Three Pairs Of Underwear

Gutes Neues Jahr aus Salalah

Veröffentlicht von am in Blog_Tomsride
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Hallo Welt!
Lange nichts mehr gehört vom Tom aus dem Süden – mögen sich die Einen denken. Recht habt ihr! Das soll sich nun aber ändern – denn langsam kommt wieder etwas an echter Dynamik ins Spiel. Nicht dass die vergangenen Monaten einfach so ereignislos vorüber gegangen wären. Nein, das sicherlich nicht – zu viele Fragezeichen standen mir selbst jedoch im Weg, sodass ich den kommenden Weg vor lauter Abzweigungen teilweise kaum mehr erkennen konnte.
Zum jetzigen Zeitpunkt sehe ich nun einiges wieder klarer und mit voller Motivation. Ja, es soll weiter gehen – nun in Richtung Afrika mit dem Moped, doch dazu später mehr.

Vorab eine echt kurze Zusammenfassung der vergangenen paar Monaten. Wie ihr alle ja mitverfolgen konntet, war ich seit August in Musandam, der nördlichen Peninsula vom Oman, als Tauchmaster in Ausbildung tätig. Um ganz genau zu sein, da oben in Khasab nur zur Ausbildung dazu. Hmmm, wo soll ich nun beginnen mit erzählen?

Also, kurz gesagt war tauchen, tauchen und nochmals tauchen in den wunderschönen Fjorden von Musandam angesagt. Fast täglich im Wasser mit Gästen aus aller Welt – eine echt schöne Arbeit in der traumhaften Natur.

Damals war der Plan noch im Frühjahr weiterzudüsen in Richtung Sibirien, um die warmen Sommermonate zu nutzen für Länder wie Kasachstan, Mongolei und Russland.
Im November startete ein CH-Mädel auf derselben Tauchbasis als Tauchinstruktorin, als Ablösung von Sandra, mit der ich die ersten 6 Wochen in Khasab zusammengearbeitet hatte. Sandra kriegte dann ein neues Angebot von Extra Divers, die Tauchbasis in Salalah für die Wintersaison zu leiten. Natürlich sagte sie zu, denn ein solches Angebot ist nicht alltäglich uns sie reizte die neue Herausforderung. Nun aber wieder zurück zu dem gleichaltrigen CH-Mädel: Schon in den ersten Tagen erfreuten wir uns an gemeinsamen Ausfahrten auf dem Motorrad durch die Offroad-Landschaft von Musandam – zu zweit einfach nochmals ein Spürchen schöner als alleine. Nach knapp zwei Wochen kam die Idee auf den Tisch, die Reise gemeinsam fortzusetzen, nun aber bereits Anfangs Januar und in Richtung Afrika. Bis dahin hab ich selbst noch keine Sekunde mit dem Afrika-Gedanken gespielt, tönte aber durchaus attraktiv! Also – ein paar Tage Gedenkfrist auf beiden Seiten, die klare Entscheidung es durchzuziehen, gemeinsam die Stelle beim Tauchzenter kündigen und ab ans Organisieren. Genau das haben wir getan – die Vorfreude war enorm, aber jedoch auch nur kurz. Auf beiden Seiten kamen verschiedene Zweifel auf – sodass wir einfach mal das Kommende abwarteten und uns dann kurzfristig nochmals entscheiden würden. Die neuen Texte fürs Internet mit den News für die gemeinsame Weiterfahrt waren eigentlich schon geschrieben und weitgehend bereit zum Hochladen – doch hätten sie täglich unserer momentanen Entscheidung angepasst werden müssen. Also wählte ich den einfachen Weg – einfach abwarten. Ein emotionell relativ neutraler Textbrocken aus dieser Zeit ist zum Beispiel folgender:

