Three Pairs Of Underwear

Tag 22 - Ganz im Zeichen der Römer

Veröffentlicht von am in Blog_Tomsride
  • Schriftgröße: Größer Kleiner
  • Aufrufe: 2320
  • 0 Kommentare
  • Drucken

Wie mit Osama abgemacht, war der Guide um 07:30 vor Ort. Besser gesagt, sie fuhren zu zweit in einem Mercedes Sprinter auf, aufgrund der „angedrohten“ hohen Geschwindigkeit für die Durchreise mit dem Motorrad. Zuvor kriegte ich natürlich wider einen frisch gebrauten Neskaffee mit bestem Citronencake. Der Abschied von Mohamed gestaltete sich kurz – obwohl er in den letzten beiden Tagen zu einem guten Freund geworden ist. Es ist irgendwie schwierig für mich, wie kann ich mich für die freundlichste Gastfreundschaft revanchieren?

Ich folgte also dem Mercedes Van aus der Stadt heraus in Richtung Osten. Eine Sehenswürdigkeit in Libyen durfte ich nicht verpassen, Leptus Magna, eine der grössten römischen Städte in Afrika – und aufgenommen in der Liste des UNESCO Weltkulturerbe. Nach rund zwei Sunden waren wir da, noch bevor die grossen Touristenströme anrollten. Nebst dem Eintritt, bezahlt man da auch für eine Kamera, respektive eine Videokamera. Toll – die Ideen die die da haben…

TomsRide658.jpg TomsRide671.jpg TomsRide675.jpg

TomsRide695.jpg TomsRide701.jpg TomsRide706.jpg
Muss aber zugeben, die übrig gebliebenen römischen Ruinen sind imposant. Auf einem rieseigen Gelände türmen sich unzählige Marmorstützen, Mauern, Türme, sowie ein fast völlig intaktes Amphitheater. Die Italiener schienen während der Kolonialzeit einiges wieder aufgebaut und instand gesetzt zu haben, wie mir erzählt wird. Der heutige Zustand der Anlage ist wirklich sehenswert, doch als bekennender Nicht-Normaltourist habe ich nach rund 2h genug gesehen.
Die Fahrt führte wieder schnell weiter östlich, entlang der Küste. Trotz der Nähe des Mittelmeers, wurde die Gegend schnell trocken und wüstenartig.

Irgendwie ist hier das Auffüllen des Tankes eine ganz neue Erfahrung: für knapp 3.--CHF(!) kriege ich hier 33lt Benzin. Ok zugegeben, es ist verbleit, der Motor der BMW läuft aber auch damit enwandfrei. Bleifreies Benzin ist in Libyen soweit einfach nicht erhältlich...

TomsRide650.jpg

Knapp 20km vor und nach Sirt waren dann die von Osama erwähnten Polizei Checkpoints. Kann mir gut vorstellen, dass die Passage da ohne Guide schwierig werden kann. Auch mit einem Guide und allen nötigen Papieren dauerten die Diskussionen mit dem Guide und der Polizei einige Minuten.
Irgendwo nach Sirt – sorry kann nicht genau sagen wo, denn hinter einem Mercedes Van hinterher fliegend ist die Navigation nicht so einfach mit ausschliesslich arabischen Strassenschilder – stoppten wir vor einer unscheinbaren Farm am Strassenrand. Einer der Guides öffnete das Eisentor und wir begaben uns zu einem kleinen Hinterhof mit zwei übergrossen liegenden Kupferfiguren. Mir wurde erklärt, sie hätten was mit der Herrschaft von Italien zu tun - doch ich verstand die Geschichte nicht 100%. Bin sicher, der genaue Hintergrund ist irgendwo in einem Reiseführer nachzulesen…

TomsRide718.jpg
Wieder draussen war es Zeit mich von den beiden freundlichen Guides zu verabschieden. Sie begleiteten mich zwar nur einen halben Tag im Fahrzeug voraus, dennoch gaben sich die beiden extrem Mühe mir den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Ausserdem brachten wir in dieser kurzen Zeit rund 600km hinter uns… Ja, Libyen ist gross!

TomsRide726.jpg
Also, nun bin ich alleine unterwegs und kann frei entscheiden wie schnell ich fahre und wann und wo ich stoppe. Toll, leider gibt es auf den nächsten 300km nur diese eine Strasse in Richtung Osten, wesshalb mir keine andere Wahl blieb als in dieser landschaftlich nicht so attraktiven Gegend weiterzufahren. Entlang der Strasse sieht man die grossen Baustellen zum Bau der neuen Wasser Pipeline quer durch Libyen- dem so genanten Man Made River Project.
Zum Zeitpunkt des Eindunkeln befand ich mich noch rund 150km vor Bengazhi, wesshalb ich mich zum Übernachten in der Wüste entschied. Bei der erstbesten Piste abseits der Strasse bog ich ab und hatte Glück. Der Weg führte hinter einen kleinen Hügel, rund 1km abseits der Strasse und keine Menschenseele sichtbar. Ideal also zum Campieren.

TomsRide740.jpg TomsRide764.jpg
Zum Abendessen kochte ich mir wieder einmal feine Pasta (aus Algerien) mit Knoblauch (aus Portugal) und PiriPiri Sauce (aus Spanien) und Wasser (aus Libyen).

Ist schon toll, das ganze Equipment dabei zu haben um irgendwo in der Wildnis zu übernachten – trotz des Gewichtes des Gepäcks auf dem Motorrad. In dieser Nacht habe ich wohl die meisten Sterne in meinem Leben gesehen. Eine Nacht unter den Wüsten Himmel ist was ganz Besonderes und Eindrückliches. Tiere bekam ich da keine zu Gesicht. Bin eigentlich auch froh darum, denn ich wüsste nicht was ich mit einer Schlange oder einem Skorpion im Zelt hätte anfangen sollen…

Bewerte diesen Beitrag:
0
Markiert in: Lybia

Kommentare

  • Derzeit gibt es keine Kommentare. Schreibe den ersten Kommentar!

Kommentar hinterlassen

Gast Samstag, 19 Oktober 2019
Aktuelle Seite: Home Tom Tag 22 - Ganz im Zeichen der Römer