Three Pairs Of Underwear

Ein bisschen Karibikfeeling und ueber Tansania um den grossen Berg wieder nach Nairobi

Veröffentlicht von am in Blog_TPOU-Africa
  • Schriftgröße: Größer Kleiner
  • Aufrufe: 2152
  • 0 Kommentare
  • Drucken
19.11.2009
Wir verliessen Malindi und wollten eigentlich im 10 km entfernten Watamu nochmals uebernachten, da sich unser Abfahrtszeitpunkt wieder sehr verzoegert hat. Als wir den Ort erreicht hatten cruisten wir durch die kleinen Gaesschen und hielten nach einem Zugang zum Meer ausschau. In einer der Gassen passierten wir ein grosses Holzschild gleich neben einem kleinen Laden. Wir dachten, wir sehen nicht richtig. Da stand tatsaechlich Schweizer-Coiffeur! Da mussten wir natuerlich anhalten und mal kurz guten Tag sagen. Eine kleine rothaarige Frau begruesste uns freundlich und bot und einen Tee an. Sie hatte ein paar Minuten Zeit bis zum naechsten Kunden und so nutzten wir dies fuer einen Plausch. Sie gab uns auch den Tip mit einem Tauchcenter, garnicht weit von hier auch unter schweizer Leitung. Ja sind denn die Schweizer hier ueberall?

Eine richtige Coiffeuse...

Nach der Teestaerkung machten wir uns also auf in das Hotel mit dem Tauchcenter, um vielleicht fuer einen guten Preis mal tauchen zu gehen. Die Hotelanlage war wieder sehr schoen und das Tauchcenter recht gross. Doch die Besitzerin hatte besseres zu tun, als sich mit uns abzugeben und so unterhielten wir uns mit einem jungen Mitarbeiter. Der konnte uns aber mit unserem Anliegen auch nicht weiterhelfen und so verliessen wir bald die Anlage wieder. Nun entschieden wir uns, dass wir noch genuegend Zeit haetten ein paar Kilometer in Richtung Mombasa und Tiwi-Beach zu machen. Dieselbe Hauptstrasse auf der wir vor ein paar Tagen gekommen waren, also wieder zurueck. Fuer unser Nachtlager stoppten wir diesmal einige Kilometer suedlich von Kikambasa an einer Hotelanlage mit den Untertitel Campers Paradise. Na wir wissen nicht, ob sie diesen Titel verdienen. Das Essen war zwar lecker und am Strand wehte ein angenehmes Lueftchen. Doch dort wo unser Zelt stand ging nicht ein Hauch von Wind und alle Muecken tummelten sich dort. Ausserdem war ein Flutlichtscheinwerfer dierekt auf unser Zelt ausgerichtet. So schwitzten wir von 20 bis 23 Uhr im Zelt herum, bis wir es nicht mehr ausgehalten haben. Wir gingen nochmals zum Strand und versuchten auf ein paar harten Holzliegen etwas abzukuehlen und zu schlafen. Die Muecken kamen nun aber auch hier hin und wir verzogen uns wieder ins Zelt. Ihr koennt euch sicher vorstellen, dass wir nicht besonders gut geschlafen haben in dieser Nacht. Doch auch so wurde es irgendwann Morgen und wir konnten endlich weiter fahren.
In Mombasa ging es mit einer kleinen Faehre zur Suedkuestseite und ca. 25 km spaeter erreichten wir - nach etwas holperigem Offroad - endlich Tiwi-Beach. Ein weisser Traumstrand, so richtig mit Palmen drauf und blauem Wasser davor. Wir konnten unser Zelt an einem schattigen Plaetzchen aufstellen und hatten so auch noch nen tollen Meerblick.
Haus am Strand... was will man mehr

