Three Pairs Of Underwear

Tag 20 - Wieder eine Grenze mehr...

Veröffentlicht von am in Blog_Tomsride
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Schon früh ging es heute los, denn ich wollte sicher sein, um 12:00 die tunesische Grenze überschritten zu haben. Denn dann habe ich mit Osama, meinem Grenz-Guide mit meinem Einreise Visa beim libyschen Grenzposten abgemacht. Doch zu meinem grossen Erstaunen hatte ich die Ausreise aus Tunesien innerhalb von 20 Minuten abgewickelt. So ein schweres Motorrad schein auch hinter einer langen Autokollone aufzufallen – ich wurde jedenfalls sofort ganz nach vorne gewunken, an ein sonst geschlossenes Grenzhäuschen. Einer der herumstehenden Beamten kümmerte sich sofort um mich und so war das Administrative innerhalb kürzester Zeit erledigt.
Hätte ich doch am Morgen auf meinen Köroper gehört, denn der deutete klar auf ein langes Ausschlafen hin (Nunja, dies tut er eigentlich jeden Morgen – bis so um ca. 11:30, dann kommen die ersten Hungergefühle und überwältigen den Drang nach langem Schlaf normalerweise.

Guten Mutes versuchte ich also die Einreise auf eigene Faust. Doch meine Hoffnung wurde bereits beim ersten libyschen Kontrollhäuschen abrupt beerdigt. Ohne Visa – keine Einreise, ausser es warte ein Guide an der Grenze, lauteten die Bestimmungen.
Mir blieb also nichts anderes als mein Moped abzustellen und bis zum Mittag auf Osama zu warten. Osama wurde mir durch Doris und Jürg (ATW, Ins) empfohlen. Nach nur rund 90 Minuten, nämlich genau um 11:00 kam er strahlend angerannt – eine satte Stunde vor dem abgemachten Termin. Na wenn das kein Service ist. Die weitere Prozedur erledigte Osama ganz alleine. Ein Papier hier, ein Stempel da, ein Nummernschild auf dieser Seite, ein Carnet de Passage auf der Anderen. Ich nutzte die Zeit eine kleine Inspektion am Bike durchzuführen. Auch nach nun 9’000km alles in Ordnung, ausser auf 2dl Oel für den Motor. Knapp 30 Minuten später war alles erledigt; die neuen gelben Nummern montiert und ein Stapel offizieller Papiere für die Durchreise durch Libyen griffbereit im Tankrucksack verstaut.
Osama lud mich spontan zu einem Kaffee ein – dachte ich, denn seine Pflicht war für mich eigentlich nun getan. Er hatte aber noch ein Anliegen: Das Bereisen von Libyen sei eigentlich ohne Guide nicht gestattet. Bei jeder Polizeikontrolle werde danach gefragt - und er, respektive seine Agentur bekomme ein Problem wenn ich alleine unterwegs sei und von überbürokratischen Polizisten befragt werde. Er riet mir nun einen Guide bei ihm zu engagieren. Ich verstand seine Position ja, hatte aber auch den Drang die nördliche Region auf eigene Faust zu erkunden. Ich erklärte ihm, dass kaum ein Guide dem Tempo eines Motorrades über längere Strecken folgen könne – was natürlich nur ein Bluff war! Wir einigten uns, die Lage am nächsten Tag nochmals anzuschauen. Bis nach Tripolis fuhr er im Taxi voraus. Irgendwie schien er mein Argument mit der Geschwindigkeit verstanden zu haben. Ich konnte ihm jedenfalls ab und zu mit 160km/h kaum folgen. Das Bike hätte voll beladen schon mehr herausgebracht, doch die Strassen schienen mir für diese Geschwindigkeiten doch zu unsicher.
Sicher landeten wir in einer Stadt rund 60km vor Tripoli zum Mittagessen. Dies schien in seinem Service inbegriffen und eine Standartprozedur zu sein – denn der Atlas Travel Shop Aufkleber war da bereits allgegenwärtig.

TomsRide645.jpgAuch das Essen schmeckte ausgezeichnet! Danke!
Es ging nun weiter zu seiner Agentur, bei welcher ich wider neue verschiedenste Papiere für die Weiterreise in die Hände gedrückt kriegte. Wieder wurde versucht mich für einen Guide zu überreden, doch mein Widerstand hielt stand. Wie in meinem Reiseführer stand, musste mein Pass aber noch auf einer offiziellen Stelle registriert werden – ein so genannter grüner Stempel musste in den Pass, denn bei der Ausreise auf der Ägyptischen Seite schien dies ausserordentlich wichtig zu sein. Doch dies sollte nun am folgenden Tage erledigt werden. Für mich kein Problem, denn ich hatte geplant mindestens einen Tag in Triploi bei einem Bekannten zu verbringen. Mohamed kannte ich von meiner früheren beruflichen Tätigkeit, er hat eine automatische Croissantmaschine in seiner Bäckerei. Ausserdem hatten wir im Vorfeld versucht, ein Einreisevisa mit seiner Hilfe zu arrangieren – wesshalb ich im Vorfeld in regem Kontakt mit ihm war. Wir mussten jedoch nach 8 Wochen ohne Erfolg aufgeben. Für Libyen können anscheinend nur offizielle Reiseagenturen Visas für Ausländer beantragen.
Also ging es weiter mit Osama im Vorderfahrzeug nach Triploi, wo Mohamed bereits gespannt wartete. Natürlich wurde auch er direkt wieder auf meine Guide angesprochen. Er stimmte Osama natürlich zu, denn Mohamed wollte den besten Schutz für mich. Ich musste somit wohl oder übel ein Stück nachgeben und handelte einen Kompromiss aus, einen Guide bis Sirt zu arrangieren. Da schienen die östlichsten hartnäckigen Polizeikontrollen zu stehen, denn der Wohnsitz des libyschen Präsidenten liegt in diesem Ort.
Gleich nach Ankunft in der Bäckerei von Mohamed, widmete ich mich noch in den Motorradkleidern direkt dem Croissomaten. Irgendwie fühlte ich mich wohl, wieder an den mir allzu gut bekannten Maschinen zu arbeiten. Kleine Einstellungen und Reinigungsarbeiten waren zu tun, dann lief die Maschine wieder bestens.
Mohamed bot mir an in seinem freien Apartment im dritten Stock zu nächtigen. Nach einer kurzen Besichtigung nahm ich dieses Angebot dankend an. Eine komplett ausgestatte Wohnung für mich alleine, welch ein Luxus!

TomsRide648.jpg Tolle Aussicht von "meiner" Terrasse...
Mohamed tat alles, um meinen Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Auch eine ADSL Adapter wurde kurzerhand aus seiner Wohnung entfernt und bei mir installiert. Was kann man sich mehr wünschen.
Frisch geduscht schlief ich sorglos ein in einem grossen Kingsize Bett, inmitten Tripoli.

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Gast Montag, 21 Januar 2019
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