Three Pairs Of Underwear

Seemonster und Honeymoon

Veröffentlicht von am in Blog_TPOU-GoesNorth
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Wir erwachen bei strahlendem Sonnenschein. Es stimmt, die Fjorde haben bei bei dem Wetter nochmals eine ganz andere Schönheit. Über beste Schotterpisten verlassen wir den Platz am Wasserfall. Hinter einer Kurve fühlen wir uns kurz an Afrika erinnert, denn der Untergrund zeigt sich als tiefroter, harter Sand. Hinzu kommen traumhafte Temperaturen von geschätzten 12 Grad, auch der Wind hält sich zurück.


Ich geniesse die Sonne, derweil liegt Tom hinter irgendwelchen Steinen und fotografiert.

Die Strecke führt uns nun nicht aussen um den Fjord herum, sondern wir dürfen über einen Pass mitten drüber fahren. Da wir alle paar Minuten für einen Foto-Stopp anhalten kommen wir aber trotzdem nur langsam voran. Da sagt Tom zu mir: "Nun müssen wir mal ein paar Kilometer machen und nicht immer anhalten." Sprichts und hält nach genau 3 Kilometern wieder. ;-) Aber was solls? Wir haben Urlaub und es wäre so schade, einfach durch diese Landschaft zu heizen ohne richtig hinzusehen.

Wieder auf Meereshöhe angelangt stossen wir auf ein Schild, das vor Seemonstern warnt.


Gut dass wir nicht so nah am Wasser gezeltet haben ;-)

Kaum haben wir wieder Asphalt unter den Stollen, biegt Tom vor mir wieder in eine kleine Schotterstrasse ein. Etwas überrascht folge ich. Ein einsamer Pool liegt vor uns. Ein kleines Stückchen weiter oben finden wir unseren ersten natürlichen HotPot. Ehe ich mich versehe ist Tom schon in seine Badehose geschlüpft und traut sich ins warme Nass. Ok, warm ist übertrieben, es ist ziemlich heiss aber mit etwas Überwindung schafft er es Platz zu nehmen. Ich begnüge mich mit Füsse aufwärmen. Das Wasser ist toll. Tom sagt hinterher, er fühlt sich wie neu geboren. Auch meine Füsse, die seit 5 Tagen in den gleichen Socken stecken, fühlen sich warm und wieder sauber an.


Weit und breit niemand zu sehen

Die Asphaltstrasse führt uns über einen nicht enden wollenden Pass in ein verschlafenes Nest, wo wir in einem Supermarkt unser Lieblings-Frühstück einkaufen (auch wenn es mittlerweile schon Nachmittag ist.). Es gibt lokalen Lachs (mit starkem Raucharoma), dazu Brot und diesmal auch eine Flasche Orangensaft. Auf den nachfüllbaren Kaffe, der fast in jedem Laden steht, verzichten wir, denn die Kanne samt Tassen sieht reichlich angestaubt und verklebt aus. Draussen stellen wir beim öffnen des Orangensaftes fest, dass er bereits über Kohlensäure verfügt. Vermutlich ist das Angebot des Ladens zu gross für die Anzahl an Einwohnern - Da kann schon mal was schlecht werden...

Auch wenn es schon wieder etwas kühler geworden ist, wollen wir noch etwas weiter fahren und den westlichsten Punkt der Insel erreichen. Natürlich biegen wir bald wieder auf Schotter ab. Ich staune immer wieder, wie viel schöner die Landschaft ohne Asphalt sein kann. Irgendwie kommt man über die Pisten näher an die Natür heran. Ein bisschen wie Schnorcheln und Tauchen, auf Asphalt schwimmt man an der Oberfläche und ist bloss Zuschauer, aber auf den kleineren Pisten ist man mitten drin.

So werden wir auch heute mit sagenhaften Anblicken verwöhnt. Durch traumhafte Sanddünen am Strand geht es wieder Bergan. Die Sonne steht schon tief und taucht die weite Mooslandschaft in ein ganz besonderes Licht, so dass das leuchtend hellgrüne Moos silbern schimmert auf dem schwarzen Vulkanstaub.

Schade, dass man nicht mit den Augen fotografieren kann

Dann erreichen wir Latrabjarg, den westlichsten Punkt Islands. Wir wandern den vor uns liegenden, grasbewachsenen Hügel hinauf, bei jedem Schritt gibt der moosige Boden ein wenig nach. Als wir die obere Kante des Hügels erreichen sind wir voll und ganz auf harmonische, weiche Formen eingestimmt und erschrecken etwas bei dem Blick auf den schwarzen, mächtigen Felsen, der vor uns 40 Meter hoch aus dem Meer ragt. Wir sind allein hier oben und der schwarze Fels scheint einen förmlich anzuziehen. Keine Absperrung schützt uns vor dem Abgrund aber ein Hinweisschild weist auf die steile, teils durch die Vogelnester bröseligen Kanten hin und empfielt sich flach auf den Boden zu legen, um das Gewicht besser zu verteilen, wenn man nah an die Kannte heran möchte. Da liegen wir also an der Kante und sagen erstmal nicht mehr viel, lassen alles auf uns wirken und geniessen den Moment. Die Sonne nähert sich langsam der Meeresoberfläche, der Wind weht uns um die Nase und Möwen spielen in ihm. In der Felswand entdecken wir die vielen Löcher und drum herum nochmehr Vogeldreck. Kaum vorstellbar, dass es hier sonst von Papageientauchern wimmelt. Nun sind sie alle ausgeflogen. Jedes Jahr um Mitte bis Ende August verschwinden sie von hier - warum weiss keiner so genau.

Kurz überlegen wir uns, in der Hoffnung auf Polarlichter, auf einer Wiese in der Nähe vom Strand zu übernachten. Die Verlockung nach einer Dusche ist aber so gross, dass wir erstmal bei einer Unterkunft anfragen. Internet gibt es auch und so mieten wir uns in ein Schlafsackzimmer ein (Natürlich mit Doppelstockbett...). Wir haben es uns gerade gemütlich gemacht, als es an unserer Zimmertür klopft. Der Angestellte hat mitbekommen, dass wir auf Hochzeitsreise sind und hat eine Überaschung."Ihr könnt in unser bestes Zimmer ziehen, Geschenk des Hauses" verkündet er Schlüsselschwenkend. Wir sind baff und freuen uns natülich über dieses Ubgrade. So schnell haben wir noch nie unsere Sachen zusammengepackt :-)

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Gast Freitag, 04 Dezember 2020
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