Three Pairs Of Underwear

Der erste Tag - in den warmen Süden

Veröffentlicht von am in Blog_Tomsride
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Der intensive erste Tag des Abenteuers ist vorüber. Ich sitze hier ca. 2km entfernt von der antiken „Pont du Gard“ an einem ruhigem Fluss. Weit und breit keine Meschenseele – bei angenehmen 15° Grad einfach nur idyllisch.

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Doch lasst mich erklären, wie es dazu kam:
Wie es so ist vor einem solchen Start – man hat noch lange nicht alles erledigt und die Zeit scheint einfach davonzurennen. Dazu kommen die offiziellen Verabschiedungen und Glückwünsche. Sie alle meinen es ja nur gut mit einem und wollen bestimmt nur das Beste! Die noch verfügbare Zeit wird aber von Minute zu Minute kostbarer, angesichts der noch anstehenden Arbeiten. Nach einem feinen Fondue Chinuose bei meinem Vater ging es am Vorabend für mich somit zurück an die Arbeit. Bis um halb vier morgens waren noch verschiedenste Vorbereitungen und Papierkrieg zu erledigen, Dinge zu packen, sowie die bis zum Schluss zuhause benötigten Utensilien in Boxen zu verstauen.
An dieser Stelle möchte ich ein grosses Dankeschön an meine Familie richten. Ich hatte und habe das riesen – und heute absolut nicht selbstverständliche Glück – dass meine Mutter mit Ihrem Mann Bruno, sowie mein Vater mit seiner Frau Claudia mir grosse Stücke der Arbeit abnahmen. So zum Beispiel konnte ich die komplette 4,5 Zimmer Wohnung samt einigen noch nicht im Container verstauten Artikel ungereinigt zurücklassen. Extra aus der Ostschweitz angereist, blieb meine Mutter mit Ihrem Mann fürs gesamte Wochenende in Gempenach, um die Wohnung zu säubern und an den Vermieter offiziell zu übergeben. Im Weiteren haben sie ein grosses Abschieds-Apero für all meine Freunde und Bekannten organisiert, sprich Gulaschsuppe in rauen Mengen gekocht und zusammen mit einer grossen Auswahl an warmen Getränken angeschleppt. So gab es ohne mein Zutun ein kleines Festchen mit vielen Gästen – am Morgen der Abfahrt. Nebst Familie, Freunden und Kollegen sind auch einige Nachbarn und Einwohner aus der kleinen Gemeinde Gempenach gekommen. Sogar Leute, die ich nie zuvor gesehen habe tauchten auf. Es stellte sich heraus, dass diese auf der Durchreise in der Region waren und das am Morgen ausgestrahlte Interview auf dem Schweizer Radio gehört haben. Irgendwie fand ich es extrem cool, dass es heute doch noch spontane und flexible Leute gibt in der Schweiz.
Wie verabschiedet man sich von all den Leuten in einem solchen Moment am Besten? Ich weiss es noch heute nicht. Mit jedem einzelnen hat man einen unterschiedlichen persönlichen Bezug. Die einen kennt man sehr gut und könnte man stundenlang plaudern, zu anderen hat man nicht eine so enge Beziehung. Ich zog es somit vor, mit allen direkt ins Gespräch zu gehen und mich von Ihnen persönlich zu verabschieden. Dennoch hatte ich dass Gefühl, als könnte ich mich in dieser Situation nicht tief genug um einige einzelne Personen kümmern. Nichts desto trotz, der lang ersehnte Moment des Motorenstarts und die resultierende Abfahrt erfolgte um 11:25. Geil – es ging los mit Ziel „durch die Welt“.


Mit einem Gefolge von einigen Motorrädern ging es in Richtung Westen, genauer nach Avanches zum Amphitheater. Nein – müde von der Reise war ich da natürlich noch nicht – wollte nur absprechen, wie weit die Begleiter effektiv mitreisen wollten. Unser nächstes Ziel war dann schnell definiert: Estavayer le Lac zu einem Drink am See. Gesagt getan – fast auf dem kürzesten Weg – und mit viel Seitenwind erreichten wir rund 30 Minuten später auch dies. P1010003.JPG

Nach einer kleinen flüssigen Stärkung folgte der Start der Reise alleine auf der Autobahn in Richtung Lausanne, dann weiter nach Genf. Der erste Grenzübertritt verlief ohne jegliche Kontrolle, respektive ohne jegliches Grenzpersonal. Bin gespannt, ob die vielen weiteren Landeswechsel auch so sein werden?
Kaum in Frankreich angelangt, setzte auch der richtig starke Regen ein. Der zusätzliche Regenschutz ermöglichte aber auch so, komplett trocken weiterzufahren. Weiter südlich verzogen sich Abschnittsweise aber bereits die Wolken, und die Temperatur wurde spürbar wärmer. Wie schön doch Motorradfahren sein kann im Februar…
Der eigentlich geplante Abstecher zur „Pont du Gard“ selbst endete an der Zufahrtsbarriere, bei welcher für einen Parkplatz 5 Euro verlangt wurde. Dies war es mir soweit einfach nicht wert, denn gesehen habe ich diese Brücke bereits vor ein paar Jahren. Das anschliessende Ziel war ein Platz zum Übernachten. Ein kleines unscheinbares Schild zu einem Camping führte mich zu einem verschlossenen Eisentor. Es schien einfach noch nicht Saison für Camping zu sein, komisch…
Gerade als ich mich nach einem anderen Ort umsehen wollte, tauchte der Besitzer auf und lud mich ein auf seinem Camping ein gratis zu übernachten. Wenn das nur auch zukünftig so einfach sein wird dachte ich mir…

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Gast Dienstag, 26 März 2019
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