Three Pairs Of Underwear

Bye, bye Nairobi

Veröffentlicht von am in Blog_TPOU-Africa
  • Schriftgröße: Größer Kleiner
  • Aufrufe: 1952
  • 0 Kommentare
  • Drucken
Den letzten gemeinsamen "Bikergruppenabend" verbrachten wir in einem chinesischen Restaurant. Auch bei den Sicherheitsleuten dort erregten wir Aufsehen als wir lautstark durch das Eingangstor fuhren, denn wieder tauchten wir mit 8 dicken Motorraedern auf. Wir betraten das Restaurant und besetzten einen riesigen runden Tisch. Es sah fast aus wie zu Hause in jedem Chinarestaurant, nur dass die Kellner eine dunklere Hautfarbe hatten.
Wir liessen uns das wirklich gute Essen schmecken und hatten mal wieder jede Menge Spass. Was ist das doch fuer eine tolle Truppe, beim Gedanken, dass morgen fast alle wieder weiter fahren wollen, wurden Tom und ich fast ein bisschen traurig. Unverhofft stand aufeinmal ein grosser, stattlicher Mann an unserem Tisch, leicht im Hintergrund ein Zweiter. In Englisch mit starkem russischem Akzent stellte er sich als Mitarbeiter der russischen Botschaft vor. Scheinbar wollte er nett sein, doch sein Auftitt war uns nach einer Weile wirklich peinlich. Er hiess uns hier in Kenia - in seinem Land - willkommen. Dann sagte er, er habe die Motorraeder gesehen und waere ganz begeistert. Auch freue er sich, Weisse zu sehen und er wolle uns ein Bier ausgeben. Er hielt lange Reden und immer wenn wir dachten, er sei fertig, fing er nochmals an. Die Kellner (Kenianer) schauten schon etwas sparsam... nach bestimmt 30 Minuten machte er endlich Anstalten das Lokal zu verlassen. Puh, endlich hatten wir wieder unser Ruhe. Komisch, uns allen war sein Auftritt wirklich peinlich, obwohl wir nicht wirklich aktiv beteiligt waren.
Am naechsten Morgen waren alle Motorradfahrer schon frueh wach und jeder packte noch die letzten Sachen. Auch wir wollten heute endlich diesen Platz verlassen und packten fleissig die wieder weit verstreuten Habseligkeiten ein. Dann sollte es losgehen, Richtung Mombasa, doch nicht ohne einen kleinen Umweg.
Natuerlich sahen wir nochmal in der BMW-Werkstatt vorbei, um die Fortschritte der Windshieldbeschaffung zu pruefen oder besser gesagt, voranzutreiben. Nach einigen Diskussionen schafften wir es, dass der Bestellzettel nun endlich ausgefuellt wurde. Doch nun eroeffneten sie uns, dass die Lieferung um die 6 Wochen dauern wuerde. Da wir eigentlich nicht mehr so lange in Kenia bleiben moechten, appelierten wir an eine schnellere Loesung und hoffen nun auf Kooperationsbereitschaft... dann ging es wieder auf die Strasse nun also Richtung Kueste.
Die Strasse war gut ausgebaut und es ging gut voran, trotzdem war es nicht ganz ungefaehrlich, denn die anderen Verkehrsteilnehmer sind nicht gerade ruecksichtsvoll. Die uns Entgegenkommenden ueberholten wann immer sie wollten, ob wir nun da waren oder nicht. Immer mussten wir auf der Hut sein um ausweichen zu koennen.
Nach ca. 3/4 der Strecke zur Kueste gibt es die Red Elefant Lodge, hier wollten wir uebernachten. Sobald wir von der Hauptstrasse abbogen, befanden wir uns auf einer staubigen Piste - die letzten 500m zur Lodge waren sandig, holperig und teilweise nicht einfach zu fahren fuer uns. Doch, es lohnt sich, denn es ist eine stilvoll eingerichtete Anlage und schoen ruhig gelegen. Als wir vor dem Haupthaus die Helme ablegten, klingelten uns die Ohren. Das fehlende Windshield ist deutlich zu spueren denn es ist deutlich lauter, so dauerte es eine Weile, bis wir wieder normal hoeren konnten. Die Freude an der afrikanisierten BMW-Philosophie ist nich gerade gross in diesem Momenet.
Man wies uns einen Zeltplatz zu und wir durften das Bad eines Zimmers nutzen. Das Sahnehaeubchen war allerdings ein kleiner Pool mit ca. 3m Durchmesser. Kaum das Zelt errichtet huepften wir in das 1,20m tiefe kuehlende Nass - hmm, wie eine grosse Badewanne - richtig gemuetlich. Nach einer einer sternenklaren, ruhigen Nacht ging es am naechsten Tag weiter.
Als wir nach der erneuten Sanddurchwuehlung die Hauptstrasse erreicht hatten, konnten wir wieder so entspannt wie eben moeglich auf schoenstem Asphalt dahingleiten.
Am Strassenrand waren hin und wieder grosse runde Bastdaecher aufgestellt. Darunter sassen einige, in traditionelle, bunte Tracht gekeidete Masaimaenner und winkten uns freundlich zu. Gern haetten wir angehalten, doch irgendwie haben wir da zu spaet dran gedacht.
So weit das Auge blicken konnte sahen wir gruene Ebene, hier und da mal ein Busch oder ein kleiner Baum. Doch, halt was war das? Unglaeubig kniff ich die Augen zusammen, um es besser erkennen zu koennen. Aufgeregt klopfte ich Tom auf die Schulter. "Da, siehst du sie? Zwei Giraffen!" Einige Hundert Meter entfernt von der Strasse sahen wir 2 Haelse aus dem Gruen ragen, unsere ersten, wilden Giraffen. Leider zu weit weg um sie fotografieren zu koennen.
Weiter Richtung Kueste aenderte sich die Landschaft, der Boden war nicht mehr so rot und unser Weg gesaeumt von Baobab-Baeumen. Sie haben wirklich was besonderes an sich diese alten bauchigen Baeume, die teilweise aussehen, als ob sie auf dem Kopf stehen. Alt sehen sie aus, als koennten sie tausende Geschichten erzaehlen.
In Mombasa angekommen, stoppten wir fuer unsere erste Mahlzeit an diesem Tag in einem unscheinbaren Restaurant gleich am Wasser. Wir bestellten zwei der groessten Burger auf der Karte und lechzten nach kuehlen Getraenken. Das Klima hatte sich spuerbar veraendert, es war heiss geworden und wir schwitzten mal wieder in unserer Motorradkleidung. Das ist es doch was man von Afrika erwartet...
Huhu, wir geniessen die Sonne Mombasas...

