Three Pairs Of Underwear

Addis Abba und nochmal Addis Abba

Veröffentlicht von am in Blog_TPOU-Africa
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04.10.2009
Wow, das war mal wieder ein gelungener Abend gestern... Wir haben gut gefeiert und auch das ein oder andere Getrunken. Das erklaert auch leichte Anlaufschwierigkeiten heute Morgen. Aber der kurz aufkeimende Gedanke unsere Abreise noch einen Tag zu verschieben, wird schnell wieder verworfen.

Nach dem Oktoberfest - nur noch 5 Minuten Schnuggi...

Lisa und Chris hatten den Platz schon laengst verlassen, als auch wir endlich und im Zeitlupentempo unseren Haushalt wieder zusammengepackt hatten. - Man war das ein Abend!
Wir fassten einen Entschluss... Heute fahren wir nicht bis zum Lake Langano, wie unsere Freunde, sondern nur ca. 100 km von hier zu einem Hotel, wo es heisse Quellen und ein Schwimmbad geben soll. - Einfach nur entspannen -

Nach herzlicher Verabschiedung von Wim und seinem Team und dem Holland Haus, starteten wir also den Motor und lenkten das Motorrad durch die Stadt. Wir konnten es kaum erwarten, diese staubige und wuselige Stadt endlich wieder zu verlassen, endlich wieder Landschaft sehen und frische Luft atmen. Der Weg aus der Stadt zog sich, kleine Staedchen folgten. Immer noch recht viel Verkehr, bis wir in Nazaret ins Nirgendwo abbogen. Endlich wieder etwas Ruhe, irgendwann tauchte dann ein kleines Oertchen vor uns auf, ploetzlich konnte man Badeanzuege und Schwimmreifen in kleinen Laeden am Strassenrand kaufen. Da wir uns nicht in einem Urlaubsort direkt am Strand befanden, vermuteten wir ganz richtig, dass unser Ziel also nicht mehr weit sein konnte. Wir folgten der Strasse immer den Geschaeften mit den Badekleidern und Schwimmhilfen entlang.

Vor dem Gate zu der Hotelanlage unseres Begehrens kamen wir zum stehen und kurzfristig brach der dortige Handel mit Seife und Badehosen ein, denn die Verkaeufer versammelten sich bewundernd und aufgeregt um unser Toeff.
Nach einigen Diskussionen mit den Wachleuten vom Gate durften wir, nachdem wir 50 Birr Pfand hinterlegt hatten, bis zum Hotel vor fahren und uns nach Zimmern und dem "Wellnessangebot" erkundigen. Die Zimmer haetten 30 Dollar gekostet und die Quellen entsprachen auch nicht ganz unseren Vorstellungen. Ein normaler Freibadpool, ueberfuellt mit Menschen, die den Pool scheinbar mit ner Badewanne verwechselten - ueberall sah man eingeseifte Gestalten - Da der Privatpool fuer Hotelgaeste heute auch geschlossen war, entschieden wir uns wieder zu fahren, im Nachbarort etwas zu essen und dann doch den Weg zum Lake Langano anzutreten.

Wieder im Ort angekommen, steuerten wir auf ein kleines Restaurant zu - Stuehle standen vor der Tuer, aber zu Essen gab es nichts. Dafuer erhielten wir Gesellschaft. Eine Frau steuerte auf Tom zu, fasste ihn am Arm und fing an etwas in einer Sprache die wir nicht verstanden, zu erzaehlen. Nach der Ruege, sie moege uns bitte nicht anfassen, nahm sie an unserem Tisch platz. Na schoen, wir tranken unsere Cola, orientierten uns nochmal auf der Karte und beachteten sie nicht weiter. Dass war allerdings nicht so einfach, denn sie erzaehlte noch immer irgendwelches Zeug. Ich vermied es sie anzusehen, denn sie hatte einen komisch durchdringenden Blick...

Wie dem auch sei, wir hatten ausgetrunken und machten uns fertig zum Aufsitzen. Tom drehte den Zuendschluessel im Schloss... nichts, noch ein Versuch, wieder nichts. Das Display machte keine Anstalten irgendetwas anzuzeigen geschweigedenn, dass der Motor sich ruehrte. Das hatten wir auch noch nicht, sollte das unser erstes elektronisches Problem am Bike sein? Wir setzten also die Helme wieder ab und untersuchten das Zuendschloss und die Kabel. Die etwas unheimliche Frau war inzwischen aufgesprungen, fing laut an zu lachen und huepfte umher wie ein Kind und schien sich irrsinnig zu freuen. - Woodo?

Da sprang der Motor an und wir machten schleunigst, dass wir weg kamen. Doch einige Hundert Meter spaeter war der Motor wieder aus, einfach so waerend der Fahrt. Also wieder anhalten, Werkzeug raus und ein wenig planloses herumbasteln. Knips, ein Kabelbinder weniger und der Motor lief wieder, aber uns war es sicherer, wieder nach Addis zu Wim's zuruek zu fahren, als irgendwo in der Wildnis zu landen.
Wieder zuruek im Holland Haus wurden wir mit folgenden Worten begruesst: "Wilkommen im Hotel California, du kannst auscheken wann immer du willst aber du wirst niemals gehen..." Na hoffentlich nicht

Am naechsten Morgen wurde das Motorrad also nochmal durchgecheckt, es hatte sich ueber Nacht aber wohl genauso gut erholt wie wir und war nach kleinen WD40 Oelungen und Kabelstreicheleinheiten wieder fit fuer die Abfahrt. Nach einer leckeren Pizza aus Wim's Kueche, brachen wir dann also gegen 13 Uhr wieder auf, erneut raus aus Addis. Nun aber mit dem Ziel Lake Langano.

Unterwegs entdeckten wir gleich neben der Hauptstrasse eine grosse Ansammlung riesiger Voegel. Ich dachte erst es wuerde sich um Gaense handeln die aus dem kalten norden hier angekommen sind, aber beim genauen hinsehen erkannten wir Geier. Und diese riesen viecher machten sich grad lautstark ueber ein verendetes Pferd her. Ein wenig Respekt hatten sie vor uns schon, aber liessen sich letztendlich doch ablichten.

Ein Geierschmaus gleich an der Hauptstrasse - fast unbeeindruckt von Tom

Irgendwann stand an der Strasse dann ein grosses Hinweisschild zur Bishungari Lodge und Campground, diese war uns empfohlen worden. Noch 21km dann waeren wir am Ziel. Das erste Stueck war gute, rote Schotterstrasse, dann bogen wir ab und fanden uns auf einer holperigen, teilweise sandigen, steinigen Piste wieder. Der weg war gekennzeichnet durch weiss-orange angestrichene Baeume an wichtigen Abbiegungen. Ein Fluss wurde durch einen Container ueberquert. Dann waren es nochmal ca. 6km Piste und wir standen vor der Schranke zur Bishungari Lodge.

Blick vom Zelt auf den Lake Langano - traumhaft

Ein wunderschoener Ort, gleich am See Wir errichteten unser Zelt und genossen den schoenen Abend mit blick auf den schoenen Sternenhimmel, den Vollmond, das Wasser und leckerem Essen made by Lisa und ner Suppe von uns .

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