Three Pairs Of Underwear

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Unser Besuch in der Schweiz...

Veröffentlicht von am in Blog_TPOU-Africa
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Nun muessen wir uns erstmal entschuldigen, dass dieser und der letzte Blog wieder etwas laenger haben auf sich warten lassen. Es tut uns wirklich Leid!
Da denkt man in der altbekannten Zivilisation sollte das einfach sein mit der Internetverbindung, aber dann kommen einen ganze Reihe anderer Verpflichtungen dazwischen. Wir sind spaet nachts in Bett gefallen und haben oft gedacht, was haben wir eigentlicht heute gemacht. Uns kam es vor, als wenn es in der Schweiz laenger dauert etwas zu organisieren, als hier im Jemen. Es gibt Verkehrsregeln und Radargeraete, Geschwindigkeitsbegrenzungen, sowas wie Ladenoeffnungszeiten und Wochenende. So waren die Tage trotz laengerer Sonneneinstrahlung doch irgendwie kuerzer - schien uns.
Wie dem auch sei, fangen wir mal von Vorne an. Einen Flug haben wir ueber das Internet schnell gefunden - Egypt Air ueber Cairo nach Genf war am guenstigsten.
Nachdem auch Claudia in Flamatt versichtert hatte uns ein Dach ueber dem Kopf zu bieten war dann auch schnell gebucht.
Da bei unserer Einreise in den Jemen die ofiziellen Zollpapiere fuer das Motorrad nicht anerkannt wurden, hatte man in Toms Pass vermerkt, dass wir nicht ohne unseren Toeff ausreisen duerfen. Nun hatten wir ein wenig Bammel, dass etwas schief gehen koennte und waren daher sehr puenktlich am Flughafen. Der Check-in und die erste Passkontrolle waren kein Problem. Bei der zweiten Passkontrolle vor dem Handgepaeck-Sicherheitscheck wurde dann zweimal mein Pass kontrolliert und Toms dafuer nicht. - Muss ich mir Sorgen machen? Sehen wir uns so aehnlich? - Jedenfalls lief alles Problemlos, abgesehen davon, dass unser Flieger eine Stunde spaeter als auf unseren Tickets angegeben startete.
Aber Flug und Verpflegung waren widererwartend gut.
Schon beim Anflug auf Genf staunten wir ueber die Schoenheit der Schweizer Berge. Vom genfer Flughafen aus bestiegen wir einen Zug und genossen eine zweistuendige Fahrt durch die Schweiz. Am Zielbahnhof angekommen wurden wir von einem Freund abgeholt und zu Toms zweitem Motorrad chauffiert. -Danke, Pascal!-
Die letzten 20km nach Flamatt ging es mit dem Toeff duch sagenhaftes Gruen. Die Sonne schien mit aller Kraft, wir konnten uns kaum satt sehen an den vielen Farben und der wunderbare Duft von frisch gemaehtem Gras verwoehnte unsere Nasen.
Und es ist sooooo Gruen!

Das schoene Wetter schaffte es allerdings nicht ueber den traurigen Grund unserer Reise hierher hinwegzutaeuschen. Ende dieser Woche wuerde die Beerdigung von Toms Vater stattfinden. Bis dahin versuchten wir Claudia - der Lebenspartnerin seines Vaters - unter die Arme zu greifen, soweit moeglich.
Der Tag der Beisetzung verlief dann auch harmonisch. Auch ich war sehr ergriffen, aber Stolz auf Claudia und Tom, wie gefasst sie die ganze Situation gemeistert haben!
Wir entschieden uns, in der Naechste Woche mit dem Toeff ein paar Tage quer durch die Schweiz zu fahren - davon soll dieser Blog berichten.
Erst hiess es allerdings, das reiche Warenangebot der Schweiz zu nutzen, um noch einige Ausruestungsteile zu ergaenzen.
- ACHTUNG: unser komplettes Reisegepaeck ist nun auch **hier vorgestellt und weitgehend bewertet -
Hier gibt es Mediamarkt mit viel Elektronikkrams zum Tom gluecklich machen, Coop und Migros mit vielen leckeren Sachen, Deichmann - hier Dosenbach - ja ich durfte EIN paar Schuhe kaufen, und natuerlich jede Menge Outdoorshops. Aber wem erzaehlen wir das, ihr kennt das ja . Fuer uns war es jedoch wieder ein kleiner Kulturshock.
Es folgte ein Besuch bei Toms letztem Arbeitgeber - Rondo (mit Punkt), ein Bierchen hier, ein Abendessen dort, eben nette kleine Wiedersehen zu Hause - vielen Dank dafuer es war sehr schoen.
Mitte der Woche hiess es schluss mit Urlaub fuer den Hintern, aufsitzen und Kurven fahren.
Demuetigender Weise (Zitat TOM!) zeigt unsere Webseitenstatistik deutlich mehr Zugriffe aus Deutschland (macht weiter so!!! sag ich) was wir natuerlich aendern wollen (sag nicht ich). Also auf zur Propagandatour fuer unser Webseite durch die Schweiz (ich dachte ja erst noch, er will mir zeigen wie schoen das Land ist...).
Zu erst ging es durchs "Loch" Richtung Sueden (fuer alle nicht Schweizer: Loch = Loetschbergtunnel mit Autozug) nach 15 Minuten war aber schon wieder Schluss und es ging aus eigener Motorkraft weiter nach Graechen zur Tschuggermutti - unserer ersten Uebernachtungsmoeglichkeit - Mercie viu mau - aeuae !
Tom legte es am naechsten Tag drauf an: Ueber den Nufenen-Pass ins Tessin, ein Salat in Ascona am See, zurueck ueber den Lukmanier-Pass ins Buendnerland und weiter ueber den Oberalb-Pass in die Innerschweiz. Luzern war unser naechstes Ziel, mit Versprechen auf ein leckeres Essen und ne Luftmatratze fuer die Nacht. Erfuellt! Fabienne und Urs haben sich wirklich ins Zeug gelegt und was saugutes gezaubert. - Dankeschoen! Ausschlafen haben wir uns gegoennt, dann gings schon weiter ueber den Klausen-Pass (suuuuperschoen!) in Richtung Toggenburg (kurze Rivellapause ueber dem Walensee). Puenktlich (!) trafen wir in Fruemsen am Sunnehoeckli ein - wirklich (!). An diesem wunderschoenen Platz leben Toms Mutti und Bruno mit Sicht auf das Rheintal.
Blick aus dem Garten vom Sunnehoeckli - schwaerm -

