Three Pairs Of Underwear

Wind und Wetter

Veröffentlicht von am in Blog_TPOU-GoesNorth
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Es ist immer wieder schwierig sich von einer warmen, gemütlichen Unterkunft zu trennen. Wir haben in Akureyri zwei bequeme Nächte verbracht - danke für das tolle Hochzeitsgeschenk! Hier genossen wir es ausserdem, im hauseigenen HotPot den Abend ausklingen zu lassen und mal wieder so richtig durchzuwärmen (Leider klappt das nicht auf Vorrat, aber schön ist es .

Wir fühlen uns ein wenig, wie "ausgesetzt", wenn wir dann die Beine über den Sattel schwingen und so ein warmes "Daheim" wieder verlassen. Es kostet einige Überwindung, den Fuss vor die Tür zu setzen und weder zu wissen, was der Tag bringt, noch wie er endet und vorallem wo. Es kostet aber eben nur kurz diese Überwindung und dann geniessen wir beide wieder die Fahrt auf fast leeren Strassen und Schotterpisten durch ein einmalig schönes Land und die Zeit um uns zu vergessen.

Zunächst folgen wir den Pisten nach Siglufjördur, dieser Ort beherbergt ein scheinbar sehenswertes Museum über die Heringsfischerei. Wir können das leider nicht bestätigen, denn als wir ankommen ist es zu spät und das Museum bereits geschlossen. Am nächsten Tag ist das Museum zu spät, denn es öffnet erst am Mittag - da es in Siglufjördur sonst nicht viel zu sehen gibt, wollen wir dann nämlich schon wieder wo anders sein... Als kleine Aufmunterung setzen wir uns in ein Restaurant, und lassen uns die besten Fisch & Chips der Gegend servieren - wie sie hier selbst behaupten. Wir finden, sie haben recht - lecker!


KAFFI? Sprechen die hier Schweizerdeutsch?

In der Nacht hat es wieder kurz geregnet, doch am Morgen haben wie schon zum wiederholten Mal Glück und können das Zelt trocken einpacken. Als wir starten ist es bewölkt und kühl, über den Tag mischen sich hin und wieder kurze Regenschauer hinzu. Aber wir können nicht klagen, die Kleidung hält dem teils eisigen Wind stand, regendicht ist sie auch, die Griffheizung tut ihr Übriges - und wenn das alles nicht reicht, haben wir noch unsere "HeatPax* (Einwegwärmekissen, die mit Sauerstoff reagieren) die machen dann schööön warm.

Wir halten und wandern sogar ein kurzes Stück im Regen zu einem Aussichtspunkt, weil man hier vielleicht Seehunde beobachten kann. Zunächst sehen wir aber nur einen auffälligen Fels und viele Enten. Nach hartnäckigem aufs Wasser starren glauben wir schon, dass wir an optischen Täuschungen leiden, denn wir sind uns nicht mehr sicher, ob es nun Enten oder doch Seehunde sind. Wir entdecken tatsächlich einige wenige in ziemlicher Entfernung, die kurz auf- und dann wieder abtauchen. Sehr undankbare Fotoobjekte...


Seehund, Ente, Seehund... oder doch Ente?

Als wir wenig später unser Zelt für die Nacht aufschlagen, weht der Wind noch immer eisig und recht kräftig vom Meer herauf. Wir schaffen es aber dennoch, fangfrischen Fisch (im letzten Ort erstanden) auf unserem Benzinkocher zuzubereiten. Relativ schnell verkriechen wir uns dann aber in die kuscheligen, vorm Wind geschützten Schlafsäcke - Brrr. 
Am Morgen weht noch immer ein frischer Wind und wir packen schnell zusammen, denn eine drohende dunkle Wolkenwand schiebt sich vom Meer herauf zu uns, wärend die Wolken auf der anderen Seite schon so tief in den Bergen hängen, dass sie fast die Strasse erreicht haben. Den Frühstückskaffe gibt es also erst gegen Mittag an einer kleinen Tankstelle. Als wir diese verlassen, hat uns die dunkle schwarze Wolkenwand bedrohlich nah eingeholt. Wir geben Gas. Sind aber nicht schnell genug, bald bläst der Wind so stark von der Seite, dass wir nur noch in Schräglage geradeaus fahren können.


Schafe im Wind

Erst denken wir an einen Unfall, als vor uns Warnblinklicht sichtbar wird. Aber es sind Schafhirten, die mit Hilfe von Autos und Pferden eine Herde Islandschafe neben der Strasse her treiben. Wir sorgen uns aber dennoch. Ist es nun einfach die Zeit, die Schafe von den umliegenden Bergen zusammenzutreiben, ober droht ein grösserer Sturm? Wie heftig trifft uns das Tiefdruckgebiet aus den USA? An der nächsten Tankstellen mit Internetzugriff halten wir nochmal um uns zu vergewissern. Es scheint aber keine grössere Naturkatastrophe zu drohen, wir versuchen dennoch, den Wind hier ein wenig auszusitzen - mit mässigem Erfolg.

Weiter gehts in Schräglage gegen den Wind, ziemlich durchgepustet und müde kommen wir in Holmavik, einem Ort am Eingang zu den Westfjorden an. Hoffen wir, dass sich der Wind ein wenig legt, eine Isländerin hat uns "versprochen", dass das Tief viel Wind und dann gutes Wetter bringt...

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Kommentare

  • Tom
    Tom Mittwoch, 07 September 2011

    Was Tom zu diesem Blog sagt...

    Es mag nun fast so klingen, als sei die Reise eine Tortur. Stimmt aber überhaupt nicht! Die weite, menschenleere Landschaft Islands ist ein Traum. Die Infrastruktur wie Tankstellen, Campingplätze, etc. sind alle vorhanden, wenn man sie braucht. Unsere Ausrüstung perfekt und für diese Umgebumg wie gemacht - und wir geniessen unsere Flitterwochen. ;) Zugegeben, was in den letzten paar Tagen vielleicht gefeht hat - war die Sonne. Die Wolkenschichten waren meist zu dick, und die Sonnenstrahlen blieben uns verwehrt.

  • Gast
    Mum Mittwoch, 07 September 2011

    Sonne?

    Ach Tom, was braucht Ihr die Sonne. Du hast doch Nina und Ihr habt Beide SONNE IM HERZEN oder?;)

  • Tom
    Tom Donnerstag, 08 September 2011

    RE:Sonne?

    Du hast ja soooo recht... :)

  • Gast
    Torsten Donnerstag, 08 September 2011

    Super!!!

    Hey ihr beiden:)

    Glaube ich halte mich seit 3 stunden auf eurer Seite auf und bin total begeistert von den Berichten und Bildern:)
    Meine Freundin und ich waren bisher 3x auf Touren durch Europa unterwegs, aber im vergleich zu euren Touren ist das ja nur kinderkacke was wir machen:). Ich hoffe wir beide kommen auch noch auf eure Stufe:)

    Wir wünschen euch weiterhin eine schöne Tour und werden eure Reise weiterverfolgen :-)

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Gast Sonntag, 20 Oktober 2019
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