Three Pairs Of Underwear

Sommer, Sonne, Sonnenschein & Eiscream

Veröffentlicht von am in Blog_TPOU-GoesNorth
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Brrrr, Island (auch Iceland...) macht seinem Namen alle Ehre. Es ist wirklich ganz schön kalt hier. Vielleicht liegt es auch nur daran, dass wir vor kurzem in der Schweiz bei gut 30 Grad noch einen Sonnenbrand bekamen. Aber wir haben in den letzten paar Tagen schon des öffteren gehört, dass dieser Sommer hier auf der Insel kälter ist als normalerweise. Das hat aber wohl zumindest den Vorteil, dass die Flüsse nicht so hoch sind ;-).

Wie erwartet bläst uns ein eisiger Wind entgegen, als wir das Schiff verlassen. Es nieselt leicht. Ein interessantes Bild bietet sich uns, die komplette Fährladung Autos und Motorräder folgt der Strasse bis in den nächsten grösseren Ort Egilsstadir. Die Geschäfte scheinen sich aber noch nicht auf den regelmässig einlaufenden Touristenstrom eingerichtet zu haben. Die Meisten haben noch zu und alles läuft seinen normalen Gang. Der einzig geöffnete Laden ist eine Tankstelle mit Restaurant.

Hier nutzen auch wir das "Kaffe soviel man mag" - Angebot um uns etwas zu Aklimatisieren oder besser gesagt Aufzuwärmen.

Der grösste Teil der Neuankömmlinge entscheidet sich, ihre Tour Richtung Süden zu starten. - Der Wetterbericht spricht dafür. Wir halten uns dennoch nordwärts.

Ein bisschen mulmig ist mir schon, ich bin gespannt, wie ich mit dem Töff auf Schotter und anderem Strassenbelag zurechtkomme. Zunächst folgen wir einer sehr guten Teerstrasse, bald biegen wir aber auf die erste Schotterpiste Richtung Küste ab. Obwohl der Boden aufgeweicht ist lässt sich die Transalp gut handeln. Trotz der immer wieder kurzen Regenschauer geniessen wir die Fahrt. Fast keiner Menschenseele begegnen wir. Es lässt sich nicht leugnen, dass Island irgendwie besonders ist. Die Landschaft ist karg aber doch grün. Teilweise wehen puschelige Grasbüschel im Wind und manchmal laufen sie auch davon. Äh, nee. Das sind die puscheligen weissen Schafe, die beim Geräusch unserer Motoren die Flucht ergreifen. Witzig, wie wenig man vorwärts kommen kann bei so viel Körpereinsatz. Die Beine fliegen, der Wollige Behang schleudert auf und ab aber wirklich weit laufen tun sie nicht - dafür schauen sie uns empört nach.;-)

Bähhhh...

Bisher haben wir auch die Isländer als ganz eingenes Volk wargenommen. Sie gehen ganz normal in stoischer Gelassenheit ihrem Tagesablauf nach. Sie schenken uns vielleicht einen Blick, manchmal gefolgt von einem kurzen "Hej", sonst gibts meist nicht viel Reaktion. Wenn wir auf sie zugehen sind sie freundlich und hilfsbereit. Diese Art ist ansteckend, wir geniessen es, einfach nur zu sein.

Der Hellisheidi ist ein Pass auf der Küstenstrasse Richtung Norden. Ein Pass in Kombination mit der Küste klingt doch super. Im Reiseführer steht nur im Sommer und mit 4x4 befahrbar. Wir wagen es, es ist ja schliesslich Sommer :-) und es lohnt sich. Zwar regnet es immer grade dann, wenn das Visir wieder begonnen hat zu trocknen und die Sicht ist nicht optimal aber wir geniessen jeden Meter.

Zum Aufwärmen hüpfen wir einige Kilometer weiter in einen heissen Pool (40 Grad sind fast zu warm) und campen gleich daneben.

Mein Zelt, mein Pool - was will man mehr?!?

Die Gegend hier ist ziemlich verlassen. Die kleinen Dörfer sind gemütlich aber die Häuser leiden scheinbar auch etwas unter diesem rauhen Klima. Die teilweise aus Blech gebauten Hütten sind oft schon arg angerostet. Gegen Mittag fröstelt es uns mal wieder und wir wärmen uns in einer Tankstelle auf. Etwas skuril erscheint uns, dass am Tresen am laufenden Meter Softeis und halbgefrohrene bunte Getränke verkauft werden. Die Menschen hier scheinen sich an diese Klima gewöhnt zu haben - und es ist ja schliesslich Sommer ;-)

Am Abend erreichen wir Raufarhöfn, das ist der nördlichste Ort auf der Insel. Auf der Karte ist er ziemlich gross einzezeichnet aber dort angekommen stellen wir fest, dass er ziemlich ausgestorben ist. Wir erfahren, dass es dort keine Fische mehr gibt und die Bewohner deshalb weggezogen sind. Nur noch die älteren Menschen sind geblieben. Aber dennoch gibt es Sehenswürdigkeiten, nämlich einen leuchtend, orangen Leuchtturm und (bald) ein Monument welches für den nördlichen Polarkreis stehen wird, wird grade gebaut. Ein Hotel ist auch in Betrieb und sogar einen kleinen Laden mit vielfältiger "gut sortierter" Auswal  gibt es. Da steht neben verstaubten Kaffefiltern ein BBQ-Grill im Regal und gleich daneben finden sich die Spikes, die man sich bei Schnee und Eis unter die Schuhe schnallen kann.

