Three Pairs Of Underwear

Jabba dabba kappa dokien – die Türkei ist schön!

Veröffentlicht von am in Blog_TPOU-BackFromRoots
  • Schriftgröße: Größer Kleiner
  • Aufrufe: 1694
  • 2 Kommentare
  • Drucken

Ich krabble früh morgens aus dem Zelt, weil mich ein ungewöhnliches Geräusch geweckt hat. Wir sind inzwischen in Kappadokien, es ist 5:30 Uhr morgens, die Sonne geht langsam auf. Da ist es wieder, es faucht aus der Luft. Dann ist auch mir klar, es sind Heißluftballons, ein gutes Dutzend schwebt über der eindrücklichen Kulisse im Tal vor uns – dies Rundfahrten in der aufgehenden Sonne kann man hier überall relativ günstig buchen.

Unser Zelt steht im Schatten eines Baumes und ich könnte mich sicher noch ein paar Stunden hinlegen, bevor die Sonne es zu sehr aufgeheizt hat, aber ich mag meinen Blick nicht abwenden. Zu schön ist das Farbenspiel zwischen blauem Himmel und den bizarren Tuffsteinformationen, die zwischen weiß und golden leuchten.

In den letzten Tagen haben wir die Türkei lieben gelernt. Nicht nur die Menschen sind unglaublich freundlich, auch die Landschaft ist einmalig schön. Kurz nachdem wir unser Hotel in Sirnak verlassen haben, fanden wir einen Picknickplatz, der alle bisherigen an die wir uns erinnern konnten in den Schatten gestellt hat. Abgelegen von der Straße, konnten wir auf einer natürlichen Terrasse sitzen und einen unbeschreiblichen Weitblick genießen (unter Umständen sogar nach Syrien – da sind wir uns nicht ganz sicher) ;-) dazu genossen wir türkisches Fladenbrot, frisch vom Bäcker, Oliven und Frischkäse – Ein Genuß!

Die keinen Dörfer in den Bergen, durch die wir fuhren haben südländischen Charme. Eine kleine Straße führt vorbei an hübschen Häusern aus Stein, die Meisten haben einen Garten der durch eine kleine Mauer, viele Rankpflanzen und alte Bäume vor zu viel neugierigen Blicken geschützt ist. Wir hielten an einem kleinen Laden, der in genau so ein Wohnhaus integriert ist. Auf die Frage, ob wir das Gekaufte auch hier trinken dürften (schließlich ist ja Ramazan), wurden wir prompt in den Garten eingeladen und zu dem noch mit pflückfrischen Aprikosen beköstigt.

Wir fuhren durch eine Stadt mit dem Klangvollen Namen „Batman“ und fanden uns in „Diyarbakir“ in mitten eines Touristen Zentrums wieder. Das liegt daran, dass die Stadt umgeben ist von einer allgegenwärtigen Mauer, die wie wir erfahren haben zu einer der größten und besterhaltenen antiken Befestigungsanlagen der Welt gehört.

Vor der Stadt Siirt waren wir bereits gewarnt, dass sie nicht sonderlich schön sein soll. Doch als wir am Abend müde und erschöpft von einem wunderschönen und kurvenreichen Fahrtag genau hier mit dem Gedanken spielten zu übernachten, ergriffen wir die Flucht. Siirt hat wirklich nichts Schönes. Die Hotels sind heruntergekommen und überteuert. Die Menschen auf der Straße sind gestresst und mürrisch.

Doch nicht weit aus der Stadt heraus, fanden wir einen herrlichen Platz für unser Zelt. Ein abgemähtes Getreidefeld auf einem Hügel hoch über den umliegenden Städten. Es war schon fast komplett dunkel als wir mit dem Zeltaufbau begonnen haben, da wir uns an dem Anblick der Berge in der untergehenden Sonne nicht satt sehen konnten. Sogar eine Fledermaus stattete uns wenig später einen kurzen Besuch ab. Beim Anblick des klaren Sternenhimmels durchströmt uns ein Gefühl des Glücks und der Freiheit, das tun und lassen zu können, wo uns nach ist. Ich glaube ich habe beim Campen in freier Wildbahn noch nie so gut geschlafen, wie hier oben.

Campingidylle

Irgendwie haben wir das Gefühl, dass wir hier in der Türkei nur langsam voran kommen. Wir sind uns aber noch nicht sicher, ob das an der ständig wechselnden Straßenbeschaffenheit liegt – mal müssen wir im Slalom um die vielen Schlaglöcher fahren, mal sind wir uns nicht sicher, ob die Bitumenschicht in der Kurve genug Gegenhalt gibt, mal bremst uns frisch gestreuter Schotter auf einem neuen Straßenabschnitt oder wir fahren schlicht und ergreifend off the road – oder es liegt an den vielen Foto Pausen, die wir einlegen, weil es einfach eine Sünde wäre nicht zu halten. Manchmal liegt es auch einfach daran, dass wir auf eine Fähre warten. Erst denken wir noch, gleich sind wir da, als wir in der Stadt Siverek dem ersten Hinweisschild „Ferryboat“ folgen. Wenig später glauben wir, an einen Fehler. Die Straße führt schier unendlich in den Horizont. Rechts und links sind nichts als Felder zu sehen und von Wasser ist mal sowieso keine Spur.