Natuerlich duerfen an einem Strand in Kenia die fliegenden Haendler nicht fehlen, hier bekam man wirklich alles. Der Fischverkaeufer stellte sich uns vor als "Octopuss Expert", da stand das Zelt noch nichtmals. Der "Mangoman" folgte wenig spaeter seinem Beispiel, doch kann man ihm ohne weiteres ein gewisses verkaeuferisches Geschick nachsagen. Dann gab es noch die Tuecherverkaufsmaedels, ganz wichtig, einen Zeitungshaendler und noch einige andere, die uns zum Schnorcheln oder Segeln oder sonst wie was animieren wollten. Wir wiederstanden dem Angebot. Naja fast, ein Kilo Schrimps haben wir beim "General-Supply-Man" geordert - wir sind ja schliesslich am Meer. Und der Mangoman konnte zwei Mangos an uns los werden - schliesslich sind wir in Afrika und ausserdem war er suess...
So faulenzten und schlemmten wir uns also durch den ersten Tag am Tiwi-Beach. Nachts konnten wir wunderbar schlafen, denn die leichte Meeresbrise hauchte kontinuierlich durch unser Zelt und auch die Muecken hatten wir scheinbar alle erfolgreich ausgeschlossen. Das mit den Muecken ist zur Zeit wirklich ein ziemlich nervige Sache. Da sagen immer alle, der beste Schutz gegen Malaria ist es die Stiche zu vermeiden. Da sag mir mal einer wie das gehen soll, es vergeht grade nicht ein Tag an dem ich nicht mindestens wieder 2 oder 3 neue Stiche aufweisen kann... Tom bleibt natuerlich verschont.
Wie dem auch sei, wir wurden morgens von einem sagenhaften Sonnenaufgang ueber dem Meer geweckt, dann war das Zelt wieder im Schatten und wir konnten noch ein bisschen weiterschlafen :-D
Der Fischmann tauchte am Vormittag mit der Lieferung auf und Mangoman war auch im Schlepptau. Der Schlauberger hatte Zitronen im Angebot und Zwiebeln und Knoblauch. - der weiss wohl wie man kocht ;-) und ne Ananas fuer den Nachtisch. Nachdem die Schrimps kochfertig vorbereitet waren - ganz schoen Arbeit bei der Menge - begaben wir uns fuer ein Bierchen an die Bar.
Ein bisschen Arbeit vor dem Festmahl :-)