Unerwartet erhielten wir vor dem Essen warme, feuchte Handtuecher um unsere Haende zu reinigen. Dann konnten wir richtig reinhauen. Nach dem Essen gab es nochmal ein Handtuch. Dafuer, dass das ganze unter acht Euro gekostet hat, haetten wir das nicht erwartet - richtig edel.
Frisch gestaerkt ging es dann zum naechsten Nakumat-Supermarkt, denn wir wollten uns noch mit Verpflegung fuer die naechsten Tage eindecken. Wir lieben diesen Supermarkt, wieder entdeckten wir Dinge, die wir weder hier noch zu Hause schonmal gesehen haben. Auch Tomatenmark in Tuben hatten sie hier! Sehr diszipliniert kauften wir sparsam ein und konnten diesmal sogar alles in den Taschen des Bikes verstauen. Nach dem Shoppen noch schnell den Toeff betanken, dann ging es raus aus der Stadt nach Kikambasa. Hier gibt es das Edelweiss, eine Anlage die von einem deutsch-schweizer-Paar betrieben wird. Dass wollten wir uns natuerlich mal ansehen.
Ein unscheinbares Tor gut erreichbar von einer gut ausgebauten Nebenstrasse. Ulli oeffnete uns und wir konnten durch einen kleinen Wald aus Bananenstauden in den riesigen Garten fahren. Wieder hatten wir ein kleines Paradies aufgetan.
Grade begannen wir das Zelt auszupacken, da tauchte Hedi auf und bot uns eine Fuehrung durch das Gelaende zur Orientierung an. Wir kamen ins Gespraech und erfuhren, dass noch weitere Schweizer anwesend waren. 3 Damen aus Biel, Winterthur und - welch ein Zufall - aus Flamatt, hier war auch Tom mal zu Hause. Wir wanderten durch den Garten, vorbei am Baobab in der Mitte und an einem riesen Kaktus (die Koenigin der Nacht) zum Pool. Ja wir hatten einen richtigen Pool zur freien Verfuegung. Wir lernten Elisabeth (aus Flamatt) kennen und nach einer Weile stellten wir fest, dass sie mit Toms Vater zur Schule gegangen war. Zufaelle gibts...
Angesichts des Pool und der netten Atmosphaere entschieden wir, mindestens 3 oder sogar 4 Tage zu bleiben.
Ulli hatte sogar eine eingerichtete, kleine Werkstatt und bot uns Werkzeug an, falls es noetig waere. Wir wollten den Toeff nochmals auseinanderbauen, denn seit der Abfahrt in Nairobi zeigte es einen Batteriefehler an. Den ersten Tag verbrachten wir allerdings mit Relaxen und Abkuehlen. ;-) Wir gingen sogar zum nahegelegenen Strand, doch das seichte Wasser hatte bestimmt 40 Grad. Die Bucht war lang und flach bis zu einer Riffkante, wo sich auch die Wellen brachen, am Ufer war daher kaum Bewegung. So kann es sich sehr gut aufheizen.
Auch Affen gab es hier, spaeter merkten wir, dass sie sogar bis in den Garten kommen. Wir sassen am Pool und hinter uns bewegten sich die Baeume unnatuerlich stark. Das war eine Horde Affen, die sich Fruechte aus dem Garten klauen wollte. Sie waren zwar etwas scheu, doch wenn man sich Zeit liess, kamen sie schon etwas naeher und starrten uns neugierig an - wie wir sie auch.
Eine Meerkatze gleich neben unserem Zelt

Wir wurden Abends mit "Gschwellti", Schweizer Roesti und anderen Koestlichkeiten versorgt. Leider hatten wir vorab ueber die Kosten fuer Verpflegung nie richtig gesprochen, doch diese waren mit 12 Euro pro Person und Tag schon recht uebertrieben. Da unser Aufenthalt aber sehr entspannend war, verbuchten wir es als Urlaub, denn wir haben es ja auch wirklich genossen. Nun versuchen wir am naechsten Ort wieder etwas zu sparen.
Die Zeit verging wie im Flug und nach 4 Tagen war unser Urlaubs-Budget ausgeschoepft, ausserdem zieht es uns weiter Richtung Nordkueste nach Malindi dann gen Sueden zum Tiwi Beach. Schliesslich waren wir in Nairobi lange genug an einem Ort, wir wollen ja nicht schon wieder steckenbleiben
Bewerte diesen Beitrag:
0
Markiert in: Kenya

Kommentare

  • Derzeit gibt es keine Kommentare. Schreibe den ersten Kommentar!

Kommentar hinterlassen

Gast Sonntag, 21 Oktober 2018
Aktuelle Seite: Home Nina Bye, bye Nairobi