Three Pairs Of Underwear

Warm und stinkig...

Veröffentlicht von am in Blog_TPOU-GoesNorth
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Es ist garnicht so einfach, am Abend die Gendanken zu sammeln und wieder etwas ins Tagebuch bzw. für den Blog zu verfassen. Vermutlich liegt das an der Vielzahl der ständig neuen, gigantischen Eindrücken, die rund um die Uhr auf uns einprasseln.
Inzwischen haben wir uns einige Kilometer vom nördlichsten Punkt und dem Polarkreis wegbewegt. Nächtliche Temperaturen von 4 bis 6 Grad bleiben uns seither ziemlich erspart. Sogar die Sonne lässt sich nun häufiger blicken und wir haben uns bei angenehmen 15 Grad schon selbst ein Softeis gegönnt.

Über eine schöne Piste abseits der Haupstrecken, haben wir mit dem Dettifoss eine erste bekannte Sehenswürdigkeit erreicht. Wir haben zwar zuvor schon Bilder von diesem Wasserfall gesehen, aber ihn live und in Farbe zu sehen, hat uns nachhaltig beeindruckt. Unglaubliche Wassermassen stürzen dort ständig zu Tal. Durch die graue Färbung des Wassers hat der Dettifoss etwas bedrohliches. Man bekommt ungeheuren Respekt vor dieser Naturgewalt und fühlt sich richtig klein.
Als die Sonne schon den Horizont erreicht, können wir uns als quasi Letzte der relativ wenigen anderen Touristen vom Dettifoss losreissen.


Auch Nina ganz klein

Von hier aus gehts es Richtung Myvatn, der auch unter dem Namen Mückensee bekannt ist. Schnell merken wir wieso. Sobald wir anhalten, schwirren unzählige kleine, fiese, nervige Fliegen um uns herum. Scheinbar nicht besonders helle, versuchen sie unermüdlich in Mund, Nase und Augen zu fliegen. Wenigstens wärend der Fahrt haben wir aber unsere Ruhe.
Es gestaltet sich allerdings schwierig, brauchbare Fotos zu schiessen, denn auch die Fotolinse hat es ihnen angetan. Überall schwirren sie herum. Mit der Zeit wird man aber gleichgültiger und fuchtelt nicht wie die frischen Touris ständig mit den Händen vor dem Gesicht herum - bringt sowieso nix.


Drei Tage nicht geduscht

Am Abend vor dem Zelt testen wir unsere Termacell-Mückenabwehr-Plättchen. Wirkt, wir können in Ruhe kochen und das Essen geniessen.


Mit reinstem Leitungswasser selbst gekocht

Ein erstes Geotermalgebiet haben wir nahe des Myvatn mit unzähligen Anderen schon bewundert. Die Erde blubbert, zischt und dampft - beeindrucktend - zu diesen Gebieten gehört aber auch immer, der umwerfende, markante Geruch von Schwefel in der Luft. Teilweise haut es einen da fast aus dem Sattel - puhhh.
Von einem Mädel, was hier lebt haben wir einen Geheimtip für ein touristisch noch unerschlossenes Geotermalgebiet bekommen. Da müssen wir natürlich hin. Die Piste dort hin ist teils recht sandig und ich fluche unterwegs schon das ein oder andere Mal, sogar ans umkehren denke ich aber ich werde immer wieder von der beeindruckenden Landschaft abgelenkt. Sanfte, weiche grüne Hügelchen, zwischen denen Islandschafe weiden konkurrieren mit schroffen Erdspalten, die sich neben der Strecke auftun. Ob hier auch abundzu ein Schaf drin verschwindet? Manchmal fahre ich auf eine dieser Spalten zu und habe das Gefühl wenn ich nicht aufpasse, verschluckt sie mich. Nach fast 50 Minuten sehen wir in nicht allzuweiter Entfernung Dampf aufsteigen. Wir sind da - komplett alleine.


Schöööön - stinkt auch - dafür aber ohne Fliegen

Auf einem ziemlich grossen Geothermalgebiet dampft und brodelt die Erde. Interessant ist auch, dass sich hier die einzelnen kochenden Flecken zwischen saftig grünem Gras erheben. Bisher war drum herum nur brauner plattgetretener Sandboden.
Eine Dreiviertelstunde, bevor das Sonnenlicht komplett verschwindet, machen wir uns auf den Rückweg zur Piste, von der wir kamen. Ein Blick auf die Tankanzeige lässt uns ein wenig in Sorge geraten, denn der Tankinhalt könnte bis zur nächsten Tankstelle knapp werden, zumal wir nicht wissen wo die nächste Tankstelle sein wird.
Als es dunkel ist kommen wir an der Hauptpiste an. Ich atme kurz auf, realisiere dann, dass es ja immer noch eine Schotterpiste ist. Diese ist allerdings besser präpariert und lässt sich so auch nur mit Scheinwerferlicht ganz gut fahren. Hinzu kommt jetzt allerdings noch dichter Nebel. Immer wieder verliere ich Toms Rücklicht aus den Augen und die Tankanzeige blinkt nun auch schon seit einiger Zeit.
Unverhofft taucht neben einem unscheinbaren Ortsschild ein öffentlicher Swimmingpool mit Camping auf. Es braucht nicht viel, und wir haben unser Zelt hier aufgestellt. Lieber hier gemütlich schlafen, als ohne Benzin im Dunkeln und bei Neben irgenwo liegenbleiben :-)

Am nächsten Morgen trauen wir unseren Augen kaum. Die Sonne strahlt und kaum Wolken sind am Himmel auszumachen. Wieder einmal zeigt sich, wie schnell das Wetter hier wechseln kann. Nach einem angenehm temperierten Bad am Morgen fahren wir gut erholt weiter. Als wir die nächste Tankstelle in Husavik erreichen, haben wir fast 300 km mit einer Tankfüllung geschafft und können grad mal 15 Liter in den 17 Liter Tank füllen. Wir sind beeindruckt von den beiden Transalps...

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Gast Sonntag, 20 Oktober 2019
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