauben, es war ein Erdbeben. Na toll, schon wieder ein Erdbeben, von dem ich nichts bemerkt habe - denn ich wurde erst durch das Hupen der Alarmanlage geweckt.

Am naechsten Tag fuehrte uns der Weg Richtung Sueden. Vorerst wohl zum letzten Mal ueberschritten wir wieder den Aequator - vom Winter in den Sommer. Rund 7 Mal haben wir in den letzten 10 Wochen den Nullten Breitengrat ueberquert - ohne erkennbare Schaeden, denken wir...;-) Dann ging es - fuer uns unerwartet - durch das Teegebiet Ugandas. Wem ist schon bekannt, dass auch in Uganda Tee angebaut wird. Vielleicht erklaert sich dieser Zustand aber damit, dass ein grosser Teil des Tees von hier nach Kenia exportiert wird und dann von dort weitergehandelt wird.


Tee in Uganda...

Mitten durch den Queen Elisabeth Park, entlang des Lake Edward fuerte uns spaeter eine staubige wenig befahrene Piste. Gleich zu Beginn im Park konnten wir weit draussen im mannshohen Steppengras Elefanten entdecken. Diesmal interessierten sie sich aber ueberhaupt nicht fuer uns und wir konnten gefahrlos passieren. Hier im Park hatte die Landschaft um uns sich wieder extrem gewandelt. In Mitten des gelblichen Grasbewuchses der Savanne standen in grossen Abstaenden ausladende Baeume, in dessen Schatten sich allerlei saftig gruene Pflanzen ausbreiteten. Da wir uns in Seenaehe befanden, kam uns der Gedanke zum Mittag fangfrischen Fisch zu essen. Wir fragten einige aeltere Frauen, die am Wegesrand sassen um Holz zu verkaufen und sie wiesen uns den Weg zu einem Dorf am Wasser. Als wir die kleine Ansammlung von Haeusern erreichten, waren wir angetan von diesem urspruenlichen und von Touristen enfernten Ort. Am Ufer des See's lagen Fischerboote und schnell stand das halbe Dorf um uns versammelt.


Kein Fisch fuer uns am Lake Albert

Leider, so wurde uns mitgeteilt, gab es erst am Abend wieder fangfrischen Fisch - waerend des Tages waere das Fischen verboten. Joseph, einer der Dorfbewohner sprach sehr gut Englisch und so kamen wir ins Gespraech. So kurz vor Weihnachten wollte ich von ihm wissen, wie er mit seiner Familie die Festtage verbringt. "Wir kaufen neue Kleidung und schlachten eine Kuh." gab er freudig zur Antwort. Fuer ihn und seine Familie bestimmt keine kleine Investition, doch sie werden diese Tage sicher in vollen Zuegen geniessen - auch wenn die taegliche Arbeit (Fischen und Land bewitschaften) normal weitergeht.

Wir setzten unseren Weg durch den Park fort und hofften auf eine Moeglichkeit zum Tanken, denn uns wurde langsam das Benzin knapp. Als wir endlich einen Ort weit oben in den Bergen erreichten, staunten wir nicht schlecht, gleich 2 Tankstellen waren hier angesiedelt. Unser Erscheinen sorgte an der Zapfsaeule wieder fuer Menschenauflaeufe. Wir haben das Gefeuhl, hier im Bergland werden die Leute im Vergleich zum bisherigen Uganda wieder aufdringlicher - schade eigendlich. Bisher fuehlten wir uns in Uganda sehr wohl. Interessante Konstruktionen sind hier jedoch zu entdecken. Ein bisschen wie bei den Feuersteins... Ein Junge war mit seinem selbstgebauten Gefaehrt vorgefahren - einem riesigen Roller aus Holz. Sogar eine Federgabel aus Reifengummi mit beachtlichem Federweg besass er.


Sollen wir tauschen scheinen sie zu denken - noe bitte nicht...

Der ausgewaschene, steile Weg fuehrte uns auf bis zu 300 Metern an der Grenze zum Congo / Zaire entlang. Wir hatten eine wunderschoene Aussicht auf die Berge des Congo. Doch das Ziel war der Bwindi Nationalpark, das Buhoma Community Camp liegt gleich am Rande des Parks und ist dafuer bekannt, dass die Berggorillas hin und wieder durchs Gelaende ziehen. Kaum angekommen, packte auch uns das Gorillafieber. Der Ranger teilte uns mit, dass alle Besucherplaetze (24 an der Zahl) fuer den naechsten Tag schon ausgebucht sind, aber mit etwas Glueck gibt es Leute die zwar bezahlt haben aber nicht auftauchen. Da der Preis fuer das Gorillahiking im naechsten Jahr von 500 auf 1000 Dollar pro Person ansteigen soll, wollten wir am naechsten Morgen unser Glueck zum "Schnaeppchenpreis" versuchen.

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Gast Dienstag, 26 März 2019
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