Three Pairs Of Underwear

Oman - ich komme wieder!

Veröffentlicht von am in Blog_Tomsride
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Hallo liebe Freunde,
gebs ja offen zu, haette mich schon lange wieder mal melden sollen, nicht?!? Um die Spannung gleich zu Beginn zu saenftigen: bin guterhalten in Cochin (Suedindien) angekommen mit meinem Gefaehrten - soweit alles in bester Ordnung. Mache mich morgen (26.6.07) auf den Weg nach Suedosten durch die Tee und Gewuerzplantagen.

Das VAIO Notebook konnte bis heute noch immer nicht von SONY repariert werden - was langsam echt Nervtoetend ist. Nunja, versuche also somit die naechsten paar Zeilen in einem Internetkaffe einzuhacken. Am Ende dieses Eintrages seht Ihr aber, dass mir schon bald mehr Zeit zum Aktualisieren und Ausbauen der Seite zur Verfuegung stehen wird. Doch lest nun in dieser kurzen Zusammenfassung selbst was in Oman und den Emiraten so alles gelaufen ist.
Versuche nun jedoch nach und nach auch die Laender Iran, Pakistan und Indien fuers Internet nachzufassen.
PS: Bilder im Blog folgen dann auch wieder bei laufendem Notebook...

Nach dem letzten Blog-Eintrag in Dubai machte ich mich relativ rasch auf in Richtung Sueden, dem Oman - mit dem Ziel Salalah vor den Augen. Nach rund 1500km von ueberaus eintoeniger und heisser Wueste, offenbarte sich ein kuehles, gruenes und lanschaftich wunderschoenes Gebirge mit unheimlich tollen Menschen. Man hat da einfach alles was ein Mopedherz begehrt. Kleine kurvige Bergstarssen mit grandiosen Aussichten aufs Meer, ungestoerte Campingmoeglichkeiten zuhauf, tolles Essen mit frischen Fruechten und Fischen, sowie hilfsbereite Einheimische - wie ich sie bisher kaum angetroffen habe.
Angetan dieser tollen Gegend ermutigte ich mich ein paar Tage spaeter den Weg zurueck in den Norden nicht ueber die Hauptstrasse zu waehlen, sondern ueber die wenig befahrenen Pisten durch die Wuesten. So kam es, dass teilweise 600km Abschnitte ohne Zivilisation oder anderen Verkehr zu meistern waren. Die Strecke fuehrte durch einsame Oelfelder mit unzaehligen autonomen Oelpumpen weit verstreut. Einfach so unbeschwert zu "cruzen" mit den Gedanken irgendwo, nur nicht auf dem Weg voraus, hat auch was. Es kam jedoch so wie es kommen musste: Ein ausgewaschenes Bachbeet querte die sonst intakte "Gravelroad" ohne jegliche Vorwarnung... Mit rund 90 Sachen auf dem Tacho wurde ich davon voellig ueberrascht, was einen unerwarteten Sprung mit dem Motorrad von rund 5m mit sich brachte. Waere ja ein tolles Gefuehl - wenn da nicht die rund 400kg Moped und Ausruestung mitfliegen wuerden... Dank meinem stets aufmerksamen Schutzengel konnte ich das Gefaehrt sicher landen und zum Stillstand bringen. Resultat: Adrenalinschock fuer den Fahrer, verbogene Alukoffern auf beiden Seiten, Delle auf dem Vorderfelgen - jedoch soweit noch Dicht, und sicherlich eine weitere Erfahrung reicher!
Wieder gefasst ging es weiter an die Ostkueste Omans, die bekannt ist fuer die Eierablageplaetze von den heute noch vielen Meeresschildkroeten. Wie ich mich informieren konnte, sind diese Spezies stark vom Aussterben bedroht. Respektive werden sie laut Voraussagen von Spezialisten in den naechsten Jahren komplett von der Erde verschwinden - bedingt durch die durch Menschen immer knapper werdenden ungestoerten Brutplaetzen. Wenn man jedoch da steht und das Geschehen live sieht ist dies kaum vorstellbar. Knapp ein Duzend dieser bis zu 150kg schweren und weit ueber 100 Jahre alt werdenden Dinosaurier konnten an diesem Abend bei Ihrem Eierlegen beobachtet werden. Nach dem sie sich  muehsam an den Strand geschleppt haben, graben sie ein rund 1m tiefes Loch mit Ihren Flossen. Darin legen sie rund 100-150 knapp golfballgrosse Eier. Anschliessend wird der Graben wieder zugeschaufelt, indem sie ein paar Schritte weiter ein neues Loch graben - das nun offen bleibt. Dies hat auch den Vorteil, dass die herumswirrenden Fuechse und anderen ungebetenen Besucher die Eier im noch sichtbaren Graben erwarten und somit echt getaeuscht werden.  