Three Pairs Of Underwear

Afrika wir kommen...

Veröffentlicht von am in Blog_TPOU-Africa
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Nun sizen wir frisch geduscht und schon wieder schwitzend im Wohnzimmer von Jean Michele. Der Fernseher zeigt franzoesisches Fernsehen und zwei leere Literflaschen Cola stehen zwischen Tom und mir. Wir sind froh der Sonne und den unertraeglichen heissen 36 Grad mal fuer ein paar Stunden entgehen zu koennen und vor allem Jean Michele fuer die angebotene Dusche und die Einladung zum Mittagessen sehr dankbar.

Aber wir wollen euch natuerlich nicht die letzten wirklich aufregenden Tage vorenthalten. Am Freitag knapp vor dem 12 Uhr Gebet haben wir Sana'a den Ruecken gekehrt. Eine gute Entscheidung um diese Uhrzeit an einem Freitag und im Ramadan, die Strassen waren angenehm leer und so hatten wir die Stadt schnell hinter uns

gelassen. Unser vor ein paar Wochen erdachte Route ueber Amran nach Hudaydah wurde von der Touristpolice nicht genehmigt, hier sei schon Krieg. So hatten wir uns fuer einen Weg weiter suedlich entschieden. Die Strasse fuehrte erst wieder wie schon auf dem Weg nach Ibb oder Kameran in die Berge, es wurde etwas gruener und wir passierten kleine einfache Doerfer. Wie von unseren Ausfluegen voher, waren wir es schon gewohnt, dass die Strasse innerhalb der Doerfer schlechter war als die Verbindung daziwschen, doch diesmal wurde die Strasse jedesmal ein wenig schlechter, wir waren uns schon nicht mehr sicher, ob wir noch auf dem richtigen Weg waren, doch auf Nachfrage wurde uns gesagt immer weiter in die eingeschlagene Richtung. Nachdem wir wieder einen Ort passiert hatten fuerte die Strasse leicht den Berg an, es war inzwischen nur noch eine Piste mit 2 tiefen Furchen und uebersaeht von grossen lockeren Steinen. Ich stieg ab, damit Tom das Bike ohne mein Gewicht ausballancieren konnte - half aber nichts - da lagen sie das erste Mal. Aufstellen war garnicht so einfach, also Koffer ab, Bike aufstellen, Koffer wieder dran und naechster Versuch. Ein paar Meter ging es gut, dann viel das Gespann wieder. Ein Fahrzeug hatte hinter uns gehalten, ein Mann und seine 2 groesseren Soehne stiegen aus und halfen uns beim Aufrichten. Wir sollten vorfahren, sie wollten hinter uns fahren um uns gegebenenfalls nochmals helfen zu koennen. Die Strasse war leicht besser, so stiegen wir wieder zu zweit auf. Um die naechste Kurve ging es gut... doch dann kam was kommen musste, Tom und ich hatten unseren ersten gemeinsamen Sturz.

Unser erster gemeinsamer Sturz - Frisur haelt 

Nun wurden Koffer und ich in das uns folgende Fahrzeug verladen und wir fuhren hinter Tom der versuchte sich einen Weg durch das Geroell auf der nun abfallenden Strasse zu suchen. Es ging einige hundert Meter recht gut, obwohl selbst ich im Fahrzeug ordentlich durchgeschuettelt wurde. Tom war um die naechste Kurve verschwunden und als wir ihn wieder sehen konnten sahen wir ihn neben unserem Toeff stehen... ein weiterer Sturz aber wieder ist alles gut gegangen. Mein Fahrer und seine Jungs stiegen aus um beim Wiederaufstellen zu helfen. Die restlichen paar hundert Meter schafften wir dann unfallfrei. Als die Strasse wieder besser wurde ging es dann komplett beladen fuer uns wieder alleine weiter. Unser Begleiter wendete sein Fahrzeug und verabschiedete sich, er war den Weg nur uns zu liebe so weit gefahren - fuer uns wieder ein praegendes Erlebnis, und doch konnten wir wieder nicht mehr tun als danke sagen.
Den Rest des Weges nach Hudaydah war die Strasse zum Glueck wieder gut. Leider, wie jedes mal wenn wir Sana'a verlassen, kamen wir in ziemlichen Regen und auch Gewitter doch kurz vor der Stadt wurde es wieder trocken und so heiss so dass wir mit getrockneter Kleidung ein Hotel beziehen konnten.