Entspannung, gutes und gesundes Essen (fast alles aus dem eigenen Garten), sowie gemuetliches Zusammensein zierten die naechsten zwei Tage - Gell Guscht?!
Mein Einkaufsfieber war natuerlich mit Schuhen noch nicht gestillt, ein HundM musste her (Tom hatte es ein paar Wochen vorher im Jemen leichtfertig versprochen: "Klar, in den naechsten H&M den wir sehen, darfst du...") Wir wurden nach Oesterreich chauffiert und zwei Stunden Spaeter war ich glueckliche Besitzerin von vier neuen Oberteilen (natuerlich nur Nuetzliches fuer die Reise, dafuer muessen spaeter andere Dinge hier bleiben). Zurueck ging es durch Lichtenstein mit einem Abstecher in die Berge von Malbun. Wieder einmal war die Zeit hier viel zu kurz, am naechsten Tag ging es, mit einer frischen Ladung Sunnehoecklis Kraeutersalz im Gepaeck, zurueck Richtung Flamatt, mit einem kurzen Halt in Zuerich auf einen Kaffe mit Pedro. Tolle Theaterprojekte warten auf Europa - Viel Erfolg!
Uebrigens, die Schweiz scheint weitaus gefaehrlicher als die weite Welt zu sein. Noch in der Stadt waren wir einem Autofahrer wohl nicht ganz genehm oder schnell genug, so dass er die naechste Ampel nutzte um uns mit noch ungeklaertem Inhalt seines Fahrzeuges zu bewerfen. Anhand seiner Ausrufe konnten wir dem Akzent entnehmen, dass er wohl eher aus Sued- Ost- Europa stammt. Wie dem auch sei wir haben herzlich gelacht.
Den Rest des Weges ueber die Autobahn haben wir gefroren, wie die Schneider. Nur ein kurzer Stopp fuer einen Kakao bei Burger King lies uns nicht erfrieren Wir sind halt die naechtlichen Sommertemperaturen in diesen Gegenden nicht mehr gewohnt.
An unserem letzten Tag hier wollte ich es mir nicht nehmen lassen, wieder eine von Tom versprochene Fahrstunde auf dem Toeff zu erhalten - leider mit maessigem Erfolg. Fahren geht gut, drehen nicht - plumps. Lieber Pascal: wie du vielleicht ahnst, ich wars. - Tschuldigung!
Einen Tag spaeter hiess es dann schon wieder packen fuer den Rueckflug nach Sana'a. Gewappnet mit einem neuen Hinterreifen und einem Federbein von Oehlins, sowie anderen Kleinteilen stoppten wir auf dem Weg nach Genf, um zwei neue Helme (Tour X-3) von Arai in Empfang zu nehmen - Vielen herzlichen Dank!
Puenktlicher Abflug nach Kairo, dann weiter nach Sana'a mit Ankunft um 3 Uhr morgens. Es war noch recht viel Betrieb auf den Stassen, verglichen mit dem, was wir am naechsten Vormittag zu Gesicht bekamen. Totenstille und leere Strassen - wilkommen im Ramadan - doch dazu ein anderes Mal mehr.
Hier folgt, auf Bitte von Tom, mein persoenliches Schweiz Laender-Voting
(das Professionelle folgt dann von Tom, natuerlich entsprechend getuned und zensiert)
Die 23 Kantone und 3 Halbkantone hab ich zwar nicht alle gesehen, aber sie haben sich von ihrer besten und gruensten Seite gezeigt.
Fast alle Menschen denen wir begegnet sind (ausser der Autofahrer und einigen Kassiererinnen in Genf und Flamatt) waren sehr herzlich.
Die Strassen sind ein Traum!
Die Geschwindigkeitsbegrenzung nervt - wie schoen ist Deutschland in diesem Punkt.
Alle die sagen die Schweiz sei teuer, haben recht.
Schweizerdeutsch ist anstrengend... aber machbar gaeu - grins - ich uebe fleissig, danke fuer die Geduld.
Alles in allem ein schoenes Land - ich komme wieder! Ich hoffe ihr fasst das nun nicht als Drohung auf.
Deutschland auch dich mag ich natuerlich, sei nicht traurig.
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Gast Mittwoch, 19 Juni 2019
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