Three Pairs Of Underwear

Pack die Badehose ein, es geht ans Meer – oder doch wieder in die Berge?!

Veröffentlicht von am in Blog_TPOU-BackFromRoots
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Also eine kurze Begegnung aus Kappadokien muss ich an dieser Stelle noch loswerden, wir haben herzlich gelacht.

Wir folgten nahe Ürgüp der Beschilderung „Underground City“ und halten kurz vor erreichen auf einer Zufahrtstraße, weil mein Töff entschieden hat, genau hier die 10’000 km voll zu machen. Ein paar Kinder kommen angelaufen und schauen neugierig zu wie wir wie wild den Tacho fotografieren.

 

10'000km und keine Falten

Plötzlich sagt einer: „Bum bum, Caramell!“ Kurz müssen wir überlegen, dann dämmert uns, sie möchten ein Bonbon...

Wie so oft, wenn wir solche „Anfragen“ überhören möchten startet Tom eine Konversation auf Schweizerdeutsch: „Das isch gar nid gesung – du söttsch mau lieber en Öpfu ässe!“ Die Kinder schauen verdutzt und lachen. Ein älterer Herr kommt vorbei und sieht uns aus großen Augen an. Tom begrüßt ihn: “Ja, du bisch ou ä mau jung gsi, gäu?“ Der Mann nickt, greift in seine Hosentasche, holt ein Päckchen Streichhölzer hervor und fragt: „Zigarett?“

Wir müssen lachen, so ist das also, die kleinen starten mit Bonbons die älteren wollen Zigaretten.

Die Untergound Stadt haben wir uns dann nicht angesehen, vielleicht ein Fehler? Bestimmt haben wir etwas verpasst, aber nach zwei Tagen im Tuffstein haben wir so viele Eindrücke gewonnen, dass wir uns einfach nicht noch mehr ansehen möchten – Außerdem fühlen wir uns nicht wohl, zu viele Souvenirstände, zu viele Touristen und zu viele Ladenbesitzer die deutsch sprechen, das passt irgendwie nicht. ;-)

Wir wollten möglichst schnell ans Meer, also probierten wir die Autobahn gen Süden aus. Funktioniert super, der Belag ist neu und eben, wer auf welcher Spur fahren darf ist reglementiert - auf der Linken (von 3) dürfen sich LKW nicht blicken lassen. Dann ist da noch das Maut System, man fährt irgendwo drauf und wenn man wieder ab fährt, wird online abgerechnet. Nur muss man sich dazu vorher online registrieren. Da wir das nicht wussten, geht beim Verlassen der Autobahn an der Schranke ein penetranter Alarm los. Wir bleiben verschüchtert stehen. Die Schrankenhäuschen sind nicht mehr mit Menschen besetzt und auf den Knopfdruck an der Gegensprechanlage reagiert auch niemand. Da sehen wir von weitem einen offiziell aussehenden Mann, der den Besen über den Parkplatz schwingt, aber der Alarm scheint ihn nicht zu interessieren. Wir fahren zu ihm und fragen, er zuckt mit den Schultern und meint: “Weiter fahren, kein Problem.“

Also lösen wir an diesem Tag noch zweimal den Alarm aus und niemanden stört´s.

Spät am Abend erreichen wir die Küste vom Mittelmeer. Es ist heiß und stickig kaum ein Lüftchen weht. Wir finden ein Restaurant, das die Rasenfläche neben dem Haus als Campingplatz deklariert und ebenfalls Zimmer vermietet. Wir können wählen, auf der einen Seite vom Haus in einer dunklen Ecke mit Verkehrslärm oder auf der anderen Seite, wo das Wellenrauschen den Verkehrslärm übertönt. Wir nehmen die Wellenseite auch wenn dort von der Restaurant Terrasse grade eine große Kakerlake hüpft. Erst sitzen wir auf den Liegen am Wasser und hoffen auf etwas Abkühlung aber bald sind wir so müde, dass wir doch ins Zelt kriechen.

In der Nacht werde ich aus dem Schlaf gerissen, weil ein platschnasser Tom über mich krabbelt uns stolz flüstert: “Die Dusche da draußen ist super erfrischend!“ Toll denke ich und meine Matte ist nun triefend nass...

Am Morgen sparen wir uns das Aufsuchen der einzigen Indoor Dusche, die von den einzigen anderen Gästen, einer Russischen Familie, in Beschlag genommen ist. Es geht doch nichts über das Meer gleich vor der (Zelt)Tür und eine erfrischende Süßwasserdusche im Freien danach.

Eine weitere Zeltnacht am Meer verbringen wir kurz vor Alanya, es ist einfach wunderbar, wie lange haben wir jetzt nicht mehr in die Wellen springen können. Und hier geht das ja alles auch wieder ohne Hemmungen im Bikini. Je weiter wir uns Antalya nähern, um so fürchterlicher finden wir es allerdings. Die Küstenstraße ist zugepflastert mit Hotels, Restaurants und Geschäften für Schuhe, Taschen und Klamotten. Touristen in Bikini flanieren neben einigen wenigen vollverschleierten Frauen über die Einkaufsstraße. Der Verkehr ist verrückt. Erst wird Tom fast von einem Bus eingeklemmt, der ihn scheinbar übersehen hat, als Tom sich hupend bemerkbar macht, drängt ihn der Busfahrer mit Absicht nochmals ab. Etwas später wird wieder Tom von einem Minibus geschnitten. Inzwischen recht wütend macht er dem Fahrer deutlich klar, dass ihm sein Fahrstil nicht gefällt. Der Fahrer ist so aufgebracht, dass er nun mich beinahe über den Haufen fährt. An der nächsten Ampel kommen wir alle zum Stehen. Der Fahrer brüllt aus seinem Fenster, zögert kurz und springt dann auf Tom zu. Nach beherztem Anschreien erhebt er die Faust, boxt Tom gegen die Brust und schlägt dann zwei Mal auf Tom´s Helm ein. Tom antwortet ruhig auf das Gezeter und sitzt geduldig und grinsend noch immer im Sattel. Als ein anderer Verkehrsteilnehmer sich einmischen will um uns zu helfen steigt der in seinem Stolz verletzte Minibusfahrer wieder in sein Fahrzeug und braust bei der nächsten Grünphase davon.

Hoffentlich tat die Hand danach weh... ;-)

Wir sind froh, als wir wieder in die Berge abbiegen können und unsere Freunde in der Mountainlodge in Tlos, nahe Fethiye treffen. Die Enfields dürfen mit uns auf einen echten Offroad Ausflug auf eine Alm – normalerweise werden solche Touren hier unter der Führung von Sönke (unserem Gastgeber) mit KTM´s bestritten. Aber unsere Ladies schlagen sich recht gut.

Ansonsten machen wir nicht viel mehr als Nichtstun im Pool treiben, schlafen und sehr gut Essen. :-)

Es wird schwer, sich von hier wieder loszureißen...

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Gast Freitag, 22 März 2019
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