Three Pairs Of Underwear

Al Mukalla - Shibam oder Al Mukallah - Aden?

Veröffentlicht von am in Blog_TPOU-Africa
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25.07.09 - Die Polizei, die uns am Abend angerufen hatte, versprach uns am naechsten Morgen gegen 9 Uhr ins Hotel zu kommen um mit uns die weitere Vorgehensweise zu besprechen. Wir begaben uns also gegen 8:30 Uhr zum Fruehstueck um danach direkt mit der Polizei zu sprechen. Als wir an der Rezeption vorbei kamen sagte man uns, die Polizei habe angerufen:"Nach Aden duerfen wir nicht fahren, Shibam ist ok." Wir waren etwas verwundert, warum unsere Verabredung nun scheinbar nicht stattfinden sollte und ebenfalls war uns nicht klar wie es von Shibam aus weiter gehen sollte. Die Strasse von Shibam nach Sana'a fuehrt naemlich durch das Maribgebiet, hier hatten wir aber die Info, dass man dieses als Tourist lieber meiden sollte. Lokale Staemme und A Quaida haben das Gebiet seit laengerem unter Kontrolle. Die bei uns aus den Schlagzeilen bekannten Entfuerungen fanden bis vor kurzem meist in diesem Gebiet statt.
Wir verlangten also nach einem persoenlichen Gespraech mit der Polizei. Gesagt getan - nach dem Fruehstueck tauchten 3 Herren der Tourist Police von Mukalla auf und nahmen uns in ihrem Gefaehrt mit zur Wache. Bei dem Fahrzeu handelte es sich um einen Blau-Weissen Pick-Up mit zwei ziemlich unbequemen Sitzbaenken laengs zur Ladeflaeche. Wenn es nicht schnell genug ging bekamen wir fast einen Hoerschaden, weil die Sirene eingeschaltet wurde, welche sich auf dem Dach direkt vor uns befand.
Mit Blaulicht durch Al Mukalla

Nach einer rasanten Fahrt quer durch die Stadt erreichten wir ein durch hohe Mauern eingezaeuntes Gelaende. An der Schranke standen bewaffnete Wachposten, wir fuhren ueber das Gelaende und stoppten an einer Art Barackenbau und wurden hineingebeten. In dem Buero war es recht dunkel und muffig hinter einem Schreibtisch, der seine besten Tage bereits hinter sich hatte, sassen 3 Herren auf einer Pritsche - Stuehle sind ja auch uncool. Wir zeigten unsere Jemenkarte und fragten nach den Weiterreisemoeglichkeiten... Nachdem verschiedene Kollegen einen Blick darauf geworfen hatten hiess es: "Kein Problem, wir wuerden die naechsten 120 km Begleitschutz erhalten und der Weg von Shibam nach Sana'a ist frei!" Eigendlich tolle Nachrichten, denn so giegne es auch weiter und dazu kommen wir am bekannten und schoenen Shibam vorbei. Man brachte uns also zum Hotel zurueck und wir verabredeten uns fuer 30 Minuten spaeter vor dem Hotel zur gemeinsamen Abfahrt. Wir haben als schnell unsere Sachen zusammen gepackt, das Motorrad beladen und auf unsere Begleiter gewartet. Als diese nach einer Stunde noch nicht da waren, liessen wir nochmals ueber die Rezeption anrufen. Unsere Vermutung bestaetigte sich, die Polizisten hatten sich noch auf dem Kat-Markt fuer die lange Fahrt eingedeckt. Wenig spaeter tauchten sie naemlich mit den typischen transparentroten Tueten in der Hand auf. Der Pick-Up war besetzt mit 4 bewaffneten Polizisten auf der Ladeflaeche und 2 Kollegen im Fahrzeug. Es ging also los, wir waren schnell raus aus der Stadt und fuhren in die Berge. Wir kamen recht gut und zuegig vorran. Hin und wieder hatten wir den Wagen sogar abgehaengt. Ein Motorrad ist in engen Kurven dann oft doch schneller als ein Pick-Up mit nicht mehr ganz frischen Bremsen ;)
Die Stasse fuehrte uns in eine beeindruckende Berglandschaft, hin und wieder sah man Reste der ehemaligen Strasse. Das Hadramaut Gebiet ist ein rieseges Wadi (trockenes Flussbett) irgendwann hat man wohl erkannt, dass man Stassen nicht durch solche Wadis bauen sollten, denn wenn hin und wieder mal Wasser kommt dann richtig und die Strasse war einmal.
Wir passierten einige Stassenkontrollen, an einer hielten wir laenger an - endlich Beine vertreten - unsere Begleiter fuehrten eifrige Gespraeche mit den Kollegen vor Ort. Hier sollte ein Begleitfahrzeuwechsel stattfinden - wurde uns vor der Abfahrt erklaert. Nach einigen Diskussionen vor Ort, durften wir aber allein weiter fahren. Der Grund war wohl nicht weil es ihrer Ansicht nach nicht noetig sei, sondern eher mangels fahrtuechtigem Fahrzeug oder nuechternen Fahrer. Da uns diese Ganze Gegend nicht sowieso nicht als gefaehrlich erschien, war uns das so nur recht, denn so ging es noch schneller voran...
Wir fuhren vorbei an kleinen Haeuseransammlungen, wieder ganz anders als die bissherigen Gegenden, die wir durchfahren hatten. Das Dorfbild wird hier von beindruckenden Lehmhaesern gepraegt. Teilweise halb zerfallen, andere sehr gut erhalten - uns vielen oft die wunderschoenen Fensterrahmen und Tueren auf. Leider konnte man auch hier wieder Armut erkennen. Mancherorts standen Huetten aus Zweigen, mit Stoff bedeckt nahe an der Stasse - man konnte nicht ganz erkennen ob hier Menschen leben oder ob es einen Tierstall darstellen sollte. Auch hier begegneten uns die Menschen mit Staunen und freundlich!
Auffaellige Kleidung der Ziegenhirtinnen

Wir fuhren vorbei an dem vielen vielleicht als "Chicago der Wueste" bekannten alten Shibam. Eine Stadt bestehend aus Lehmbauten mit bis zu 9 Stockwerken umgeben von einer Stadtmauer. Wir beschlossen aber uns erst um ein Hotel zu kuemmern und uns diesen Ort morgen anzusehen.
Wir erreichten Sejun, den naechsten Ort und fanden nach einiger Suche ein ziemlich gutes Hotel. Nach einigen Preisverandlungen konnen wir dann unser Zimmer beziehen - wieder mit Douche und allen Dinegn die man sich als Reisender wuenscht. Wir freuen uns schon das beeindruckende Shibam morgen genauer anzusehen. Es folgen bestimmt viele, tolle neue Fotos.
25.7.09: Al Mukalla - Saiyun
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