Ein schoener Platz dachten wir uns, doch es zieht uns schon wieder weiter. Irgendwie ist es uns zu lanweilig und eintoenig, nur hier zu faulenzen und sich wie ein Normaltourist zu fuehlen. Wir wollen Land und vorallem Leute sehen. Ausserdem waere es angebracht mal wieder ein paar Kilometer zu machen, so beschlossen wir, am naechsten Tag wieder weiterzuziehen. Damit es nicht der gleiche eintoenige Weg zurueck nach Nairobi wird, entschieden wir uns fuer eine Route ueber Tansania am Kilimanjaro vorbei. - wer weiss, vielleicht haben wir ja Glueck und die Wolken ruecken ein wenig zusammen, so dass wir ihn sogar sehen koennen?!
Als wir uns wieder zu unserem Zelt begaben, schwante uns nichts Gutes, denn schon von Weitem konnten wir zwei Affen auf unserem Bike sitzen sehen - Obst und Gemuese, schoss es uns durch den Kopf! Ja so war es. Einer kaute grade genuesslich auf einer Zwiebel herum, die Mango war schon spurlos verschwunden und sogar die Annanas hatten sie schon angeknabbert. Naja, so kamen wir den quirligen Gesellen mal ganz nah und konnten ein paar schoene Fotos machen. Dafuer goennte wir uns am Abreisemorgen nochmals eine Annanas frisch geschnitten, von unserem Mangoman des Vertrauens ;-). So erfrischt und gestaerkt ging es dann auf Richtung Grenze. Die Abwicklung hier war ganz schnell und einfach, auch hier wusste man wieder wie das Garnet de Passage auszufuellen ist. - Ausreise Kenia, Einreise Tansania, eine Sache von 45 Minuten und 50 Dollar pro Person. Mit dem Visum koennen wir ohne Probleme wieder in Kenia einreisen, auch Tansania ist hinterher wieder ohne extrakosten moeglich, wenn wir nicht aus Rwanda kommen - wie wir es eigentlich vor haben. Na wir werden sehen, auch hier gibt es nen guenstigen Weg
Nun ging es aber erstmal nach Tanga. Landschaftlich hatte sich im Vergleich zu Kenia nicht viel veraendert, nur die Strasse bestand nun aus festem Schotter und harten Korallenplatten. Dennoch war es recht gut fahrbar. In Tanga angekommen, mieteten wir uns im Hotel "Inn by the Sea" ein und erkundeten den kleinen Kuestenort. Scheinbar wurde eine Hochzeit gefeiert, denn ein Pick Up begleitet von lauter Musik und einem Autokorso zog durch die Strassen. Die Ladeflaeche war mit weissem Stoff ausgelegt, ein knallepinkes Sofa stand drauf. Hier hatte das Brautpaar platzgenommen und daneben spielten Musiker Posaune und Trompete. Hier gefiel es uns schon wieder besser, der Ort hatte etwas an Karibikflair. An Strassen, nahe des Wassers standen Holztische auf denen Fischer ihre Ware darboten. "Das alles erinnert mich ein wenig an New Orleans" sagte Tom.
Abends gab es dann im Schwimmingclub gleich in der Nachbarschaft unseres Hotels ein nicht uebermaessig gutes Fischgericht. Meinem Magen schien es garnicht gut geschmeckt zu haben, denn die ganze Nacht meldete er sich krampfartig. Dank Deckenventilator im Zimmer war hier wenigstens die Temperatur einigermassen schlaftauglich. Ganz anders am naechsten Morgen, unser Motorrad war fertig beladen und wir schon wieder komplett nass - gut 37 Grad zeigte das Thermometer. Da hilft nur hoch in die Berge dachten wir uns und steuerten den naechsten Unterkunftstipp an.
In den Bergen von Lishoto gibt es naemlich ein kleines Fleckchen Schweiz, was es natuerlich fuer uns zu besuchen galt. Hier ist der Sepp zu Hause - ein echter urchiger Emmentaler. Mit direkten, aber groben Worten, wie es sich gehoert fuer einen Mann aus diesem Tal. Seit 30 Jahren wohnt dieses Original in Tansania und beherrscht auch die lokale Sprache fliessend. Seit knapp einem Jahr hat er sich hier in den Bergen eingenistet und hilft der Besitzerin des Grundstuecks, die Infrastruktur wieder aufzubauen. Eine gemuetliche Huette mit Eckbank und zwei Zimmern ist schon fertig gestellt, weitere sollen folgen. Um unsere Reisekasse etwas zu schonene, entschieden wir uns fuers campen auf der Wiese etwas ueberhalb der Huetten. Eine saubere Wiese mit Kuehen drumrum, fast wie im Berner Oberland. Dazu gehoert natuerlich auch ein Schweizer Gericht dachten wir und bestellten in seiner Kueche eine Roesti mit was dazu. Mein Magen konnte damit zwar schon umgehen, war aber dennoch irgendwie noch nicht ganz gluecklich. Fit war ich auch am naechsten Morgen nicht, doch es ging schon einiges besser. Wir entschieden uns allerdings lieber noch einen Tag laenger zu bleiben um mir ein bisschen Ruhe zu goennen. War auch ganz gut so, denn leichtes Fieber setzte auch noch ein. Doch mit viel Schlaf habe ich die kleine Schwaechelei ganz gut ausballancieren koennen. Zum Glueck regnete es ziemlich viel hier oben und war bedeckt, so konnte man es im Zelt ganz gut aushalten. Am dritten Tag war ich zwar immer noch nicht ganz fit, aber ich hielt es hier auf dem Berg nicht mehr aus und wir entschieden uns am Nachmittag noch den Sepp zu verlassen.
Garnicht weit weg sollte es ein Backpacker Hotel geben, was in unserem Reisefuehrer hoch gelobt wurde und zudem noch guenstiger sein sollte. So machten wir uns auf den Weg, den Berg wieder herunter. Durch den Regen wr die rote Sandstrasse natuerlich an einigen Stellen etwas aufgeweicht. Gleich in der ersten Kurve rutschte das Motorrad auch gleich etwas weg, doch Tom konnte es noch gut abfangen. So schafften wir es Sturzfrei bis zum beginn des Asphalts. So langsam macht uns allerdings unser Hinterreifen Sorgen, denn auf einer Laenge von 2cm ist der Stahlmantel durch die Laufflaeche Sichtbar. Eigentlich hatten wir gehofft mit dem Reifen noch bis mindestens Malawi zu kommen, nun hoffen wir, dass wir es wieder bis Nairobi schaffen.
Beim Karibuni Backpacker angekommen, waren wir nicht gerade willkommen, auch die Preise aus dem Reisefuehrer stimmten nicht und so fuhren wir eben einfach weiter in Richtung Kilimanjaro. Nun also mit unbekannten Schlussziel fuer heute. Wir fanden dann sogar noch eine recht gemuetliche Anlage, und verbrachten als einzige Gaeste unsere erste Nacht in einem Mehrbettzimmer (Typisch fuer Backpacker Hotels). Da die Kueche nicht geoeffnet hatte kochten wir im Zimmer auf unserem Benzinkocher noch ein leckeres Nudelgericht. ;-)
Am Morgen ging es also auf nach Moshi, mit der Hoffnung den Killi frei von Wolken sehen zu koennen. - Leider nicht so erfolgreich, denn der Berg war quasi komplett in Wolken gehuellt. Den kleineren Mount Meru konnte man gut erkennen, doch auch sein Gipfel war hinter Wolken versteckt.
Viele Wolken und kein Berg zu sehen... ;-(

