Three Pairs Of Underwear

Bella Malindi(a)

Veröffentlicht von am in Blog_TPOU-Africa
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Am Morgen des 16.11.09 hiess es emsig packen und los Richtung Malindi. Dieser Kuestenort ist komplett in italienischer Hand und es soll hier - welch Zufall - richtig gute Pizza geben. Schon allein dafuer lohnt sich ein Abstecher hier hin, dachten wir uns und peilten den Weg zur Nordkueste an. Die Strasse war gut, wieder ging es schnell vorran, bis Tom ein riesen Insekt auf sich zufliegen sah. Er duckte sich noch - doch zu spaet. Das Vieh war unterhalb der Sonnenbrille aufgeschlagen und hatte dann auch gleich mal gestochen... Wir hielten am Strassenrand um das Uebel zu begutachten. Schnell versorgten wir den Stich, wir wollten grade wieder aufsteigen.
Versteckt hinter Bananenstauden und Palmen stand ein kleines Lehmhaus. Recht spaet entdeckten wir die einheimischen Bewohner. Sie riefen uns etwas auf Swaheli zu - wie gewoehnlich, dachten wir, doch als wir nicht reagierten, wiederholten sie nochmal in schoenstem italienisch. Da haetten wir nun auch nicht mit gerechnet - Malindi ist wohl nicht mehr weit.
In Malindi angekommen, steuerten wir die im GPS und Reisebuch erwaehnte Campsite Silversand an, doch diese ist leider schon laenger geschlossen. Wir versuchten unser Glueck am Campground gleich neben dem Marine Nationalpark, doch mit 15 Dollar pro Nase und Nacht war es uns doch ein wenig zu teuer. Tom war auf dem Weg, an einem Hotel, eine Schweizer Flagge aufgefallen. Wir dachten uns, fragen kostet ja nichts, vielleicht koenen wir ja eine Nacht dort campen. Als wir das Eingangsportal des Hotel Tropica durchfuhren, staunten wir nicht schlecht. Der Weg zur Rezeption fuehrte durch gepflegte Rasenflaechen, zwischen weissen laenglichen Zimmerkomplexen hindurch. Das Hauptgebaeude, ebenfalls weiss, war gekroent von einer riesigen Barastidachkonstruktion und zwei weisse Loewenstatuen begruessten uns. Weisse Sofas standen um grosse, tiefe Holztische, in deren Mitte, unter der Glasscheibe, Gewuerze saeuberlich, dekoriert lagen.
Ganz in weiss, ein Urlaubsparadies - Hotel Tropica

Man gab sich freundlich und hilfsbereit und haette uns sogar eine gute Allinclusiverate gegeben. Leider, leider fuer uns natuerlich bei weitem zu teuer (73 Dollar pro Person!).
Als wir uns nach dem integrierten Tauchcenter erkundigten, kamen wir auf dem Weg dorthin in den Genuss, uns auch noch den Rest der Hotelanlage ansehen zu duerfen.
Ein riesiger Pool mit Zugang zum Meer bildete den Blickfang gesaeumt von Bar- und Restaurantbereichen - natuerlich alles top gepflegt. Auch im Tauchcenter hatten wir kein Glueck. Der Versuch, vielleicht ein paar Tauchgaenge gegen Guiding zu ergattern, scheiterte, leider.
Wir verliessen die Anlage wieder, Richtung Zentrum ging die Suche nach einem Platz fuer die Nacht weiter. Ploetzlich endeckten wir vor uns ein Fahrzeug auf dem schweizer Aufkleber prangten. Am naechsten Baustoffladen stoppte er um einzukaufen, auch wir hielten fuer einen kurzen Plausch und mit der Hoffnung den ein oder anderen Uebernachtungstip von ihm zu bekommen. Nach ein paar Minuten lud er uns zu sich nach Hause ein, wir koennten im Garten campen oder noch besser sein Gaestezimmer nutzen. Klar, da sagten wir nicht nein - es war ja schon spaet und an Camp-Alternativen mangelte es scheinbar.
Sein riesiges Grundstueck und auch das Haus waren beeindruckend. Fuer unser Toeff gab es sogar noch ein Plaetzchen in der Doppelgarage und unser Gaestezimmer war mehr als ausreichend. Sogar eine Kochniesche war vorhanden und ein eigenes Bad. Beim spaeteren Gespraech erfuhren wir, dass unser Gastgeber Roland schon seit 22 Jahren in Kenia lebt und frueher Surfleher war. Das Haus hatte er selbst gebaut und teilt es sich nun mit seiner afrikanischen Freundin Jennifer. Als Dank fuer die freundliche und spontane Gastfreundschaft luden wir die Beiden fuer diesen Abend zum Essen ein. Natuerlich kannten sie auch ein gutes Pizzarestaurant, welches wir dann aufsuchten. Wir genossen wirklich sehr leckere Pizza und richtig guten Salat, vorher stuerzten wir uns auf eine Art Pizzabrot mit Piri Piri (ein scharfes Kraeuterirgendwas) - echt lecker!
Als wir am naechsten Morgen erwachten, stand schon ein gutes Fruehstueck fuer uns auf dem Tisch. Wir quatschten noch ein bisschen und Roland bot uns an noch zu bleiben. Da wir von Malindi noch nicht so viel gesehen hatten, fanden wir diese Idee garnicht so schlecht. Ausserdem wollte unser Gastgeber nach Plexiglas forschen, damit wir eine provisorische Windschutzscheibe basteln koennten.
Gegen Mittag besuchten Tom und ich eine Eisdiele - wie erwartet mit ziemlich gutem Eis - aber ohne Coca Cola... am Nachmittag ging es dann in ein einheimisches Restaurant. Wir fuehlten uns ein wenig in den Oman oder Jemen zurueckversetzt. Es gab Maenner in Dischdaschas, vor der Tuer spazierten schwarz verschleierte Frauen und die Inneneinrichtung aehnelte stark den Restaurants arabischer Laender. An der Wand entdeckten wir dann noch ein Bild von dem Palast, den wir in Saiyun (Jemen) besucht hatten.
Nach dem Essen begaben wir uns dann zu einem Workshop, der tatsaechlich Plexiglas im Angebot hatte. Wir zeichneten Groesse und Form an, dann wurde die Scheibe fuer uns zugeschnitten. Wieder an Rolands Haus angekommen, lag die Bormaschine schon bereit und die beiden Maenner passten die Scheibe an das Bike an.
Das gute Provisorium! Unsere Ohren sagen DANKE!

Das Abendessen hatten Jenny und Roland diesmal fuer uns gekocht. Ugali, Schweinefleisch und Gemuese in einer unsagbar guten Sosse. Dies war quasi unser Abschiedsessen, denn am naechsten Tag wollten wir Malindi wieder verlassen und weiter Richtung Suedkueste zum Tiwi-Beach. Danke Roland und Jennifer - hat uns echt toll gefallen bei euch.
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Gast Mittwoch, 18 Juli 2018
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