Three Pairs Of Underwear

Kenia wir kommen

Veröffentlicht von am in Blog_TPOU-Africa
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06.10.2009
Am Morgen waren wir schon frueh wach, denn da wir ja heute diesen schoenen Ort am See wieder verlassen wuerden, wollten wir wenigstens den angrenzenden Wald erkunden. So machten wir uns also noch vor dem Fruehstueck auf zu einem Waldspaziergang. Es hatte schon leichten Urwaldflair - riesige Baeume und ziemlich zugewachsen war es. Wir folgtem den Wegweisern des kleinen Rundwegs. Der Weg war schmal und hin und wieder musste man sich unter umgestuerzten Baeumen hindurch ducken oder ueber sie hinweg klettern. Ploetzlich blieb Tom aprupt stehen, so dass ich fast in ihn hinein gelaufen waere. Der Grund war ein riesiges Spinnennetz mitten ueber dem Weg und eine fette Spinne sass Mittendrin. Wow, dass war ja mal garnicht nach unserem Geschmack, zumal wir bei genauerem hinsehen immer mehr Netze und noch groessere Spinnen entdeckten.
Uuaaaa - egal wo du bist im Umkreis von 3 Metern ist garantiert eine Spinne - soll nicht nur hier so sein...

Aber auch andere tierische Wesen konnten wir entdecken: jede Menge Affen sassen in den Baeumen und auch das ein oder andere Wildschwein (oder Warzenschwein?) schlich neben uns durchs Geeast. Das fruehe Aufstehen hatte sich wirklich gelohnt. Bis auf den Schreck mit den Spinnen, haben wir unsere kleine Expedition in Afrikas Tierwelt wirklich genossen. Eine halbe Stunde wanderten wir durch das Dickicht, bis wir gleich neben der Fruehstuecksterrasse den Wald wieder verliessen.
Ein Baumbewohner am See

Nach einem ausgiebigen Fruehstueck - mit Kaffee, Tee, American Pancakes und Omlet fuehlten wir uns genuegend gestaerkt um den Rueckweg ueber die langen 21km Offroad anzutreten. Da Chris und Lisa die Fahrraeder vom Dach ihres Landrovers nehmen mussten um durch den Brueckencontainer fahren zu koennen, erklaerte ich mich freudig bereit ein Bike bis dorthin zu fahren. Es war mal wieder richtig schoen, aus eigener Muskelkraft durch die Landschaft zu strampeln. Als wir alle den Container passiert hatten, wurde unter Beobachtung vieler Einheimischer wieder alles an seinem Platz verstaut.
Nach Passieren des Brueckencontainers wird erstmal alles wieder verstaut - natuerlich unter Aufsicht ;-)

Dann ging es auf Asphalt weiter Richtung kenianische Grenze. Es ging nochmals durch gruenstes Aethiopisches Hochland, Kaffeplantagen und Huetten in Mitten von Bananenstauden. Teilweise aehnelten die kleinen Doerfer, die wir passierten, einer Kleingartensiedlung in Europa. Kleine, gelaenderlose Holzbruecken fuehrten ueber einen kleinen Fluss zu den Huetten. Einige Haeuschen erinnerten uns stark an die heimische Vorstellung von Haus mit Garten - nur dass hier das Haus aus Lehm und Stroh bestand und die Hecke um das Grundstueck aus Kakteen schoen in Reih und Glied gepflanzt. Eigentlich ist die Regenzeit hier vorbei, doch leicht feuchtes Wetter konnte man nicht verleugnen ;-)
Durch manche Doerfer ging es nur im Schritttempo, weil die Strassen ueberzogen von rotem Schlamm waren und ein bisschen hoehere Temperaturen koennten wir auch wieder vertragen.
An diesem Tag fuherte uns der Weg bis nach Yabello, kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichten wir den Ort und konnten dort im Garten eines Hotels unser Zelt aufschlagen. Kaum hatten wir die ersten Heringe im Boden, fing es wie aus Eimern an zu regnen - Klasse bis auf die Unterwaesche nass.
07.10.2009
Am naechsten Morgen war unsere Motorradkleidung natuerlich noch nicht trocken und von Sonnenschein und Waerme konnte auch nicht die Rede sein. Aber wir gaben die Hoffnung nicht auf; die Regenkleidung blieb im Koffer und der Rest wuerde schon waerend der Fahrt trocknen... Gibts eigentlich ne Sitzheizung fuer Motorrader? Die Strasse fuehrte wieder etwas bergab und wir erreichten erneut eine voellig andere Gegend. Wir sahen unsere ersten Termitenbauten und die Erde hatte wieder diese rote Farbe. Es war allerdings immer noch feucht und kuehl, so dass wir in Mega fuer eine Portion Injera (Lockerer Teigfladen mit verschiedenen Gemuese und Sossenhaeufchen) und waermenden Tee stoppten.
Also Tom ist hart im Nehmen, mir war kalt!

