Three Pairs Of Underwear

Baden gehen

Veröffentlicht von am in Blog_TPOU-GoesNorth
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Wir haben gestern Abend im schlechtesten Schwimmbad mit dem schlechtesten HotPot auf dieser Reise gebadet. Wieder einmal bestätigt sich unsere Auffassung: Viele Touristen ist nicht immer gut für die Qualität des Gebotenen. Der Ort Geysir wird täglich von unzähligen Touristenbussen angefahren deren Inhalt dann die Wasserfontänen des Stokkur bewundern. Keine Frage, alles hier ist gut organisiert und funktioniert aber der Pool ist nicht gerade sauber und das Wasser ist viel zu kalt. Wir haben uns aber dennoch über die heisse Dusche und den Föhn danach gefreut. Und wir konnten bei einsetzender Dunkelheit unter Nordlichtern baden. Wir sind schon zwei Glückspilze ...

Keine Frage, der Strokkur ist wirklich sehenswert. Zuverlässig alle paar Minuten schiest eine Wasserfontäne meterhoch in den Himmel, vorher kann man beobachten, wie das Wasser blubbert und brodelt -  natürlich zusammen mit unzähligen Anderen, die dann Ahh und Ohh und Wow rufen. Das Geothermalgebiet drum herum erscheint nur noch wenig autentisch. Nicht mal mehr platt getretenen Sand gibt es. Nein, zu den sehenswerten Stellen führen gepflasterte Gehwege, das Gebiet ist von einem Maschendrahtzaun eingerahmt und von mehrern Seiten über grosse Parkplätze erreichbar. Da geht ein bisschen das Feeling von unberührter Natur verloren.


Ahhhh, Ohhhh, toollll... ;-)

Aber die Naturgewalten bekommen wir schon bald darauf mehr als gewünscht zu spüren, denn der "heiss geliebte" Seitenwind ist wieder da. Auch im Hochland scheint es noch ordentlich zu pusten, denn von dort rückt eine Wand aus Sandstaub bis in die tiefere Lagen vor. Von blauem Himmel ist schon bald nichts mehr zu sehen. Wir befinden uns in einer Dunstglocke aus aufgewirbeltem Sand, durch die sich vergeblich aber tapfer die Sonne durchzukämpfen versucht.
Da kommen wir an einem Schild mit der Aufschrift "Ethiopian Restaurant" vorbei. Natürlich halten wir für eine spontane Mittagspause und werden nicht enttäuscht. Eine Äthiopierin führt den Laden und serviert uns bestes Injera, wie wir es aus Äthiopien kennen. Sooooo lecker!


Mmmmmmmh!

Gut gestärkt lehnen wir uns wieder in den Wind und machen uns auf den Weg nach Landmanalauga. Dieser Ort wurde uns als "magisch" beschrieben und es wurde nicht zu viel versprochen. Kaum verlassen wir die geteerte Strasse tauchen wir ein in eine Welt aus Vulkanasche und erstarrter Lava.


Schön. Nicht, oder?

Wir brausen über Pisten durch endlose Aschefelder, gesäumt von moosbewachsenen Vulkankratern. Hin und weg von Farben und Formen geniessen wir die Fahrt. Nur ein einziges Auto begegnet uns auf knapp dreissig Kilometern durch diese einmalige Landschaft. Aprupt stoppt die Fahrt. Vor uns befindet sich eine tiefe Furt und wenig später noch eine Zweite. Einige hundert Meter dahinter können wir schon das Landmanalauga-Camp mit HotPool erkennen. Wir schauen uns den Untergrund der Furt genau an und überlegen, ob wir durchfahren oder die Töffs lieber hier stehen lassen sollen. Nach eingehender Beratung wagt Tom einen Versuch mit meinem Töff. Die Stiefel vorsorglich gegen die Teva`s getauscht. Zunächst geht alles gut, auch die zweiten Wasserdurchfahrt ist fast geschafft, da geht irgendetwas schief und der Töff liegt im Wasser. Zwar ist er fast drüben aber die Aussicht auf nasse Füsse am Morgen bei der Rückfahrt lässt uns zu der Entscheidung kommen, lieber auf der anderen Seite vor der Furt zu parken und das Zelt zu Fuss über die Brücke mitzunehmen.


Och, nööö...

Im Nachhinein hätten wir uns die Sache mit dem Wasser gespart, denn das Camp ist den Aufwand nicht wirklich wert. Ein bisschen abgezockt und ausgeliefert fühlen wir uns. Einen Akku laden kostet 3 Euro, der HotPool könnte Parasiten enthalten (laut einem Hinweisschild) und für die Duschen muss man extra bezahlen. Da hätten wir doch lieber irgendwo vorher wild gezeltet...
Aber was solls, wir hatten ein deliziöses (wenn auch ausländisches) Mittagessen und die Fahrt durch diese einmalige Landschaft hat sich mehr als gelohnt. Wir gehen früh schlafen und nehmen uns vor, dafür morgen früh aufzubrechen...

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Gast Sonntag, 20 Oktober 2019
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