Doch dann führt die Straße in die Berge und wir werden wieder mit einmaligen Ausblicken belohnt – oder besser zum erneuten Anhalten verführt. ;-) Dann warten wir eine gute Stunde auf den Kahn.

Es ist schon dunkel, als wir von der Fähre rollen. Mit einer Karte vom Fährmann mit einem Hoteltipp und GPS-Koordinaten folgen wir der kurvigen Straße Richtung Kahta. Das meine Tachobeleuchtung just in diesem Moment ausfällt ist nebensächlich, denn zu schnell sind wir mit den Enfields wohl eher nicht und das Tom´s Scheinwerfer gen Sterne strahlt stört auch nicht so, denn die meisten Verkehrsteilnehmer die uns entgegen kommen haben vier Beine und machen Iih ah...

Im Kommagene Hotel in Kahta werden wir von Abdullah herzlich empfangen. Da haben sich auch gleich zwei gefunden, denn Tom und er starten mit dem größten Spaß in zähe Zimmerpreisverhandlungen. Das endet damit, dass wir planen für zwei Nächte zu bleiben und auch noch um 3 Uhr am Morgen aus dem Bett geworfen werden. Sonnenaufganstour zum Nemrut Dagi.

Alle Strapazen wert

Gut dass wir nur begrenzte Reisezeit zur Verfügung haben, denn dieser Ort hat das Potenzial zum „Hängenbleiben“. So verlassen wir immerhin schon nach 3 Nächten am Nachmittag des vierten Tages Abdullah und seinen vorzüglichen Tee – hach, wir werden beide irgendwie vermissen.

Wiedermal schmolzen die Kilometer nur langsam dahin und wir befinden uns in der Abenddämmerung irgendwo auf einer Bergstraße, mit viel Zivilisation ist nicht zu rechnen, an ein Hotel oder Campingplatz ist nicht zu denken. In einem Ort, bestehend aus 5 Häusern einem Minimarkt und drei Marktständen decken wir uns mit Wasser und Gemüse ein. Bei nächster Gelegenheit biegen wir beherzt auf eine Piste neben der Straße ab. Nach 10 Minuten Fahrt finden wir eine Wiese, auf der wir es uns gemütlich machen, etwas kochen, dem Wind lauschen und den Sternen zuschauen wie sie über den Himmel ziehen. Das Leben kann so schön sein, was braucht man mehr?

Campingidylle die Nächste ;-)

Und nun haben wir also Göreme erreicht. Obwohl es hier nur so von Touristen und Souvenirshops wimmelt, hat sich diese Gegend ihren Charme bewahrt. Die Felsen sind an manchen stellen ästhetisch in das Ortsbild mit einbezogen. Es gibt neben den Touristenstraßen auch noch ganz ursprüngliche Gassen in denen Traktoren stehen, es nach Heu duftet und sich Frauen, wie auch Männer auf der Straße zum gemütlichen Klatschaustausch treffen.

Göreme gilt als das Zentrum Kappadokiens, der dort befindliche einzigartige Komplex aus Felsformationen wurde von der Unesco 1985 zum Weltkulturerbe ernannt. Kappadokien lag an der berühmten Seidenstraße. Die dort lebenden Menschen wurden oft von vielen unterschiedlichen Angreifern überfallen. Deshalb haben die Bewohner das weiche Tuffgestein ausgehöhlt, um sich darin zu verstecken. Bis zu 3000 Kirchen hat man bis heute im Gestein entdeckt. Es entstanden sogar ganze unterirdische Städte, die bis heute erhalten sind.

Neben dem kostenpflichtigen Freilistmuseum in dem es viele Kirchen zu bestaunen gibt, lassen wir es uns auch nicht nehmen, über unzählige Wege mitten durch die Felsformationen hindurch zu fahren. Bei abendlichem Licht ein ganz besonderes Erlebnis und Tom hat zudem so großen Spaß an der Geländetauglichkeit der Enfield, dass er immer noch neue Wege auskundschaften möchte.

Wer findet den Tom?

Als nächstes geht’s auf Richtung Meer :-)

Bewerte diesen Beitrag:
Markiert in: Turkey

Kommentare

Kommentar hinterlassen

Gast Freitag, 22 März 2019
Aktuelle Seite: Home Nina Jabba dabba kappa dokien – die Türkei ist schön!