Die gesammte Prozedur dauert fuer die anschliessend komplett erschoepften Weibchen um die 2-3h. Rund zwei Monate spaeter schluepfen die "Little Baby Turtles" aus Ihren Eiern und machen sich auf den Weg ins Meer. Von rund 20000 Eiern, ueberlebt gerade eine Schildkroete bis zur Geschlechtsreife. Irgendwie faszinierend: ueber Jahrmillionen haben sie in dieser Form ueberlebt. Heute machen wir Ihnen das Leben so schweer, dass es wohl nur noch ein paar Jahre dauern wird  bis das letzte wilde Exemplar ausstirbt. Zum Glueck gibt es Menschen denen das Wohl dieser Tiera m Herzen liegt und gegen die Vernichtung der Brutplaetrze ankaempfen.
Nun, an diesem Strand war es auch wo ich auf Steffi und ihrer Kollegin traff. Bei einer Flasche "edlem" Rotwein erfuhr ich mehr ueber Ihre Taetigkeit als Tauchlehrer, respektive Ihre heutige Beschaeftigung in der Tourismusbranche. Irgendwie wurde auch erwaehnt, dass es im Norden Omans aktuell eine Stelle als Divemaster zu besetzen gilt. Habe bisher nur eine normale OpenWater Tauchlizenz - jedoch toent dieses Angebot irgendwie verlockend. So taeglich Tauchen, und dies im erst knapp erforschten warmen Oman toent doch noch ganz attraktiv, nicht?!?
So kam es, dass ich Tags darauf die rund 750km lange Strecke nach Kasab unter die Raeder nahm und am Abend gleich noch Tom, den Basisleiter von ExtraDivers, zu einem informativen Gespraech traf.
Bedingt durch die sechs woechige Visapause fuer Saudi Arabien war ich nun zirka 4 Wochen hinter meinem virtuellen Zeitplan der Reise - sodass es fast unmoeglich waere noch rechtzeitig vor Wintereinbruch Ostsibirien zu erreichen. Ausserdem scheint dieses russische Gebiet sowieso eine so grandieose Gegend zu sein, dass sich ein schnelles Vorbeirasen kaum lohnt. Eine Pause oder Auszeit im warmen Oman ist doch nun die ideale Gelegenheit das Leben Unterwasser zu erkunden, nicht? Bei TomsRide gehts ja um eine Reise durch und um die Welt. Knapp 60% der Erdoberflaeche ist bekannterweise mit Wasser bedeckt - somit gilt es das Medium Wasser und die Unterwasserwelt auch zu intensiv erleben. Die Entscheidung fuer die angebotene Stelle fiel mir leicht - es ist ja auch ein Traum als Tauchlehrer im schoenen Oman taetig zu sein. Ab Mitte August werde ich somit zurueck sein im Oman, taetig bei ExtraDivers in Kasab. Nach einer intensiven Ausbildungszeit im Wasser, dann bald auch taetig als Tauchlehrer und Begleiter von Tauchgruppen. Ehrlich gesagt freue ich mich heute enorm auf diese neue Herausforderung - gehe aber noch stets davon aus, naechsten Sommer die Reise in den fernen Osten mit dem Motorrad fortzusetzen. In der Zwischenzeit liess ich es mir jedoch nicht nehmen, das angepeilte Indien und Nepal noch in diesem Sommer zu entdecken.

Bei AGMC, der BMW-Servicestelle in Dubai, wird die GS tagsdarauf fuer die nun bevorstehende Exkursion in den Osten vorbereitet. Nebst Oelwechsel werden auch neue Reifen aufgezogen, die Gepaeckhalterung nachgeschweisst, Ventilspiel ueberprueft, ein gebrochenes Blinkerglas getauscht, sowie das Ersatz- und Verschleissteilset aufgestockt. Die beiden aus Deutschland stammenden jungen, aber aeusserst kompetenten "Tobias'es", schmeissen die komplette Serviceabteilung fuer Motorraeder dieser BMW-Vertretung. Ihre Hilfsbereitschaft und der gute Service ist kaum zu uebertreffen. Sie arrangierten den tadellosen Reifenwechsel bei Raceworld, das Nachschweissen der Kofferhalter beim BMW-Bodyshop, sowie die Organisation aller benoetigten Teilen. An dieser Stelle ein riesen Dankeschoen fuer die nicht selbstverstaendliche Hilfe und Unterstuetzung durch AGMC in diesem Projekt. Hoffe zusammen mit den beiden Jungs ab Herbst noch ein paar Mopedausfluege in der Region machen zu koennen!

