Three Pairs Of Underwear

Tag 16 - Dieses Land hat viel zu bieten

Veröffentlicht von am in Blog_Tomsride
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Kurz nach halb neun war die GS und ich wider zu neuen Abenteuern bereit. So ohne Zelt zusammenzupacken und abzuwaschen kommt man definitiv schneller auf die Strasse. Doch das der Kick in der Wildnis zu nächtigen fehlt auf der einen Seite, andererseits passt es auch nicht ganz in mein Budget täglich ein Hotel aufzusuchen.

Nun, die Temperaturen lagen auch an diesem Morgen bei rund 6 Grad und auch der starke Wind schwächte im Verlauf des Vormittages ab.

Das bewölkte Wetter, die kühlen Temperaturen und die karge Gegend kreierten dennoch eine ganz spezielle Stimmung. Kaum bog ich ab den grossen Strassen ab um einige Bilder auf dem Schotter zu schiessen, kam das Gefühl der Freiheit, der Wildnis, aber auch der Einsamkeit. Man weiss, dass rund 50km vorwärts und 50km zurück keine echte Siedlung anzutreffen ist. Für mich irgendwie eine tolle Erfahrung.

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Auch in diesen Gegenden sind nicht selten Hirten mit ihren Herden von Schafen anzutreffen – echte Nomaden, wie ich sie bisher nur aus Erzählungen kannte. Irgendwie getraute ich mich doch noch nicht ihnen zu nähern. Wie sie wohl reagieren würden, wenn sich eine Gestalt mit Helm auch einem solch modernen Motorrad ihnen nähert. Werde den direkte Kontakt mit den Einheimischen bestimmt noch suchen – bin aber selbst irgendwie noch nicht bereit dazu, der Respekt von mir ist noch zu gross.

Die Fahrt führte an den ersten Oasen in der trockenen Gegend vorbei, wo auch frische Datteln verkauft wurden. Ich schaffte es dennoch nicht zu halten und die feine Delikatesse an Ort zu kaufen. Mein Instinkt trieb mich immer weiter östlich, denn ich wollte möglichst nah an die Grenze von Tunesien bis zum Abend. Am 14.3.07 hatte ich ja bereits an der nächsten Grenze zu Libyen abgemacht mit dem Guide, der mein Visum für die Einreise organisierte.

Auf der Strecke nach Biskra waren auf meiner Karte Sehenswürdigkeiten eingetragen. Die wollte ich mir nicht entgehen lassen – ohne zu wissen was es eigentlich war. Die Strasse führe einem atemberaubenden und langen Canyon vorbei. Dann kam was für mich ganz neues in Algerien: Ein Wegweiser zeigte an einer Kreuzung den Weg zur „route touristique“. Die musste ich doch gleich nehmen. Es lohnte sich, denn sie führe an einem Abstellplatz vorbei mit herrlicher Sicht in die Tiefe des Canyons. Unten war eine Art Siedlung zu sehen, bei welchem die heute verlassenen Wohngelegenheiten teils in den Fels gehauen wurden.

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Kaum hatte ich die ersten Bilder geschossen, fuhren zwei Geländewagen mit Deutschen Nummernschildern heran. Ich sollte an dieser Stelle erwähnen, dass ich bisher die einzige Person an diesem Ort war. Es stellte sich heraus, dass die Dreiergruppe in Algerien Unterwegs war, um ein Fahrzeug zu bergen, welches sie bei ihrer letzten Reise zurücklassen mussten. Natürlich kannten sie auch Doris und Jürg Sollberger von Atlas Travel Shop in Ins und hatten für Ihre Weiterfahrt denselben Guide für Libyen reserviert wie ich. Wie klein doch die Welt manchmal ist… Herzliche Grüsse ans ATW Team by the way! Dies waren übrigens die einzigen anderen Touristen die ich überhaupt in Algerien zu Gesicht bekam.

Die Strasse wurde immer wie enger und ich kam nicht mehr so zügig voran wie zuvor. Das Ziel, am Abend noch die Grenzstadt vor Tunesien zu erreichen wurde unmöglich. Die Strecke führte mich auf eine Höhe von über 1800müM, wo es auch bereits leicht schneite. In Batna entschied ich mich wieder ein Hotel aufzusuchen. Perfekt. Für umgerechnet 2.50 CHF hatte ich ein Zimmer mit Warmwasser und Douche. Auch ein Parkhaus fürs Motorrad war gleich gegenüber der Strasse (0.50CHF) und ein Internetkaffee gleich um die Ecke (0.30 CHF für 4h) – jedoch mit einer sehr langsamen Verbindung.

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Gast Dienstag, 26 März 2019
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