Three Pairs Of Underwear

Sauerkraut in Djibouti

Veröffentlicht von am in Blog_TPOU-Africa
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16.09.09
Pappsatt sitzen wir nun in unserem Zelt und hoeren den Wellen beim Rauschen zu. Wir haben eine Dose Sauerkraut mit Schweinefleisch vertilgt und platzen nun aus allen Naeten. Eigentlich hatten wir ueberlegt es noch mit unserem Schweizer Kaesefondue zu verfeinern, so zur Deutsch-Schweizerischen Voelkerverstaendigung Aber da wir nun im Garten einer Bungalowanlage unser Zelt kostenlos aufschlagen durften und nicht mehr genuegend Djibouti Geld hatten um hier im Restaurant zu essen, muss es halt kalt schmecken und das Fondue gibts dann eben ein anderes Mal. Aber wie kam es zum Sauerkraut?

Nun das war so:
Da wir leider, mangels Platz, bei unserem franzoesischen Bekannten keine Uebernachtungsmoeglichkeit nutzten konnten, haben wir uns an unserem ersten Abend in Djibouti in die Berge nach Arta zurueckgezogen. Die Stasse fuehrte zuerst ueber eine leicht huegelige, aber sonst extrem karge Steinwuestenlandschaft. Arta liegt rund 40 km entfernt von der Stadt Dschibouti auf einer Hueglekuppe. Uns wurde gesagt, dass dieser Ort belagert wird von den Reichen Djiboutis und der franzoesischen Legion - Es stimmt. Der kleine Ort ist durchzogen mit eingezaeunten Legionencamps und Trainingseinrichtungen. Nichts desto Trotz, auf einer kleinen Anhoehe auf einem eingemauerten Grundstueck fanden auch wir unser Plaetzchen fuer die Nacht.


Ein ganzes Grundstueck fuer uns alleine...


Wieder mal zelten, seit dem Verlassen Omans hatten wir unsere Campingausruestung nicht mehr benutzt. Gemueseravioli direkt aus der Dose, schoene Aussicht, auf ca. 500m Hoehe angenehme Temperaturen, muede Nina, mueder Tom, was braucht man mehr? Am naechsten Morgen begaben wir uns zurueck in die Stadt, um bei der Aetiopischen Botschaft unser Visum zu beantragen. Wie es der Zufall so will sitzt vor der Botschaft ein Radweltreisender aus Deuschland. Martin Schroeder, 22 Jahre jung und seit mehr oder weniger 3 Jahren in der Welt unterwegs. Wir kamen ins Gespraech und er bot sich an, auf unsere Sachen aufzupassen waerend wir uns in die Papierschlacht mit der Botschaft begaben. Die Menschen in der Botschaft waren zwar nicht uebermaessig freundlich aber unser Visum konnten wir innerhalb von 30 Minuten mitnehmen. Im Gegensatz zu den Beantrgenden aus Amerika fuer uns zum Schnaeppchenpreis von ca. 15 Euro pro Person. Zurueck am Motorrad angekommen tauschten wir mit Martin Reiseerfahrungen aus, bis uns die Security des Platzes verwies. Also begaben wir uns in ein Restaurant, welches nicht weit von hier extra fuer uns oeffnete. Wir haben recht gut gegessen - Schokopfankuchen und Tunasandwitch schmecken waerend Ramadan noch besser ;-) und auch die ein oder andere nuetzliche Datei wurde ausgetauscht. Als es langsam in Richtung Abend ging beschlossen wir gemeinsam einen Platz zum Schlafen zu suchen. Einige Kilometer ausserhalb der Stadt gab es einen Strand, wo es sich wohl gut schlafen laesst. Hier angekommen war in einem der anliegenden Lokale noch seichte brasilianische Musik zu hoeren, es daemmerte, wir verzichteten aufs Zelt und rollten unsere Schlafmatten direkt am Strand aus. Mopet und Rad gaben ganz guten Sichtschutz und wir konnten es uns richtig gemuetlich machen.