So langsam kam Wehmut auf - dies wird der letzte Tag in Aetiopien sein. Die Menschen hier moegen ja manchmal etwas anstrengend sein, man ist quasi niemals allein und immer wird man nach Geld oder anderen Spenden gefragt - doch irgendwie sind sie doch liebenswert und wir fuehlten uns die ganze Zeit hier sicher. Wie es wohl in Kenia sein wird? Und ist die Strasse von Moyale nach Isiolo wirklich so schlimm wie alle sagen?
Nach unserer "Megastaerkung" nahmen wir die Asphaltstrasse wieder unter die Raeder und fuhren durch bizarre, weitlaeufige Landschaft voller Termitenbauten. Gegen 14 Uhr fanden wir uns in Moyale wieder, standen vor einer Schranke, nebenan in einer Art Cafe sassen einige Grenzbeamte. Natuerlich tauchten auch gleich ein paar freundliche Herren auf, die uns gegen Money mit den Grenzformalitaeten behilflich sein wollten. - Wir lehnten dankend ab. Wir haben die Formalitaeten dann auch ganz gut auf eigene Faust geregelt bekommen.
Was auf jeden Fall erwaehnenswert ist: Auf Kenianischer Seite trafen wir auf den ersten Customsbeamten, der ohne unsere Hilfe wusste, wie man ein Carnet de Passage ausfuellt und stempelt. Auch sonst war die Kenianische Grenze gut und zeitsparend organisiert. Nun mussten wir nur noch aufpassen, auf der richtigen Seite der Strasse zu fahren, denn in Kenia herrscht Linksverkehr! Kaum endete das Grenzgelaende, war es auch mit dem Asphalt vorbei. Wir standen mitten auf der sandigen Strassenkreuzung von Moyale downtown. Natuerlich wurden wir auch hier gleich angsprochen, ob wir Hilfe benoetigen - etwas barsch lehnten wir ab. Der Kenianer war leicht erschuettert und fuegte noch hinzu:"Hey Brother, ich will nur helfen und auch kein Geld - man!"
Da ist der Unterschied zu Aethiopien doch deutlich zu spueren.
Wir bekamen dann noch den Tip fuer eine Campside, gleich um die Ecke. Der "Wildlife Park" war leider out of Water, konnte uns auch sonst nicht viel Komfort bieten und zudem mit 10 Dollar recht teuer, aber wir wollten auf diesen sandigen Strassen nicht noch Stunden nach nem Schlafplatz suchen und frueh ins Zelt krabbeln, denn fuer den naechsten Tag erwarteten wir die bisher anspruchsvollste Strecke. Die 500km Offroadpiste nach Isiolo sind bei allen Reisenden, die wir bisher getroffen haben sehr beruechtigt, denn nahezu jedes Fahrzeug benoetigt unterwegs Erstehilfe-Massnahmen oder danach einen Werkstattbesuch. Na wir lassen uns mal ueberraschen.
Hoffentlich regnet es nicht...
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