Da Moshi ein teures und nicht besonders schoenes Pflaster ist, hielt es uns hier nicht lange. Im Kilview Restaurant goennten wir uns den schlechtesten Kaffe und Tee den wir bisher je hatten. Bezahlten dann nach besten Wissen und Gewissen - denn der Kellner verlangte 3 Euro je Getraenk, was definitiv zu viel war. Dann verliessen wir Moshi mit Ziel Arusha. Das Masai Camp sollte unser Platz fuer die Nacht sein. Dieser Ort ist auch als Overlander-Platz bekannt, doch auch hier waren wir die einzigen Gaeste. Das Essen war lecker und sogar eine Runde Billard konnten wir spielen. Auch sonst war die Bar ziemlich gemuetlich eingerichtet. Rings um Sofas aus grobem Holz mit riesigen Kissen zum reinkuscheln. Puenktlich um 23 Uhr schaltete die Bar die Musik aus und wir konnten wunderbar schlafen in unserem Zelt.
Morgens ging es dann also frisch aufs Bike, Nairobi sollte heute erreicht werden. Laut unserer Reise Know-How Karte ist die gesammte Strasse gut ausgebaut und geteert. Dies entspricht allerdings nicht ganz den Tatsachen...Nach einer ganzen Weile schoenstem Asphalt fanden wir uns auf einer staubigen, holprigen Piste wieder. Landschaftlich war diese Gegend allerdings wirklich schoen. Wir waren umringt von einer gruenen Huegellandschaft.
Tansania, schoen oder?

Wie es der Zufall so will, mitten in der Pampa kam uns ein Reisemobil entgegen, welches uns seltsam bekannt vorkam. Es waren Hanna und Andy, die wir schon in Addis und Nairobi getroffen haben. Mitten auf der Strasse hielten wir und quatschten erstmal eine Weile. So erfuhren wir auch, dass der Weg bis zur kenianischen Grenze weiterhin eine Schotterpiste ist. Ein paar Stunden wuerden wir schon noch Brauchen. An der Grenze verlief die Abfertigung wieder problemlos, so dass wir recht schnell passieren konnten. Die Strassenverhaeltnisse aenderten sich bis zum Anfang Nairobis nicht sonderlich. Hin und wieder erhaschten wir ein paar Kilometer Asphalt, dann wurde es wieder staubig.
Bei Einbruch der Dunkelheit trafen wir wieder in der Jungle Junktion ein. Unseren Reifen haben die Offroadpassagen nun wirklich den Rest gegeben. Nun konnten wir schon auf einer Laenge von 20 cm durch die Laufflaeche auf die Stahlummantelung schauen.
Den sollten wir nun aber doch mal wechseln, oder?

Unseren letzten von Bridgestone gesponsorten Reifen haben wir nun wirklich bis aufs letzte aufgefahren. Schon vor einigen Wochen haben wir versucht ueber Bridgestone einen neuen Reifen zu organisieren, doch auf unsere Anfrage erhielten wir keine Antwort. Also versuchten wir hier in Nairobi unser Glueck bei einem KTM-Dealer, doch letztendlich erhielten wir einen gebrauchten Offroadreifen durch Chris von der Jungele Junktion. Unsere ABS-Fehlermeldung haben wir leider nicht beheben koennen, aber dennoch soll es morgen nun endlich weiter gehen und wir werden Kenia in Richtung Uganda verlassen. - Mit oder ohne Fehlermeldung.
Fuer Tipps jeglicher Art bezueglich ABS sind wir natuerlich sehr dankbar.
Bewerte diesen Beitrag:
0
Markiert in: Kenya Tanzania

Kommentare

  • Derzeit gibt es keine Kommentare. Schreibe den ersten Kommentar!

Kommentar hinterlassen

Gast Mittwoch, 19 Dezember 2018
Aktuelle Seite: Home Nina Ein bisschen Karibikfeeling und ueber Tansania um den grossen Berg wieder nach Nairobi