Nun kommen wir zum Sauerkraut...Martin hatte uns schon den ganzen Tag davon vorgeschwaermt, was es in der City alles zu kaufen gibt, eben auch Sauerkraut. So wurde es auf seinem Kocher schnell erhitzt, roch herrlich uns wurde schnellstens von ihm vernichtet. Wir spendeten dann eine Melone fuer den Nachtisch - war auch lecker!
Nach dem Essen unterhielten wir uns und sahen den imposanten Sternenhimmel an. Er ist wirklich ganz anders als zu Hause und es sind soooo viele Sterne! Auffaellig anders sind hier auch die Wolken, ich hab das Gefuehl, sie sind viel tiefer und auch viel wattiger als wir sie kennen. Jedenfalls haetten wir uns keinen besseren Schlafplatz aussuchen koennen, abgesehen davon, dass es sich auch ein paar Hunde hier gemuetlich machen wollten. Sie schlichen ein paar mal um uns herum und legten sich dann in einiger Entfernung gemuetlich hin. Geschlafen haben wir alle wohl sehr gut, die Temperaturen waren erstaunlich ertraeglich fuer Meereshoehe und Muecken waren auch kaum vorhanden. Allerdings fingen die Hunde mitten in der Nacht zwei oder dreimal an sich lautstark zu unterhalten - ich weiss aber nicht, ob die Jungs das auch mitbekommen haben...
Nach dem Aufstehen ging es nochmals zurueck nach Djibouti Stadt, Geld wechseln, Tanken, Internetkaffe, dann trennten sich unsere Wege. Wir haben allerdings das gleiche Ziel - wer weiss vielleicht treffen wir uns ja nochmal unterwegs oder in Kapstadt? Man weiss ja nie.

Am heutigen Tag machten wir uns auf zum Lac Assal, dem tiefsten und heissesten Punkt Afrikas.



Es handelt sich hierbei um einen Salzsee dessen Wasseroberflaeche sich auf -150m befindet, die Temperatur stieg auf dem Weg deutlich an, von 36 grad in der Stadt auf 42 Grad am See. Landschaftlich sehr beeindruckend. Auf dem Weg hierher zeugte eine Landschaft aus dunkelen Gesteinsbrocken von Vulkanaktivitaeten und der See setzte sich kristallweiss ab. Mitten auf dem See angekommen schossen wir ein paar Fotos und steckten ein paar Salzkristalle fuer die Kueche ein ;-) Lange konnten wir es in unserer Kluft hier allerdings nicht aushalten, wir waren komplett durchgeschwitzt, Fahrtwind musste her.
Da es zum Zeltaufbauen noch zu heiss und zu frueh war, hielten wir eine Badepause am Meer fuer eine gute Idee. Am ersten ausgeschriebenen Strand wollte man aber direkt Geld von uns fuer die Benutzung, es waren aber nicht mal Duschen vorhanden. Also versuchten wir es an der naechsten Bucht. Hier durften wir uns gerne niederlassen, niemand ausser uns und den beiden Fischerleuten waren dort. So konnten wir schwimmen und ein bisschen im Schatten einer Huette schlafen. Eine kleine Spende haben wir dann beim Verlassen freiwillig da gelassen - geht doch auch nett.
Anschliessend fuhren wir Kilometer um Kilometer, konnten aber keinen schoenen Platz zum Zelten finden. An einer Tankstelle in einem Ort namens Tadjoura waren zwar Zapfsaeulen vorhanden allerdings mit nem Knoten im Ruessel. Man wollte uns aber trotzdem Benzin verkaufen - aus dem Kannister. Der Tankwart verschwand die Strasse entlang um irgendwo den Kannister zu fuellen und kam Minuten spaeter wieder. Mit Hilfe einer aufgeschnittenen Plastikflasche wurden dann ca. 8,5 Liter in den Motorradtank gefuellt waerend wohl ein Liter - oder so nebenher lief. Egal wir hatten wieder etwas Sprit und den Tip mit dem Hotel Le Golfe bekommen. so fragten wir hier in der Bungalowanlage nach einem guenstigen Zimmer. Dies war allerdings noch zu teuer, doch uns wurde angeboten, kostenlos unser Zelt aufzustellen und sogar die Dusche zu benutzen. Welch ein Luxus, bevor es morgen an die Grenzueberquerung nach Aetiopien geht. Wir bleiben gespannt.


Unser Campground im Hotel

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Gast Mittwoch, 19 Juni 2019
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