Three Pairs Of Underwear

Kamaran Island

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Die Ueberfahrt gestaltete sich problemlos. Unser Boot hatte zwar keine Scheinwerfer, aber die rote Positionsleuchte wurde von dem Helfer des Kapitains tapfer die ganze Zeit ueber dem Kopf in die Hoehe gehalten - hin und wieder hat er mal die Hand gewechselt. So konnten andere Boote wenigstens erahnen, dass hier ein Wassergefaehrt unterwegs ist. Eindruecklich war auch das in rauhen Mengen vorhandene luminiszierende Plankton - Taucher kennen dieses Phaenomen vielleicht von Nachttauchgaengen - das Wasser faengt bei Bewegung an zu leuchten, es sah so auch als haette wir Unterbodenbeleuchtung an unserem Boot.
Nach ca. 20 Minuten fahrt erreichten wir das Ufer der Kamaranislands.
Schon vom Wasser aus konnte man das beleuchtete Restaurant erkennen.
Zentrum des Kamarancamps von aussen... ...und das Restaurant von innen

Wir erreichten eine eiserne Leiter - diese stellte wohl den Hafen von Kamaran dar. Wir wunderten uns kurz, wie wir unser Toeff wohl hier wieder haetten ausladen sollen, waren dann aber damit beschaeftigt, unser Gepaeck 1,5m hoch vom Boot ueber die Leiter auf die Felsen zu befoerdern.
Vom Restaurant aus kam uns Mohammed entgegen und begruesste uns freundlich. Die anderen Gaeste waren noch nicht eingetroffen, so hatten wir vor dem Abendessen noch Zeit fuer eine Dusche und konnten uns - soweit im dunkeln moeglich - ein erstes Bild von dem Camp machen. Links neben dem Restaurantgebaeude konnten wir schemenhaft so etwas wie Stohhuetten erkennen, auf der anderen Seite ging es zum Duschhaus. Mohammed wies uns den Weg zu einer Huette etwas abseits von den anderen, mit freiem Blick auf die Bucht vor dem Tauchcenter. Viel Licht war nicht vorhanden, da der Generater abgeschaltet war, gab es keinen Strom in der Huette, aber dank unserer Stirnlampe konnten wir 4 Holzliegen erkennen. Nachdem wir 2 davon fuer uns gemuetlich aufgestellt hatten, konnten wir sogar noch eine Befestigung fuer unser Moskitonetz finden.
Unser Heim von in voller Schoenheit Kuscheliger Schlafplatz... schoen warm

Beschwingt durch unsere gelungene Inneneinrichtung begaben wir uns zu den Duschen. Im Waschhaus gab es vier Duschkabinen welche auch gleich die fuer arabische Laender ueblichen Stehtoiletten beinhalteten - fuer unsere Standards vielleicht etwas gewoehnungsbeduerftig... aber platzsparend.

Verbesserungswuerdig ist vielleicht der Reinigungsintervall dieser Oertlichkeit aber Wasser war immer vorhanden, so war es fuer uns durchaus akzeptabel.
Zum Abendessen war dann auch die uns angekuendigte 5-koepfige Reisegruppe eingetroffen. Wir sassen alle zusammen um einen grossen Tisch und plauderten, das Gespraech kam auf das Thema Tauchen und Mohammed eroeffnete den 5 Neuankoemmlingen, dass Tom und ich ihre Tauchgides fuer den naechsten Tag waeren. Wir beiden sahen uns etwas verwundert an, aber wir hatten es ja angeboten, so liessen wir uns nichts anmerken. Nach dem Essen sahen wir uns also das vorhandene Equipment an, eine gute Entscheidung, denn es waren doch nicht alle Atemregler Funktionstuechtig und da wir auch noch keinen ueberblick ueber das restliche Sortiment hatten, dauerte die Ausruestungszusammenstellung alles in allem fast 2 Stunden. So wurde es fast 00 Uhr - aber Sicherheit geht vor!
Eine Ausfahrt mit dem Fischerboot zum Angeln liessen wir uns dennoch nicht nehmen - eine gute Entscheidung, denn das Leuchten des Wassers war einmalig schoen. Leider liess es sich nicht fotografisch festhalten. Gegen 1:00 Uhr fielen wir dann aber muede und erschoepft in unserer Huette in den Schlaf. Am naechsten Morgen sollte nach dem Fruehstueck um 8:00 Uhr zum Tauchen aufgebrochen werden. - gaehn!
Mangels Klimaanlage war die Nacht etwas zu warm und kurz, aber der Blick von unserer Huette in die Bucht entschaedigte fuer alles. Wir konnten mindestens 6 Delfine zaehlen ganz aus der Naehe. Leider sind wir nicht ins Wasser gegangen, aber sie bewegten sich so selbstverstaendlich als wenn sie jeden Morgen hier zu sehen waeren. Leider ein Irrtum, wie wir in den naechsten Tagen feststellten
Also sollte es von euch jemanden hierher ziehen, die Gelegenheit nutzen und hinein ins Wasser!
Delfine gleich vor der Haustuer - grossartig

