Three Pairs Of Underwear

Verheiratet und nur noch getrennte Betten...

Veröffentlicht von am in Blog_TPOU-GoesNorth
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Wiedererwartend, bei strahlendem Sonnenschein erreichen wir am frühen Morgen den Bahnhof von Hamburg-Altona. Hamburg ist ja durchaus für den Niedergang von häufigem Regen bekannt.

Nun rächt sich ein wenig, dass wir in Lörrach ziemlich als Letzte auf den Wagon gefahren sind. Denn der Zug steht auf einem normalen Bahnsteig eines Sackbahnhofes. Nur am Ende ist eine Rampe um vom Zug herunter zu fahren. Das heisst, wir müssen die gesamte Länge der Autowagons entlang fahren, um den Zug zu verlassen - kein Zwischenausstieg möglich. Das heisst Kopf einziehen, also auf Höhe des Tankrucksacks "parken" und in relativ unbequemer Haltung mit viel dodongdodong und dabei ganz langsam ans Ende fahren. Wie beneide ich in diesem Moment den Harley Fahrer vor mir - aber nur in diesem Moment.

Nach ein paar Mal Kopf anschlagen - zum Glück schreibt die Deutsche Bahn Helmpflicht vor - fahren wir an einigen Bahnhofshops neben den Fussgängern vorbei aus dem Gebäude.

Jammi, das Frühstück ruft. Relativ schnell finden wir zum Alsterpavillion an der Binnenalster. Einen Parkplatz auf dem Fussweg neben einem Roller ergattern wir auch recht schnell. Am Frühstücksbuffet treffen wir auf meine Tante und schnell sind auch die Anderen gefunden. Oh, wie schön. Fast alle sind sie da. Mein Opa, meine Onkel und sogar mein Cousin mit seiner Freundin Bea konnten sich Zeit nehmen.

Mit gewohnt unfreundlicher Bedienung, dafür aber super Sonnenschein und leckerem Buffet fliegt die Zeit nur so dahin. Es gibt so viel zu erzählen, man weiss garnicht, was zu erst und was danach und natürlich reicht die Zeit bei weitem nicht. Gegen Mittag müssen wir denn auch aufbrechen, denn schliesslich liegen noch 500 Kilometer bis Norddänemark vor uns.

Fast wäre es aber garnicht dazu gekommen. Denn als wir zurück zu unserem wunderbaren Töffparkplatz kommen, hat uns der Besitzer eines Strassenkaffes bereits mit seinem Servierwagen zugeparkt und ist wild am Telefonieren. Er habe bereits die Polizei angerufen, sie sollen uns abschleppen. Wir wundern uns ein wenig. Tom versucht ihn in schönstem Schweizer Dialekt zu beruhigen - wir seien ja Touristen... Aber das hilft nur mässig. Der Gastronom wettert, auch als Touristen müsse man die Augen aufmachen. Er konnte einige seiner Tische nicht aufstellen, weil wir so blind sind und in seinem Bereich parken. Dadurch hätte er erheblichen Verdienstausfall - Die restlichen 20 Tische sind leer - Ich will gerade anfangen, mit ihm zu diskutieren, da kommt aus Toms Mund ein bestimmtes "Entschuldigung" und der Gastromensch zeigt sich gnädig. Wir dürfen uns noch von der Verwandschaft verabschieden und sollen uns dann hurtig aus dem Staub machen. Bevor ich aufsteige stelle ich noch behutsam den Liebevoll zwischen den Töffs platzierten Hundenapf zur Seite - soll ja nix kaputt gehen. Dann stürzen wir uns in Hamburgs Stadtverkehr.

Nachdem man uns wenig später auch noch die Zufahrt in ein Parkhaus verwährt - also es springt jemand vor die Räder - und die Bank sowieso Mittagspause hat, reicht es uns fürs Erste mit Stadt und wir flüchten Richtung Norden.

Eine lange öde Strecke liegt vor uns. Die Autobahn liegt wie glattgebüglelt vor uns, wie bemüht, möglichst wenig Kurven zu machen. An einem Parkplatz muss ich sogar kurz raus fahren, um einen Turboschlaf einzulegen. Die Gefahr, dass mir die Augen zufallen, war einfach zu gross.

Zum Absteigen hats nicht mehr gereicht.

Kurz vor dem Eindunkeln, fangen wir das erste Mal seit Tagen sogar ein bisschen an zu frieren.

Gegen 22 uhr erreichen wir das Tornby Strandcamping in Hirtshals, welches nur wenige Minuten vom Fähranleger nach Island entfernt liegt. Glücklich und mit Aussicht auf eine heisse Dusche beziehen wir unser Transit Zimmer für die Nacht.

Das Zimmer misst ca. 2,5 mal 2 Meter und beinhaltet neben zwei Stühlen und einem Tisch auch ein Doppelstockbett . Klein aber fein. Wir schlafen jedenfalls sofort ein und werden erst wieder vom Wecker um kurz vor Sechs wachgerüttelt.

Einmal Hamburger und French Fries bitte...

Viel Wartezeit beim Check-In für die Fähre gibt es nicht. Kaum haben wir die Motorräder kurz verlassen, um ein paar andere Fahrzeuge zu begutachten, setzen sich die anderen, wartenden Motorradfahrer in Bewegung. Da sind die besten Parkplätze schon weg, und wir müssen uns dazwischen quetschen.

Aber halb so schlimm, bald ist alles verzurrt und wir machen uns auf den Weg zur Kabine. Welch ein Luxus, eine Vierer Kabine nur für uns Zwei. Aber schon wieder getrennte Betten... kaum sind wir verheiratet, müssen wir ständig getrennt schlafen. ;-)

Wie gross ist denn die Zweierkabine?

Bei strahlendem Sonnenschein legt das Schiff ab und für uns beginnt die Erholung. Wir machen es uns richtig gemütlich... und holen erstmal Schlaf nach.

Viel Unterhaltung gibt es auf dem Schiff nicht, abgesehen von Sauna, Schwimmbad, Duty Free und dem abentlichen Zauberer für die Kinder. Ein Highligt ist somit die Ankunft auf den Faroér Inseln am nächsten Nachmittag. Leider bleibt nicht genug Zeit, um von Bord zu gehen. Aber es erscheint uns auch recht ungemütlich. Die Insel ist tief in dichten Nebel gehüllt, das Termometer zeigt nur noch 6 Grad an und es nieselt sogar ein wenig. Was für eine Umstellung.

Trotzdem können die Faroér ihre Schönheit nur schwer verstecken. Grün ragen erste Inselausläufer hoch aus dem Meer heraus. Dann laufen wir in dem bunten kleinen Hafen ein.

Jööö wie härzig...

Nach der Zaubershow am Abend fallen wir bald müde in unsere Betten. Wie ermüdent dieses Nichtstun doch ist. Seit wir die Faroér verlassen haben schaukelt es etwas mehr als zuvor. Was an Deck nicht weiter schlimm ist, aber in unserer Innenkabine ohne Fenster wird es langsam etwas mühsam. Wir freuen uns jedenfalls, dass wir bald wieder festen Boden unter den Füssen haben werden.

Früh, um halb Sechs nach isländischer Zeit, müssen wir unsere heimelige Kabine verlassen. Auch Island ist nebelverhangen, feucht, kalt und ungemütlich. Irgendwie ein komisches Gefühl, grade hatten wir noch ein Heim im Warmen und nun öffnet sich die Ladeluke, spuckt uns aus und wir sind ganz auf uns allein gestellt.

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Gast Samstag, 21 September 2019
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