Am Abend war dann Snowboarden angesagt. Jaja, Ihr habt schon richtig gelesen. Snowboarden so mit echtem Schnee und so! Alles moeglich in Dubai - auch bei Aussentemperaturen von 44Grad Celsius. Zusammen mit der Jungmaschaft der hollaendischen Nibbering-Family (Bekannte aus Oman, die mir in Dubai freundlicherweise ein grandiose Uebernachtungsmoeglichkeit offerierten) machten wir uns also am Abend auf den Weg ins Einkaufszentrum mit der rund 400m langen Indoor Schneeanlage. Die komplette Ski- und Snowboardausruestung kann gleich vor Ort ausgeliehen werden, sodass dem Erlebniss bei -4Grad nichts mehr im Wege steht. Fuer mich machte jedoch auch die RUKKA Motorradbekleidung einen prima Dienst fuer dieses Winterliche Abenteuer. Die Kleider sind einfach fuer alle Klimas und Anwendungen geschaffen!
Asterix und Obelix pflegten zu sagen "Die spinnen die Roemer...". Hier sind es nun aber nicht die Roemer... Eine gut praeparierte Piste mit echter vierer Sesselbahn steht dem Wintersportler mitten in der Wueste zur Verfuegung. Als echter Schweizer musste man ja schon ein wenig angeben, vorallem wenn man zusammen mit Hollaendern auf der Piste steht. So kam es, dass ich gleich nach der ersten Abfahrt unten am Lift bei Stillstand auf meinen Hintern (CH-Deutsch: Arsch) fiel. Dieses ist zwar auch heute noch stets gut gepolstert, dennoch verstauchte ich mir so richtig das Steissbein. Dies ist fuer mich wieder klar ein Grund mehr an die Evolutionstheorie zu glauben... Bin jedenfalls ueberzeugt, dass meine Vorfahren vor jahrtausenden diesen Knochenansatz fuer was Sinnvolles hatten - die ueberreste davon sind jedenfalls kaum wegzureden... :-). Fuer die Weiterfahrt auf dem Moped in Richtung Osten wird der Vorfall noch oft ein Thema. Doch zu diesem Jammern dann in den naechsten Berichten mehr :-). Muss zugeben, obwohl es wirklich hirnrissig ist in der Hitze soviel Energie aufzuwenden, um das kuenstliche Klima aufrechtzuerhalten, hat sich der Besuch gelohnt. Auch das anschliessende echte Kaesefondue in einem Restaurant mit Aussicht auf die Piste war echt der Hammer. Nach knapp 2 Monaten nichts als Wueste ein toller Kontrast.
Am Morgen darauf waere eigendlich angesagt gewesen, dass von SONY reparierte Notebook bei der offiziellen Servicestelle abzuholen. Ausser der Antwort, dass dieses Notebook nicht durch eine weltweite Garantie gedeckt ist, wurde in den vergangenen 9 Tagen nichts daran unternommen. Hier ist anzufuegen, dass knapp zwei Wochen zuvor nach rund 15 Mails, einem in die CH eingeschreiben Brief, sowie drei Telefonanrufen die weltweite Garantie fuer 89CHF auf dieses Notebook registriert werden konnte. Verstaendlicherweise war ich komplett #@$# nach dieser Information, dass ich nur noch das unberuehrte Notebook zurueckhaben wollte. Auch dies war dann nicht so einfach... Erst laute 20 Minuten spaeter wurde es mir gegen eine Quittung ausgehaendigt. In der Hoffnung, dass der Herteller das Problem in den naechsten Wochen nun doch noch loesen wird, verzichte ich nun hier auf weitere Kommentare und ausfuehrlichere Beschreibungen...
Am Nachmittag hatte ich die Fahere um 15:00 gebucht nach Iran. Puenktlich konnten im Vorfeld alle noetigen Papiere fuer die Ausfuhr organisiert werden. Um 17:00 oeffnete auch der Passagierschalter. Um 18:00 durfte ich nach weiteren drei Stempeln auch das Moped ins Hafengelaende fahren. Um 20:00 konnte sogar zum Schiff gefahren werden. Weitere 1,5h spaeter durften wir dann auch wirklich auf die Fahere. Irgendwann nachts ging es los, sodass der Kutter am Vormittag in Bandar-e-Abbas anlegte.
Versuche die weiteren Details im naechsten Blog zusammenzufassen. Vorab gesagt: anstrengende 8h und viele Stempel spaeter durften wir dann auch das Hafengelaende verlassen und waren nun offiziell im Iran!

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Gast Freitag, 22 März 2019
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