“Bin noch immer da. Da im schönen Musandam im norden Oman´s – mitten in den zerklüfteten, monotonen, öden, scheinbar leblosen, meist unbefahrbaren Fjorden – die genau desswegen ihren Reiz nie verlieren werden.
Zuruzeit sitze ich vor dem Extra Diver´s Tauchzenter und warte auf meinen Transport nach Dubai zu BMW. Ja – es hat sich viel getan in den letzten Wochen. Doch anstatt Antworten ergaben sich für mich viele neue Fragezeichen. „Wie weiter?“ ist wohl die interessanteste anstehende Frage im Moment, nebst vielen Anderen. Doch lasst mich nun versuchen die letzten paar Wochen zu rekapitulieren:
Seit meiner Ankunft hier in Khasab im Tauchcenter hab ich viel übers Tauchen und dessen Geschäft darum lernen können. Bin nun seit knapp 6 Wochen als Tauchguide fast täglich auf dem Boot mit bis zu 14 meist angefressenen Tauchern, die die wunderbare Unterwasserwelt der Gegend hier erkunden wollen. Für einige ist Musandam ein idealer Escape von der täglich anhaltenden Hektik in Dubai, für andere eine Traumdestination von der sie lange schon geträumt haben, für wieder Andere eines der letzten Tauchabenteuer – da sie sonst schon alles gesehen haben. Allesamt meist eine ganz interessante Mischung von Gästen von unterschiedlichsten Herkünften und Hintergründen. Mit einer offiziellen 6-Tage Woche bleibt da noch ein Tag in der Woche zum die Gegend zu erkunden – oder, wie es meist der Fall ist, einfach auszuspannen und die Stickstoffansammlung im Blut langsam an die Umwelt abzugeben. In den vergangenen Wochen war jedoch so viel zu tun, dass es auch schon ein 15 Tage „NonStop“ Tauchen gab, mit jeweils zwei bis drei Tauchgängen täglich. Als Ausgleich dazu genoss ich die abendendlichen Ausflüge zu ein paar Geheimplätzen in den Bergen umso mehr. Schon oft fuhren Karin und ich gemeinsam samt Picknickdecke und etwas zu Essen in die Natur und genossen die Pracht der unzähligen Sterne weitab von der Zivilisation mit vertieften Gesprächen über das Leben und die Welt. „Karin, wer ist die denn?“, mag man sich nun fragen. Sie hat Mitte August hier im Tauchcenter begonnen als Tauch-Instruktorin. In der Region von Bern aufgewachsen, war sie anschliessend länger in Zürich tätig – bevor sie sich entschloss in Ägypten im Tauchgeschäft zu beschäftigen. Mit vielen Lebenserfahrungen reicher als ich und teils komplett anderen Weltanschauungen ergaben sich für beide bereichende Diskussionen. Es kam soweit, dass wir uns beide entschlossen haben die Reise mit dem Motorrad zusammen fortzusetzen – und nun in Richtung Afrika, dafür aber bereits früh im kommenden 2008. Die Stelle im Tauchcenter haben wir prompt gemeinsam gekündigt und erfreuten uns ab der Vorfreude – zumindest für ein paar Tage. Zum heutigen Zeitpunkt sehen wir wohl diese Pläne etwas realistischer – wobei es wohl nun doch nicht dazu kommen mag. Doch wollen wir nun nichts überstürzen – und schon gar nicht den Teufel an die Wand malen – und warten gemütlich und gespannt die kommende Zeit ab. In der Zwischenzeit habe ich beim Divecenter Manager verlängert bis voraussichtlich Februar. Wohin und Wann weiter ist für mich nun ein grosses Fragezeichen…“

Nicht einfacher wurde die Situation, als genau in dieser Zeit meiner geliebten BMW-GS ein grosses Loch in den Motorblock gerissen wurde.

Auf den vergangenen 71´500km in den letzten 18 Monaten wurde das hintere Federbein wohl etwas zu überbeansprucht – wobei es einerseits weicher wurde, andererseits bei einer Bodenwelle einfach absacken konnte. Vom Divecenter zur Unterkunft führt die Strasse für die ersten 200m über einen gut ausgebauten Feldweg, bis zur Hauptstrasse nach Khasab. Nach einem gemeinsamen Abendessen mit Tauchgästen fuhr ich also diese erste Strecke ohne jegliches Gepäck oder zusätzlichem Gewicht über die Schotterpiste. Nach knapp 80m hörte ich wie das Motorenschutzblech leicht eine natürliche Bodenwelle berührte. Oben auf der Strasse angelangt, wollte ich auf dem Asphalt beschleunigen – doch das Hinterrad riss unerwartet aus – und Momente später schlitterte ich in normalen langen Hosen und T-Shirt auf der Strasse. Was ist passiert? Durch den leichten Aufschlag riss die Befestigung des Original BMW-Motorenschutzes eine Ecke aus dem Magnesium-Gussgehäuse, was einen kompletten Motorenöl Ölaustritt innerhalb von Sekunden zur Folge hatte. 4lt Öl flossen somit direkt auf die Fahrspur des Hinterreifens. Ich konnte das Motorrad nicht mehr halten und fiel zusammen mit dem Rad. Ausser Kratzer an Ellenbogen und Knien kam ich glimpflich davon. Gleich am nächsten Morgen schickte ich Fotos vom Schaden am Motorblock zur BMW-Vertretung nach Dubai und zu meinem Händler in die Schweiz. Lange Geschichte bisher kurz erzählt: Schaden kann kaum repariert werden – es muss ein neuer Motorblock her. BMW Schweiz und mein Händler reagierte schnell mit der Anweisung das Bike nach Muskat zu bringen zur Abklärung und Reparatur. Mit der Vertretung in Dubai hatte ich im Vorfeld aber bereits guten Kontakt – und wartete desshalb noch auf den Bescheid von da. Die wiederum leiteten alles weiter an BMW München, wo knapp 7 Wochen später (heute vor knapp einer Woche) eine positive Antwort kam für einen Austausch unter Kulanz. Heute zähle ich auf eine erfolgreiche Reparatur in Dubai ab Mitte Februar – ich halte Euch auf dem Laufenden diesbezüglich, sobald die Maschine wieder im Gang ist.

