Three Pairs Of Underwear

Urlaub von der Stadt... auf nach Kamaran Islands

Veröffentlicht von am in Blog_TPOU-Africa
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Ja, wir sind immer noch in Sana'a. Unser Plan war ja eigentlich, am besten in 3 bis 5 Tagen durch den "gefaehrlichen" Jemen und zu Hause erst Bescheid sagen wenn wir durch sind. Aber so langsam gefaellt es uns wirklich hier, zumal wir uns bei Alice gemuetlich einrichten durften und vielleicht auch auf Grund von Toms Kochkuensten weiterhin noch bleiben duerfen. Das Bike steht sicher und Bewacht, wir haben alles was wir brauchen - 50% des Tages entweder Wasser oder Strom, selten beides zusammen -

Bisher haben wir die Stadt und die nahe bis etwas entferntere Umgebung erkundet. Trotz der Aussage der jemenitschen Botschaft in Muscat, dass wir keine Strassenpassiergenehmigungen benoetigen, heisst es jedesmal auf zur Tourist Police und Road Permits einholen. Trotz dieser wird uns das Leben an den Checkpoints dennoch schwer gemacht. Wenn und die Herren in Uniform erblicken - was manchmal etwas dauert, weil sie so mit Qat kauen beschaeftigt sind - werden die Augen ganz gross und dann werden wir natuerlich angehalten.

Manchmal sind wir auch schon fast vorbei bis sie realisiert haben, dass wir sonderbar aussehen und vielleicht doch besser stehen bleiben sollten.
Dann muss erstmal telefoniert werden, ob wir denn auch wirklich weiter duerfen. Auf unserem letzten Ausflug nach Ibb kam sogar einer der Herren ziemlich agressiv daher und fragte aufgebracht ob wir aus Amerika seien. So langsam hab auch ich mich an die Kalaschnikovs gewoehnt, Tom ist hiervon ja sowieso ziemlich unbeeindruckt und diskutiert die Notwendigkeit des Stopps - manchmal auch lautstark - aus.
Aber auch die Checkpoints schaffen es nicht uns davon abzuhalten, uns weiterhin im Jemen umzusehen.

Vor ein paar Tagen fiel uns ein Zettel mit Kontaktdaten von einem Tauchcenter auf den Kamaran Islands in die Haende, Tom hatte die Daten von anderen Reisenden in Musandam erhalten. So kam uns die Idee, dass wir uns mal wieder ein paar Tage Urlaub von der Stadt auf einer Insel goennen koennten.
Gesagt, getan - zwei Tage spaeter trafen wir uns mit Mohammed dem Besitzer des DiveCenters auf den Kameran Islands. Telefonisch hatte er uns bereits eroeffnet, dass die Unterkunft ca. 50 Dollar pro Person kosten wuerde. Das Tauchen kommt noch dazu und die Ueberfahrt zur Insel hin und zueruck kostet 40 Dollar. Ob wir das Motorrad mitnehmen koennen sei noch fraglich. Ganz schoener batzen Geld fuer low Budget Reisende wie uns. Aber wir dachten uns in einem persoenlichen Gespraech laesst sich da bestimmt noch handeln... Nach unserem Treffen hatte sich die Lage deutlich geaendert ... Mohammed hatte uns schon fast die Uebernahme des Tauchcenters angeboten, aber wir durften uns das Ganze erstmal ansehen... - puh! - Die Unterkunft wuerde er uns stellen, die Kosten fuer das Tauchboot konnten wir uns mit einer anderen Gruppe teilen aber guiden braeuchten wir nicht. Das Motorrad mit auf die Insel zu nehmen sei auch kein Problem, die Boote im Hafen seien gross genug.
Als Gegenleistung fuer sein Angebot sollten wir ein paar schoene Fotos fuer seine Webseite machen und hinterher an dieser Stelle auch drueber berichten. Wir dachten, dass hoert sich doch gut an und verabredeten uns fuer 2 Tage spaeter auf der Insel. Wir sind gespannt auf unseren Urlaub vom Reisen