Am naechsten Morgen machten wir uns auf den Weg nach Al Mokha, von hier aus, so hatten wir gehoert, sollten kleine Handelsschiffe Beladen mit Schafen oder Kuehen nach Djibouti uebersetzen. Da es nur 200km bis hier hin waren, erreichten wir die Hafenstadt schon gegen Mittag. Erkundigungen am Hafen, zeugten von der Moeglichkeit hier ein Boot erwischen zu koennen, doch ob heute oder in fuenf oder zehn Tagen, konnte uns keiner so genau beantworten. Auf der Suche nach einem Hotel machten wir die Bekanntschaft von einem hilfsbereiten Hafenarbeiter, welcher auch noch Franzoesisch sprach. Er fuehrte uns zum Haus eines Kapitains, der uns bestaetigte, dass sein Schiff heute abend noch auslaeuft und wir mitfahren koennten. Folgten noch Preisverhandlungen fuer den Motorradtransport und eine ziemliche Rennerei fuer Ausreisestempel. In anderen Worten, sechs Stunden spaeter waren die Ausreisepapiere fertig und das Bike schoen eingekuschelt zwischen allerlei Waren auf dem Boot festgezurrt. Ja unser Boot, zum Glueck nicht mit Kuehen oder Ziegen beladen, doch sollten noch etwa 29 Somalis mitreisen. Auch sonst war es gut beladen, etwa 1000 Kartons Milch, Kuehlschraenke, Kleidungstuecke, Einrichtungsgegenstaende und jede Menge Kakerlaken. In diesem Moment ueberlegte ich, was ich schlimmer finden wuerde Kakerlaken oder Ratten... Nachdem wir uns einen Platz auf der Abdeckplane ueber der Ware gesucht hatten konnten wir recht Kakerlakenfrei auf das Auslaufen unseres Schiffes warten. Gegen 4 Uhr morgens ging es dann auch endlich los ueber das Rote Meer durch den Golf von Aden, Richtung Afrika - in die Haende der Piraten? Darueber machten wir uns keine grossen Sorgen, denn unser Boot sah selbst wie ein groesseres Piratenboot ohne Totenkopfflagge aus. Als es am Morgen hell wurde konnten wir rund um die Kapitainskabine unsere anderen Mitreisenden erkennen. Wie die Oelsadinen lagen sie dort verteilt neben und teils uebereinander und schliefen.

Bestimmt nicht gemuetlich...

Aufgrund des noch herschenden Ramadan gab es natuerlich tagsueber keine Verpflegung, allerdings goennten wir uns hin und wieder einen Schluck Wasser. Nach 18 Uhr wurde dann aber wirklich lecker fuer uns gekocht. Gegen 23 Uhr sollten wir in Djibouti ankommen, da es aber um 19 Uhr schon dunkel war versuchten wir mangels Beschaeftigungsangebot nochmals eine guenstige Liegeposition zum Schlafen zu finden. Nun entdeckte ich noch weitere Mitreisende - grosse, dicke, fette Ratten. Ich verzog mich auf die Dieselfaesser neben dem Kapitain, waerend Tom seelig schlief - beneidenswert...
In Djibouti Hafen angekommen ging dann eine Wilde Diskussion der Somalischen Mitreisenden um ihr Gepaeck los. Scheinbar durfte noch nicht alles mitgenommen werden oder es musste nachgezahlt werden fuer Uebergepaeck - so ganz haben wir das nicht heraushoeren koennen. Jedenfalls wurde auch uns eroffnet, dass wir das Bike an diesem Abend nicht mehr ausladen koennten. Nach einigem hin und her im Hafen, hatten wir aber immerhin schon unseren Einreisestempel im Pass. Wir verbrachten eine weitere Nacht auf dem Boot und durften sogar die Dusche der Crew benutzen. Schlafen konnte ich aufgrund der grossen Menge Ratten an Bord allerdings nicht wirklich - Tom natuerlich schon...
Am naechsten Morgen sollte nun also das Bike ausgeladen werden, allerdings war Tom noch unterwegs um die Einreisepapiere fuer das Bike zu organisieren. Ich trat also in Sitzsteick neben dem Bike und verbot jegliche Lageveraenderung des Bikes ohne Fahrer. Es dauerte allerdings gut 30 Minuten bis er wieder auftauchte und ich hatte das Gefuehl, dass alle auf uns warteten und niemand andere Waren ausladen wollte. Als es dann endlich los ging hatten wir gefuehlt den halben Hafen zum Helfen vor Ort.

jedemenge fleissige Helfer, ohne Hintergedanken...

Am Schluss wollten dann auch alle Geld fuer ihre schwere Arbeit, was wir allerdings ablehnten. Entweder haetten wir ca. 50 Menschen etwas geben muessen oder niemandem. Wir entschieden uns fuer die zweite Moeglichkeit und begaben uns schnell weg vom Hafengelaende.
Afrika, wir kommen!

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Gast Dienstag, 26 März 2019
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