Stonehenge der Neuzeit...

Wir entscheiden uns für den ausgewiesenen Campinplatz. Wieder etwas, was uns zum Wundern anregt. Denn man übernachtet hier kostenlos auf super gepflegtem Rasen umringt von einem schützenden Wall. Sogar sehr saubere Duschen und Toiletten sind in einem Container eingerichtet - sogar geheizt!

Trotz Windschutz krieche ich in der Nacht tief in den Schlafsack. Ich bin froh, dass Tom auch etwas wärme abgibt. Aber obwohl ich tief und fest geschlafen hab bin ich nicht wirklich fit am Morgen. Ich trage bereits drei Schichten übereinander aber am meisten macht mir der eisige Wind im Gesicht zu schaffen. Irgendwie wird mir nicht richtig warm, obwohl sich heute zum ersten Mal die Sonne zeigt. Bevor wir uns auf den Weg zum wirklich nördlichsten Punkt Islands machen, halten wir noch an einer Kirche um sie zu fotografieren. Da kommt uns ein Dorfbewohner entgegen und grüsst freundlich. Wir bemerken, dass es ein wunderschöner Tag ist und er entgegnet freudestahlend: "Ja der schönste seit TAAAGEN." Ich denke mir: "wärmer wirds dann wohl nicht..." ;-)

Nicht schlecht - seit 5 Wochen mit Führerschein...

Wir folgen schönen Schotterstrassen in Richtung des nördlichsten Punktes namens, Hraunhfnartangi. Die Sonne scheint uns ins Gesicht. Ich geniesse die Fahrt, hab aber immer noch Kopfweh vom kalten Wind und es fröstelt mich. Wir fahren weiter, als irgendwann mitten auf der Schotterpiste ein rundes Verkehrsschild mit einem blauen Richtungspfeil auftaucht... Fast gleichzeitig stoppen wir - Das ist ein Foto wert. :-)

Von hier aus fahren wir noch bis in den nächsten kleinen Ort Namens, Kopasker. Der Versuch, mich in der Tankstelle aufzuwärmen gelingt trozt heissem Tee nicht so gut und wir entscheiden uns, hier für eine Nacht in einer Jugendherberge unterzuschlüpfen. Ich freu mich schon auf ein weiches aber vor allem warmes Bett...

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Kommentare

  • Gast
    Daniel Sonntag, 28 August 2011

    erste Erfahrungen

    na das liest sich doch gut ... :-)
    :)

  • Gast
    Mum Montag, 29 August 2011

    Brrr

    Beim lesen Eures Afrika-Tour Blogs hatte ich Schweißausbrüche gehabt und "mit" Euch geschwitz.
    Nun bekomme ich einen Kälteschauer nach dem anderen!?!?!?
    Wie war das noch Tee und Rum sollten Euch doch helfen ist die Buddel schon leer?
    Gut Fahrt weiterhin
    wünscht Mum

  • Gast
    Elke und Reinhard Nolte Montag, 29 August 2011

    Kontrast

    Vorab gratulieren wir herzlich zur Hochzeit und wünschen Euch spannende Flitterwochen.

    Das ist ja wirklich ein Kontrastprogramm zu Afrika! Da bekommt man ja schon vom Lesen kalte Füße. Obwohl es hier in Westfalen im Moment nur unwesentlich wärmer ist (neben mir flackert der Kamin).
    Wir sind gepannt, wie es weitergeht. Habt Ihr eigentlich Winterreifen auf den Töffs?

  • Gast
    Stefu Donnerstag, 01 September 2011

    Gruess us Bärn

    Sälü zäme

    Schön heit dirs i däm Island, het auso scho es paar Top-Bilder gä!!! Öie Blog z'läse isch ä wahri Fröid: "Nina, du schribsch super"...

    U öb dirs gloubet oder nid...vo hüt a verfolge ig sogar z'Wätter in Island, oder besser vor Island. Es schöns, konstants Töifdruck-Gebiet heit dir da vor öier Insle. Das darf gärn no chli dert blibe u guete Swell mache. Nächst Wuche geits nämlech uf Frankrich es Wüchel go sörfä u es schöns Island-Töif isch ä gueti Vorussetzig für gueti Wälle. Auso nid truurig si we z'Wätter nid optimal isch, de het nämmlech Stefu gueti Surfbedingigä nächst Wuche :p... u dir sit ja guet aagleit.

    Ig wünsche öich no ganz viu Vergnüege u bi gspannt uf witeri Impressione.

    Ganz liebe Gruess us Bärn
    Stefu

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Gast Sonntag, 20 Oktober 2019
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