Nun also wieder ein Zeitsprung zurück zum Vorfall mit dem Motorblock ende November: Ihr könnt Euch kaum vorstellen, wie deprimierend dieser Umstand für mich war. Die geliebte GS fährt keinen Meter mehr und keine motorisierte Mobilität inmitten vom einsamen Khasab. Als wäre dies nicht schon genug, entschied sich das erwähnte Mädel dazu, eine Zukunft mit dem Tauchbasisleiter anzugehen… Zu dritt weiterzuarbeiten in diesem Team unter diesen Voraussetzungen war für mich nicht mehr vorstellbar – verständlicherweise denke ich.
Als ich mich nach Alternativen am Umschauen war, rettete mich Sandra aus der Situation mit dem Angebot für ein paar Tage nach Salalah zu kommen fürs Aktualisieren der Webseite ihres Tauchzenters. Super, fünf Tage weg von Allem da und Durchschnaufen in einer anderen Umgebung kann ja nicht schaden. Aus verschiedenen Gründen wurden die fünf Tage jedoch verlängert – ja, bin sogar heute noch hier, knapp 6 Wochen später.

Genug nun aber von Vergangenheitsbewältigung für den Moment – schauen wir in die Zukunft. In ein paar Tagen soll es weitergehen nach Muscat, wo ich wiederum an der Webseite vom Oman Dive Center tätig sein werde für knapp eine Woche. Anschliessend nach Dubai – damit ich tatkräftig an meinem Motorrad mit BMW rumschrauben kann, sodass die Reise damit endlich wieder fortgesetzt werden kann. Wann, wie und wohin weiter ist um ehrlich zu sein noch nicht ganz klar, doch tendiere ich über Jemen mit einem Boot nach Afrika zu gelangen. Von da aus in Richtung Süden. Auch heute steht die Option offen, dass ich begleitet werde – doch dazu mehr Details wenn es dann wirklich entschieden ist ;-) Zu zweit unterwegs zu sein würde mich zurzeit enorm freuen. Doch dieses Mal lasse ich mich emotionell nicht mehr so schnell ein, schätze ich. Je nach dem geht es dann entweder schon im März weiter, oder jedoch dann erst ab Mai – en shallah, wie man hier so schön sagt. Wie auch immer, ich kann das kommende Abenteuer kaum erwarten und freue mich enorm auf Afrika – wer weiss wohin die Route dann gehen könnte. Wäre natürlich auch schön unterwegs Stopps zum Tauchen einzubauen, denn die Ostküste soll da Eindrückliches zu bieten haben Unterwasser.

Also, muss nun packen gehen für ein kleines Abenteuer - eigendlich nur ein sehr sehr Kleines: Gehe ab morgen früh für drei Tage in die Wildniss and Meer mit nur meinem Zelt, meinem Schlafsack, Wasser und einer Angleschnur mit Hacken bewaffnet. Freue mich schon seit Wochen darauf - denn um ehrlich zu sein habe ich bisher noch nie gefischt in meinem Leben... Alles ist mal zu ersten Mal...

Versuche dann neue Bilder aus der Dhofar Region hochzuladen, sobald ich zurück bin. Schaut in der Zwischenzeit mal rein in die halbfertige Webseite von www.divesalalah.com - dem Divecenter wo ich zur Zeit tätig bin. An der Seite arbeite ich noch - also Geduld

Bis dann... und immer schön ins Gästebuch schreiben...

 

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