Wie dem auch sei, zum Fruehstueck gab es leckere Pfannkuchen und Bohnen in Tomatensauce.
Mohammed erklaerte uns anhand einer Seekarte kurz die Gegebenheiten an den Tauchplaetzen, die wir anfahren wuerden. Damit waren wir bereit zum Tauchen...unsere muede Herrengruppe auch, die Tauchboote - die bereits bekannten Fischerboote - waren es noch nicht. Also hiess es erst Tauchflaschen kontrollieren und Boote selbst beladen, dann konnte es los gehen.
Nach ca. einer Stunde Fahrt erreichten wir die Ueberreste eines "Leuchtturms" - unser erster Tauchplatz. Hm - quasi null Fisch und ein Promille Korallen, Maximaltiefe 7 Meter - gaehn. "Rotes Meer wo ist dein Zauber, von dem alle reden", dachten wir. Wir hofften auf mehr Erfolg beim naechsten Tauchspot. Das Wrack eines gestrandeten Mandeltransportschiffes war geplanter Tauchplatz Nummer 2, vielversprechend, gute Sicht viele Korallen und Fische, aber unserer Gruppe nicht tief genug. Das Wrack ragt halb aus dem Wasser und wenn man tiefer als 4 Meter tauchen moechte, dann muesste man wohl eine Schaufel mitnehmen. Es war jedoch ein wunderschoener Schnorchelplatz fuer unsere Oberflaechenpause. Nach einer Staerkung mit den mitgegebenen Sandwitches fuhren wir fuer den zweiten Tauchgang die Kueste von Uqban Island an.
Unser Tauchgefaehrt...

Dieser Tauchplatz entschaedigte uns ein wenig fuer den Reinfall des Ersten. Die Sicht war recht gut und Fische, sowie Korallen waren auch vorhanden. So konnten wir einen entspannten Tauchgang geniessen und auch ein paar schoene Fotos schiessen, wie ihr in der Gallerie unter Jemen/Unterwasser sehen koennt.
{youtube:http://www.youtube.com/watch?v=dJw62VvTv4c}
Unser Fazit zum Tauchen: Nicht ueberragend, aber in Ordnung. Wer hier bei der Tauchbasis tauchen moechte sollte allerdings schon etwas Erfahrung haben und entweder eigenes Equipment mitbringen oder die vorhandene Leihausruestung am besten im Hausriff ausgiebig testen. (Toms Lungenautomat lieferte neben Luft auch bei jedem Atemzug ne Portion Wasser und durch den Oktopus liess sich wie durch einen duennen Stohhalm atmen...) Den Tag auf dem Wasser haben wir jedoch sehr genossen.
Die Tauchgides - professionell oder? Ach das sind ja wir

Am naechsten Tag hiess es wieder frueh aufstehen, denn wir wollten mit einem Boot durch die beruehmten Mangrovenwaelder von Kamaran fahren. Da dies nur bei Hochwasser moeglich ist mussten wir um 6 Uhr morgens starten. Um halb fuenf gab es sogar schon Kaffee und einen wunderschoenen Sonnenaufgang. Die Stimmung des Lichts war ganz besonders, in solchen Momenten fragt man sich warum man nicht oefter mal frueh aufsteht...
Eine halbe Stunde Bootsfahrt brachte uns ins seichte Gruen auch Pelikane und Flamingos waren auf dem Weg dorthin zu beobachten. Geschickte Gewichtsverteilung auf dem Boot ermoeglichte dem Kapitain ein vorwaertskommen im Schritttempo durch bis zu nur 20cm tiefes Wasser. Immer enger wurden die Wasserwege und wir somit naeher den Mangrowenbaeumen im Wasser. Ab und zu entwich ein kleiner Blaupunktrochen vor dem Boot - Reiher und andere Flugtiere flogen umher. Es war eindruecklich doch der zu tiefe Wasserstand ermoeglichte uns leider kein noch dichteres Eindringen in das Dickicht des Waldes.
Mangrovenwald

Gegen 8:00 uhr trafen wir wieder im Camp ein und genossen ein leckeres Fruehstueck. Spaeter sollte noch eine Motorradtour ueber die Insel folgen - wir holten erstmal etwas Schlaf nach
Wie einfach es doch ist, ein kleines leichtes Bike durch die Sandwege des Inselinneren zu lenken. Ein Erlebnis, das mit unserer BMW inclusive der Beladung wohl nicht so einfach moeglich gewesen waehre. An Vegetation hatte es nicht so viel zu bieten, dafuer aber um so mehr unberuehrte Sandstraende.
Unser Toeff fuer den Inseltrip - inclusive Soundsystem...