Da uns noch nicht ganz klar war was uns dort erwartet, reduzierten wir unser Reisegepaeck nur gering. Schlafsaecke und Zelt durften bei Alice in der Wohnung bleiben sowie unsere "Werkstatt" mit den Ersatzteilen. Die Road Permits bei der Tourist Police waren schnell organisiert.
Am naechtsten Tag ging es dann mit etwas Verspaetung - wie immer - los Richtung Hudaydah. Es Regnete leicht, unser Weg fuehrte uns durch steile Bergpaesse, rechts und links konnte man gruene Terassenlandwirtschaft sehen.

Am Ersten Checkpoint mussten wir natuerlich warten - der Regen wurde staerker - erst nach persoenlicher Nachfrage bei dem "Chef vom Dienst" durften wir dann ganz ploetzlich, als sei nichts gewesen, weiter fahren.

Das Thermometer zeigte zwischenzeitlich 12,5 Grad an und es begann zu Hageln! Wir sehnten uns foermich nach der Hitze an der Kueste die das Wasser aus unserer Kleidung verdunsten laesst - wir waren bis auf die Unterwaesche nass und der Fahrtwind tat den Rest, man war das kalt.
Nach weiteren zeitraubenden Checkpoints erreichten wir in der Abenddaemmerung die Hafeneinfahrt von Salif. "Kein Durchgang!" Hiess es hier allerdings fuer uns. Wir mussten umdrehen, die zivile Hafeneinfahrt sollte sich irgendwo vorher auf unserem Weg befunden haben, wie uns die Hafenwachposten zu verstehen gaben. Wir wendeten also und stoppten ein paar hundert Meter zurueck an einer Tankstelle. Grade Luft geholt um nach dem Weg zu fragen, hupte hinter uns eines dieser hier ueblichen Motorraeder. Der Fahrer bedeutete uns im zu folgen. Es ging den gleichen Weg zurueck, wieder dierekt auf die Hafeneinfahrt zu. Aber gleich links davon - nun entdeckten auch wir ihn - fuehrte ein sandiger Weg an den Hafenmauern entlang. Wir durchquerten ein kleines Dorf und endeten am Meeresufer, an soetwas wie einer Huette, bestehend aus Holzpfaehlen mit einem Schilfdach. Innen befanden sich bankaehnlich Holzbretter.


Die Huette im Hafen von Salif

Einige Qat kauende Herren sassen dort - Fischer, wie wir vermuteten. Im "Hafenbecken" waren Fischerboote zu erkennen aber nichts, was unseren Vorstellungen einer Faehre auch nur nahe kam. "Ist hier ein Kapitaen anwesend, der uns mit dem Bike zur Insel bringen kann?" Fragten wir in die Runde. Ein einigermassen vertrauenserweckender Mann anwortete mit "Ja" und stellte sich uns als Divemaster des Two Moon Dive Clubs auf Kamaran Island vor - wie pracktisch.
Er zeigte uns das Boot - ein ca. 4m langes Fischerboot mit 4 durchgehenden Sitzbaenken. Wir sahen uns fragend an:"Wie soll denn da unser Toeff drauf passen?" Dann meinte unser freundlicher Helfer aber auch schon: "Aufgrund des auffrischenden Windes solltet ihr lieber ohne das Motorrad uebersetzen."
Inzwischen war die Sonne ganz untergegangen, wir ueberlegten schon ob wir bis zum Morgen warten sollten, entschieden uns aber dann doch unser Toeff hier in der Huette unterzustellen anzuschliessen und alleine, nur mit dem Gepaeck auf die Insel ueberzusetzen.


Bye, bye Toeff...

Als alles verladen war, fuhren wir mit dem kleinen Boot ins Dunkel der Nacht hinaus - gespannt auf das, was uns am anderen Ufer erwarten wird.

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Gast Montag, 21 Januar 2019
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