Die Franzoesische Reisegruppe reiste ab, 2 neue Gaeste trafen ein. Sie goennten sich einen zweitaegigen Abstecher im Jemen auf der Rueckreise von Aethiopien. Nach dreieinhalb Wochen im Jemen unsere aufgespuerten Touristen Nummer drei und vier
Die fuer uns letzte Nacht in den Huetten von Kamaran Island war wohl auch die waermste und windstillste. So heiss, dass wir uns entschlossen unser Schlafzimmer draussen zu moeblieren - schlafen unter Sternenhimmel, wie romantisch.
Die Rueckfahrt zum Festland am naechsten Morgen auf spiegelglattem Wasser genossen auch wir, auch wenn die Spannung ueber das Verbleiben unseres Toeffs stieg. Im Hafen angekommen stellten wir gluecklich fest, dass noch alles ganz war und nichteinmal die Alarmanlage angeschlagen hatte.

 


Hier folgt ein Ranking zu unserem Aufenthalt auf Kamaran.

 

Kamaran Islands - Yemen
Bestens...
...Grausig
Diese Bewertungen beruhen ausschliesslich auf die Erfahrungen von Nina und Tom unterwegs. Persoehnliche Empfindunegn wurden miteinbezogen und koennen selbstverstaendlich von Nachreisenden anders bewertet werden.
Anreise
bis zum Hafen
Schoene Strecke fuer Selbstfahrer ab Sana'a. Das Finden des Hafenlokals etwas umstaendlich ' aber wenn man es weiss...
Ueberfahrt mit Boot
Hilfsbereite Leute am Hafen. Etwas kleine Boote fuer rauhe See, doch es kann auch ganz glatt sein.
Unterkunft / Verpflegung
Unterkunft
Sehr originelle Huetten, jedoch ohne jeglichen Komfort. Kann im Sommer sehr heiss werden, sodass man besser draussen uebernachtet. -Achtung Moskitos-
Sanitaereinrichtung
Douchen und Toiletten vorhanden, jedoch nicht gepflegt. Mit etwas Reinigung koennte eine Unterhose mehr verteilt werden...
Essen
Einfache, aber gute lokale Kueche. Buffet puenktlich bereit.
Freizeitgestaltung
Tauchen
Vielleicht waren wir ja einfach an den falschen Plaetzen, aber wir hatten kaum Fischleben und wenig Korallen an den Plaetzen. Organisation und Tauch-Sicherheitsvorkehrungen werden hier nicht bewertet - stark verbesserungswuerdig. Eher was fuer Leute, die wissen wie man taucht und auf sich aufpassen koennen.
Schnorcheln
Hausriff und Wrack sind im Flachwasserbereich genial. Viele Rochen und farbige Hardkorallen.
Mopedfahren
Lustige und gut organisierte Aktion. Sicherheitsbegleitung ist bei nicht funktionieren des Motors stets sehr hilfsbereit.
Fischen
Crew hat alles gegeben - doch es hat keiner Angebissen. Alternativprogramm mit dem Besuch eines Fischerbootes hat prima geklappt.
Mangroven
Bei hoher Flut und motoviertem Kaptain sicher noch eindruecklicher.
Unser Fazit
Was fuer Leute, die einen hohen Komfort nicht wollen und dennoch nicht mit Very-Low-Budget reisen. Uns hat es im allgemeinen gefallen und es war eine Erfahrung wert. Man fuehlt sich sicher und es wird fuer die Gaeste geschaut. Taucherisch jedoch nur fuer Leute zu empfehlen, die wissen was sie tun.

So konnten wir den Rueckweg nach Sana'a antreten - wir freuten uns schon auf die Kuehle der Berge Schon nach knapp einer Stunde schlaengelten sich die Strassen hinauf in die Berge. Entlang von unzaehligen bewohnten Strohhuettendoerfern. Ein Leben ohne fliessend Wasser und ohne Strom, versorgt durch manuelle Landwirtschaft, so wie es schon Generationen vor ihnen getan haben.
Die Strassen wurden schmaler und windeten sich steil bis auf 3000m durch bewirtschaftete Terassenlandschaften, fernab von Zivilisation, so wie wir sie kennen. So haben wir den Jemen kennengelernt - das laesst unser Reiseherz hoeher schlagen.
Die nervigen Militaer und Polizeicheckpoints sind der einzige Wehrmutstropfen, wir wissen heute noch nicht ob sie fuer unsere Sicherheit oder gegen unser Freiheitsgefuehl eingesetzt sind.
Traurige Nachrichten erreichten uns bereits auf der Insel, so dass wir uns zurueck in Sana'a kurzfristig auf eine Reise in die Schweiz vorbereiteten.
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Gast Montag, 21 Januar 2019
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